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Gäste küren die leckerste Fischsuppe

Koserow Gäste küren die leckerste Fischsuppe

In Koserow wird Abschluss der Heringswochen gefeiert / Sieger kocht im „Kiek över“

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Vier verschiedenfarbige Becher, vier Suppen, eingeschenkt von Elke Podhorska. Nun ist Monika Wolter (vorn) aus Waren/Müritz an der Reihe, auszuprobieren, welche Kreation ihr am besten schmeckt. Einzige Voraussetzung, die die Köche unbedingt zu erfüllen hatten: Hering musste Bestandteil der Suppe sein.

Quelle: Foto: Steffen Adler

Koserow. Das Heringsfest steht vor der Tür, alle Vorbereitungen laufen. Das Programm ist längst gebucht, die Gästeliste in trockenen Tüchern. Nur der Hauptdarsteller namens Hering fehlt. Denn wegen der starken wie eisigen auflandigen Winde konnten die Koserower Fischer in der Vorwoche weder auf die See hinaus fahren, noch das Silber des Meeres anlanden. Was also tun? Not macht bekanntlich erfinderisch.

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In Koserow wird Abschluss der Heringswochen gefeiert / Sieger kocht im „Kiek över“

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20 Kilo Hering wurden daher kurzerhand morgens aus Freest auf die Insel geholt, denn das Pulen, Puken oder Pöllen der Heringe aus dem Netz gehört zu den Attraktionen des Festes, die sich vor allem die Feriengäste nicht entgehen lassen. Allerdings mussten in dieser Hinsicht am Samstag also mal kleinere Brötchen gebacken werden, aber Mario Wille, Kurdirektorin Nadine Riethdorf und Otto Lemke, Chef des Bauhofes im Bernsteinbad, zeigten gern, wie man die Fische fachmännisch aus dem Netz holt, ohne selbiges unnötigerweise zu beschädigen. Der Beifall und zig Aufnahmen per Smartphone waren den Akteuren sicher. Für das nötige Fotolächeln sorgte Bernsteinprinzessin Annabelle Janisch.

Inzwischen hatten vier Köche aus den Restaurants der „Hanse-Kogge“, des „Nautic“, des „Kiek över“ und von „Käptn Brass“ ihre jeweilige Fischsuppe soweit verfeinert und mit Kräutern perfektioniert, dass Elke Podhorska von der Kurverwaltung pünktlich damit beginnen konnte, die Kreationen in vier verschieden farbigen Bechern zum Verkosten auszuteilen. Gegen einen kleinen Obolus konnte sich nun jeder, der das mochte, von der Kreativität und vom Können der Koserower „Weißmützen“ überzeugen. Während Kenneth Böge (Hanse-Kogge) neben Hering auch Garnelen, Lachs und Zander verwendet hatte, nutzte Alexander Steffens (Käptn Brass) ein uraltes Rezept, in dem geräucherter und luftgetrockneter Bückling eine wesentliche Rolle spielt. Bei Mariusz Gzowski sollte neben vielerlei Gemüse vor allem Dill für den guten Geschmack sorgen. Und Marko Nimz vom „Nautic“setzte auf eine gute Mischung aus Gemüsen, Hering, Safran, Jacobsmuscheln, Flusskrebsen, Zander und Dorsch. Am Ende durfte sich der polnische Koch vom „Kiek över“ über die Siegerurkunde freuen. Glückwunsch!

Als der Dehoga-Regionalverband noch federführend an den Heringswochen beteiligt war, gab es noch hübsche Pokale. Nun hat sich die Kurverwaltung allein um die Organisation und inhaltliche Festgestaltung kümmern müssen – und sie tat es erfolgreich. Lediglich der leidige Nieselregen machte das Verharren und Zuschauen auf dem Seebrückenvorplatz zuweilen etwas unangenehm. Einige Gäste griffen gar zum Glühwein, obwohl uns vom Silvesterfeuerwerk schon mehr als 100 Tage trennen. Warum nicht, wurde geulkt. Hauptsache, es wärmt ordentlich durch!

Wem nicht nach Fischsuppe zumute war, der konnte Hering auch nach anderen Rezepturen genießen: als Matjes oder Bismark aufs Brötchen, zur Fischboulette verarbeitet, sauer eingelegt oder grün gebraten mit Röstern und Salat. All das bleibt sicher noch länger auf den Speisekarten.

Steffen Adler

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