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Usedom Gerüchte um den Werft-Standort
Vorpommern Usedom Gerüchte um den Werft-Standort
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00:00 06.12.2017
Erstmals seit ihrem Zusammenschluss mit dem Werftstandort Stettin haben die Swinemünder einen Gewinn erwirtschaftet. Quelle: Foto: J. Sobczak
Swinemünde

Der Swinemünder Werftbetrieb ist in aller Munde. Anlass sind angebliche Überlegungen des Inhabers, eines staatlichen Investitionsfonds mit Namen „Mars“, die Produktion nach Stettin zu verlegen. Swinemünde und Stettin sind beide Standorte ein und derselben Werft, MSR „Gryfia“. Im Moment werden Produktions- und Reparaturarbeiten sowohl in Stettin als auch in Swinemünde ausgeführt.

Die angeblichen Konzentrationspläne haben für Unruhe gesorgt. Arbeiter fürchten um ihre Stellen. Eine Gewerkschafter-Delegation reiste ins Ministerium für Maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt nach Warschau. „Sollte die Auflösung des Werftstandorts Swinemünde bestätigt werden, werden wir wohl eine Sondersitzung des Stadtrates beantragen“, kündigte Stadtratmitglied Slawomir Nowicki schon mal an.

Laut Aneta Stawicka, Vorsitzende des überbetrieblichen Verbandes der Werftmitarbeiter, wurde nicht über eine Produktionsverlegung nach Stettin gesprochen. „Es liegt uns zu dem Thema gar nichts vor.

Wir haben in dieser Sache weder ein Anschreiben bekommen, noch wurden dazu Gespräche mit uns geführt.“ Aneta Stawicka hat sich an den Wojewodschaftsrat für Öffentlichen Dialog mit der Bitte gewandt, ein Krisentreffen mit allen beteiligten Seiten zu organisieren. Fest stehe, dass die Werft Swinemünde nach drei Quartalen einen Gewinn erwirtschaftete.

Die Träger des Investitionsfonds „Mars“ haben unterdessen erklärt, keine Produktionsverlagerung vom Standort Swinemünde nach Stettin zu erwägen. Zudem bestätigten sie, dass die Swinemünder Werft zum ersten Mal seit ihrem Zusammenschluss mit der Stettiner Gewinn erwirtschaftete.

Ganz unproblematisch sieht man bei „Mars“ die Lage aber doch nicht. Die jüngsten Signale vom Markt für Schiffsreparaturen deuteten darauf hin, dass die kommenden Monate und Jahre eher schwieriger werden könnten und Reeder ihre Ausgaben für Schiffsreparaturen beschränken, erklärten die Fonds-Inhaber. Der Stettiner PiS-Abgeordnete Krzysztof Zaremba zerstreut derlei Bedenken. Er erklärte, dass der polnische Staatsölkonzern „Lotos Gruppe“ im Swinemünder Werftbetrieb künftig Offshore-Förderplattformen und andere Vorrichtungen für die Offshore-Branche bauen werden lassee. Die Werftbelegschaft brauche um ihre Arbeitsplätze keine Angst zu haben. Es werde genug zu tun geben. Die Swinemünde/Stettiner Werft „Gryfia“ hat eine Handelskonzession für Waffen und Spezialstoffe für Militär und Polizei erworben und darf sich damit auch an öffentlichen Ausschreibungen für Reparaturen von Kriegsmarineschiffen beteiligen.

Radek Jagielski

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