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Gericht schickt Wolgaster Brandstifter hinter Gitter

Wolgast/Greifswald Gericht schickt Wolgaster Brandstifter hinter Gitter

Zwei junge Peenestädter setzten Wohnung an Chausseestraße in Brand

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Am Morgen des 23. Dezember 2016 brannte es in einer Wohnung des Mehrfamilienhauses an der Wolgaster Chausseestraße. Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr waren zur Stelle, um Mieter aus dem Haus zu bergen und das Feuer zu löschen.

Quelle: Foto: Tilo Wallrodt

Wolgast/Greifswald. Das Jugendschöffengericht in Greifswald hat gestern hohe Strafen gegen einen 17- und einen 23-jährigen Wolgaster verhängt. Die beiden, die bereits seit dem 24. Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft in Neustrelitz beziehungsweise Stralsund saßen, waren wegen schwerer Brandstiftung angeklagt. Ihnen wurde vorgeworfen, am Morgen des 23.

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Zwei junge Peenestädter setzten Wohnung an Chausseestraße in Brand

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Dezember 2016 eine Wohnung in einem Vierfamilienhaus auf dem Schulzenhof an der Wolgaster Chausseestraße angezündet zu haben.

„Sie verschafften sich zu zweit gewaltsam Zutritt zur Wohnung, zerstörten zunächst die Wohnungseinrichtung, um anschließend Grillanzünder auf den Wohnzimmertisch zu stellen und diesen anzuzünden“, informierte Andreas Hennig, Sprecher des Amtsgerichts Greifswald. „Durch das Feuer verbrannten Einrichtungsgegenstände, und die Wohnung war in Folge starker Rauchentwicklung nicht bewohnbar.“ Das Gleiche treffe auf die Nachbarwohnungen zu.

Die OZ berichtete seinerzeit über den Fall, bei dem die Freiwillige Feuerwehr Wolgast zum Einsatz kam. Während der in der aufgebrochenen Wohnung lebende Mieter zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause war, musste sein 55-jähriger Nachbar wegen der starken Rauchentwicklung über die Drehleiter gerettet und später im örtlichen Kreiskrankenhaus stationär behandelt werden. Die Feuerwehrleute holten auch eine 26-jährige Mieterin und ihr Kleinkind aus ihrer Wohnung im Erdgeschoss.

Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz der Richterin des Amtsgerichts, Anja Hoffmann, verurteilte den 23-jährigen Angeklagten laut Hennig wegen schwerer Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Vor Antritt seiner Haftstrafe erfolgt die Unterbringung des schwerst alkoholabhängigen Mannes in einer geschlossenen Entziehungsanstalt. „Diese Unterbringung“, so betonte der Gerichtssprecher, „ist zeitlich nicht begrenzt. Bis zum Erfolg bleibt man in der Anstalt. Und im Anschluss folgt die Freiheitsstrafe.“

Der 17-jährige Angeklagte muss für noch längere Zeit hinter Gitter. Er wurde zu einer Einheitsjugendstrafe von vier Jahren verurteilt. Wie Hennig erläuterte, hatte sich der jüngere der beiden Täter neben der schweren Brandstiftung für eine versuchte besonders schwere räuberische Erpressung zu verantworten, der er sich laut Anklage am 5. November 2016 in Wolgast schuldig machte. Die Tat ereignete sich demnach in der Nähe des Hauptbahnhofes, wo sich eine junge Bekannte des Angeklagten mit einem Mann verabredet hatte. Dieser sollte ihr 20 Euro übergeben, die benötigt wurden, um für eine zweite Bekannte Drogen zu kaufen.

„Der Mann übergab die 20 Euro; dann zückte der angeklagte 17- Jährige einen Schlagstock, schlug dem Mann mehrfach auf den Kopf und mit der Faust auf den Körper und forderte ihn auf, sein Handy auf den Boden zu legen. Der Mann rückte sein Handy aber nicht raus“, schilderte Hennig. Die Attacke mit dem Schlagstock blieb nicht folgenlos. „Der Geschädigte erlitt eine Kopfplatzwunde und leidet bis heute an Sehstörungen“, berichtete der Sprecher.

Erschwerend kam für die Angeklagten hinzu, dass beide wegen anderer begangener Delikte vorverurteilt sind und zum Zeitpunkt der gestern verhandelten Straftaten unter Bewährung standen, also so genannte Bewährungsversager sind. Die Zeit der Untersuchungshaft wird laut Hennig auf das verhängte Strafmaß angerechnet. Die Urteile seien noch nicht rechtskräftig; die Angeklagten können dagegen in Berufung gehen.

Tom Schröter

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