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Usedom Gegner der Gasförderung machen mobil
Vorpommern Usedom Gegner der Gasförderung machen mobil
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00:01 01.12.2017
Gut gefüllter Saal: Die Zuhörer kamen vorwiegend aus der Gemeinde, aber auch aus dem Lassaner Winkel und aus Greifswald. Quelle: Foto: Ulrich Faust
Korswandt

Die Bürgerinitiative (BI) Lebensraum Vorpommern wertet ihre jüngste Infoveranstaltung als Erfolg. Rund 70 Bürger folgten der Einladung ins Baltic Hills Hotel Korswandt, darunter der Berliner Anwalt der BI, Peter Kremer, die Geschäftsführerin des BUND MV, Corinna Cwielag, einige Hoteliers und Korswandts Bürgermeister Karl-Josef Wurzel.

Die BI und ihre Unterstützer haben sich zum Ziel gesetzt, die geplante Gasförderung der Firma Engie zu verhindern. Sie soll in der Ostsee, genauer gesagt im Küstengebiet Bansin/Heringsdorf, von Land aus mittels Horizontalbohrungen erfolgen. Das Unternehmen hat einen Antrag auf Prüfung eines Raumordnungsverfahrens gestellt.

Wolfram Wirth, Vorsitzender des Gasausschusses der Gemeinde Heringsdorf, begann mit einem kurzen Überblick über den technischen Stand der Anlage und mögliche Risiken, die durch die Reinigung des giftigen Sauergases und die Verbringung des umweltschädlichen Lagerstättenwassers entstünden, teilt die BI mit. „Im Falle einer Havarie könnten Luft und Grundwasserleiter Schaden nehmen – insbesondere ist das örtliche Grundwasser oberflächennah und nicht durch wasserundurchlässige Schichten geschützt“, heißt es.

Corinna Cwielag erklärte den Stand der Natur- und Landschaftsschutzgebiete und verwies auf die zwingenden Vorgaben des Landesentwicklungsplans (LEP), der dem Tourismus auf Usedom Vorrang einräume. Im Namen des BUND sprach sie der BI die volle Unterstützung aus. Wie vor zehn Jahren beim Kampf gegen das damals geplante Steinkohlekraftwerk Lubmin sei nun fest mit fachlichen Zuarbeiten des BUND zu rechnen. Sollte es zum bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren kommen, könnte der BUND MV gegebenenfalls Klage erheben.

Anwalt Peter Kremer, Experte im Verwaltungsrecht, erläuterte die rechtlichen Voraussetzungen für die Einleitung eines Raumordnungsverfahrens und wie sich Bürger, Kommunen und Verbände dazu äußern können. In der anschließenden Fragestunde verwies er insbesondere darauf, dass im Falle eines Baus der Gasförderungsanlage Enteignungen rechtlich nicht möglich seien. Ferner gab er Anregungen, was Gemeinden tun können, um unerwünschte Industrieanlagen auf ihren kommunalen Flächen möglicherweise zu verhindern. Er könne ebenso betroffene Gemeinden oder Privatpersonen anwaltlich beraten und mitvertreten.

Christa Labouvie, Vorsitzende der Bürgerinitiative, moderierte die Veranstaltung und hinterfragte mehrere Aussagen von Anwalt oder Referenten, um die Bedeutung wichtiger Details dem Publikum noch näherbringen zu können. „Es gab spontane Beitrittserklärungen und Zusagen, an der nächsten Demo teilzunehmen“, heißt es. Diese solle morgen um 14 Uhr am Heringsdorfer Bahnhof beginnen. Die Rednerliste bei der Kundgebung an der Konzertmuschel gegen 15 Uhr sei gut gefüllt, so Labouvie.

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