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Fusionsgegner kritisieren Schulamt

Karlshagen Fusionsgegner kritisieren Schulamt

Grundschule Karlshagen: Personalentscheidung um kommissarische Leitung sorgt für Unverständnis

Karlshagen. Der Ton im Streit um die künftige Schullandschaft in der Gemeinde Karlshagen wird schärfer. Die Initiativgruppe für den Erhalt der Eigenständigkeit der Grundschule sowie der Schulverein üben Kritik am Staatlichen Schulamt in Greifswald. „Ich hätte vom Schulamt mehr Neutralität erwartet“, sagt Sandra Harder von der Initiativgruppe. Sie bezieht sich auf den Gemeinderatsbeschluss, zum Schuljahr 2017/2018 die Grundschule aufzulösen und diese organisatorisch der Regionalen Schule anzugliedern. Außerdem geht es ihr um jüngst getroffene Personalentscheidungen.

Die bisherige Leiterin der Grundschule, Antje Seber, hatte in der vergangenen Woche beim Schulamt mit sofortiger Wirkung um ihre Abberufung gebeten (die OZ berichtete). „Wir sind traurig und waren erschüttert über die Entscheidung. Sie ist eine engagierte und motivierte Lehrerin“, sagt Sandra Harder.

In einem Schreiben der Initiativgruppe an das Schulamt, das der OZ vorliegt, zeigt sich diese verwundert, dass in diesem „brisanten Verfahren“ Marlies Schönberg, Leiterin der Regionalschule Heinrich-Heine, kommissarisch als amtierende Schulleiterin der Grundschule eingesetzt wird und „nicht die kommissarisch fungierende Stellvertreterin der Grundschule, Kirsten Franz“.

„Das war eine Personalentscheidung. Die Stellvertreterin verfügt über keine Erfahrung in der Leitung einer Schule. Deshalb haben wir uns für Frau Schönberg entschieden. Für uns ist das im Moment eine gute Lösung“, sagt Ilona Vierkant, Leiterin des Schulamtes.

Dass der Unterricht an der Grundschule derzeit gut läuft, bestätigen Vertreter der Initiative und des Schulvereins. Auch die kommissarische Chefin sieht das so. „Wir investieren viel Kraft, um den gegenwärtigen Möglichkeiten entsprechend den Unterricht in der Grundschule abzusichern“, sagt Marlies Schönberg. Sie hat sich am Dienstag mit Vertretern des Schulelternrates getroffen. Sie berichtet von „sachlichen und konstruktiven Gesprächen. Die losgetretene öffentliche Diskussion befremdet mich. Im Interesse unserer Kinder sollten wir zur Sacharbeit zurückkehren“, so die Schulleiterin, die sich gegenüber der Initiativgruppe gesprächsbereit zeigt. Die Kritik am Schulamt kann sie nicht nachvollziehen.

Ilona Vierkant weist den Vorwurf der Initiativgruppe im Zusammenhang mit der geplanten Fusion zurück. „Den Beschluss der Gemeindevertretung haben wir akzeptiert. Das ist eine Entscheidung des Schulträgers. Dadurch werden die Kollegen keine schlechteren Arbeitsbedingungen vorfinden.“

Die Gegner der Entscheidung sehen das anders. Es gebe keine wirtschaftlichen Zwänge für den Wegfall der Eigenständigkeit, zudem würden in der Grundschule 16 Leitungsstunden wegfallen, argumentieren sie. Die Befürworter im Gemeinderat hingegen setzen mit dem neuen Modell „Regionalschule mit Grundschulteil“ auf bessere Vertretungsmöglichkeiten, einen gemeinsamen Schulelternrat, die durchgängige Betreuung von Klasse 1 bis 10 durch einen Schulsozialarbeiter sowie mehr Angebote im Rahmen der Ganztagsschule.

In den Beratungen der zeitweiligen Arbeitsgruppe „Bildungslandschaft Karlshagen“ wurde den Vertretern der Grundschule vorgeworfen, keine ergebnisoffene Diskussion zugelassen zu haben. „Einer frisch bestellten Schulleiterin muss man zugestehen, um den Erhalt der Eigenständigkeit zu kämpfen“, sagt Bürgermeister Christian Höhn, der entgegen einer Mehrheit seiner Fraktionskollegen gegen die Fusion war. Antje Seber war erst im März 2016 zur Leiterin der Grundschule bestellt worden.

„Gegen die Fusion waren auch 95 Prozent der Eltern. Das war das Ergebnis einer Befragung. Vom Schulamt erwarte ich eine Fürsorgepflicht beider Schulen gegenüber“, sagt Renate Mantzke, Vorsitzende des Schulvereins. Sie war über 20 Jahre lang Leiterin der Grundschule.

Die Initiativgruppe und der Schulverein setzen jetzt auf das Bürgerbegehren. Dafür wurden Mitte September 958 Unterschriften an den Bürgermeister übergeben. Knapp 300 sind dafür notwendig, die im Nordamt geprüft wurden und nun beim Landkreis liegen. Bürgermeister Höhn rechnet Anfang Januar 2017 mit einem Bürgerentscheid.

Henrik Nitzsche

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