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Usedom Gegenwind für Engie wird stärker
Vorpommern Usedom Gegenwind für Engie wird stärker
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01:22 04.12.2017
Heringsdorf

Spätestens seit Sonnabend ist klar: Usedomer und Urlauber wollen den Vorbereitungen zur Ausbeutung des in Küstennähe unter der Ostsee schlummernden Erdgasfeldes nicht länger tatenlos zusehen. Unter dem Motto „Kein Gasbohren auf Usedom“ fanden sich in Heringsdorf Hunderte wütende Protestler ein, um gegen das vom Unternehmen Engie E&P verfolgte Vorhaben zu protestieren. Auf Einladung der Bürgerinitiative (BI) Lebensraum Vorpommern bahnte sich der Protestzug seinen Weg – vom Bahnhof über Bülow- und Seestraße hin zum Konzertplatz, wo die umstrittenen Bohrpläne von mehreren Rednern heftig kritisiert wurden.

„Kein Gas auf Usedom“, „Wir sagen Nein“ und „Stop Engie“ war auf Transparenten zu lesen. Und während des Protestzugs, an dem zwischenzeitlich bis zu 400 Personen teilnahmen, verkündete BI- Vorsitzende Christa Labouvie per Megafon das Anliegen der Aktion. „Wir werden unsere Heimat nicht kampflos aufgeben“, betonte sie und wies auf Gefahren hin, die das Vorhaben in sich berge.

Konkret gehe es um den Schutz der auf Usedom ohnehin knappen Trinkwasserressourcen. „Der jetzt am Hasenberg bei Korswandt favorisierte Bohrstand befindet sich laut Aussage des Wasser-Zweckverbandes in der Trinkwasserschutzzone III“, so Labouvie. „Jede Bohrung würde den Grundwasserleiter durchdringen. Es braucht nur einen Unfall zu geben, und das Trinkwasser – unser höchstes Gut – ist kontaminiert und damit das Image der Urlaubsinsel für lange Zeit zerstört. Wir leben in einer intakten Natur. Ist dies durch die geplante Ansiedelung von Schwerindustrie nicht mehr gegeben, wird uns die Existenzgrundlage entzogen. Dagegen wehren wir uns.“

BI-Vorstandsmitglied Henrik Toepfer aus Ahlbeck freute sich über den beeindruckenden Auftritt der Demonstranten, unter die sich auch Bürgermeister von der Insel und Touristen gemischt hatten. „Wir merken, dass wir mit unseren Argumenten zunehmend auf Verständnis stoßen und sich die Einstellung der Einheimischen allmählich ändert“, so der 66-Jährige.

An der Konzertmuschel angekommen, redete Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (CDU) den Verantwortlichen der Landesregierung ins Gewissen: Vor dem Hintergrund drohender „irreparabler Schäden für die Menschen der Region“ sollten sich die Verantwortlichen in Schwerin „eingehend Gedanken machen, ob man unter solch ein Vorhaben sein Siegel setzt“, so der Christdemokrat. Er erinnerte auch daran, dass 1996 schon einmal Pläne zur Erdgas-Förderung aufkeimten, diese aber durch ein engagiertes Auftreten der Tourismusbranche hätten vereitelt werden können.

„Solch eine Anlage gehört an einen industriellen Chemiestandort und nicht in ein Kur- und Erholungsgebiet“, rief Wolfram Wirth, Vorsitzender des Heringsdorfer Gasausschusses. Und: „Wenn unser Trinkwasserspeicher durch Leckagen oder eine Rückverpressung von Lagerstättenwasser kontaminiert wird, haben wir ein richtiges Problem.“ Hotelier Rolf Seelige-Steinhoff geißelte die Heuschrecken-Strategie weltweit agierender Wirtschafts-Konsortien und Bundestagabgeordnete und BI- Mitglied Kerstin Kassner (Die Linke) mahnte: „Das Bergamt darf das Recht, Bodenschätze zu fördern, nicht über die Lebensrechte der Menschen stellen.“

Tom Schröter

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