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Usedom Gezerre um Schullandheim beendet: Land kauft Immobilie
Vorpommern Usedom Gezerre um Schullandheim beendet: Land kauft Immobilie
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04:13 06.09.2013

Das Schullandheim in Peenemünde hat einen neuen Eigentümer. Wie Sprecherin Birgitt Hamm gestern informierte, hat das Umweltministerium MV am Mittwoch das Schullandheim erworben. Die zu DDR-Zeiten errichtete Immobilie sollte am Sonnabend in Rostock meistbietend versteigert werden. Das Mindestgebot lag bei 340 000 Euro.

Laut Hamm hat Schwerin für die Jugendeinrichtung das Doppelte hingelegt — 688 050 Euro. Den erheblichen Preisunterschied verteidigt sie mit anfallenden Steuern und der zu erwartenden Vertragsstrafe durch das Auktionshaus. Das Grundstück allein habe 500 000 Euro gekostet. „Bei einer Auktion weiß man doch nicht, wie das Angebot steigt“, so Hamm.

Die Sorge vieler Peenemünder, dass sich für das Objekt auch rechte Käufer interessieren könnten, ist damit vom Tisch. „Für die weitere Entwicklung in der Gemeinde ist das positiv. Jetzt haben wir Planungssicherheit. Wir hatten oft genug Grundstücksspekulanten in Peenemünde“, sagte Bürgermeister Rainer Barthelmes erleichtert. Auch bei der Evangelischen Jugend Hamburg ist die Freude groß. Die Jugendlichen hatten nach ihrem Aufenthalt in Peenemünde im Sommer eine Sammlung gestartet und wollten sich an der Auktion beteiligen, da sie die Jugendbegegnungsstätte erhalten wollten.

„Für uns war das rechte Thema nicht ausschlaggebend. Vielmehr sichert sich das Land damit Ausgleichsflächen für Eingriffe im Küstenbereich“, sagt Birgitt Hamm. Dabei geht es um das seit Jahren von der bundeseigenen Energiewerke Nord GmbH (EWN) geplante Vorhaben „Kompensationsflächenpool Cämmerer See“. Für Industrieansiedlungen in Lubmin muss das Land Ausgleichsflächen vorhalten. Deshalb soll der Deich zwischen Karlshagen und Peenemünde geschliffen werden, um die Fläche um den Cämmerer See wieder zu vernässen. Weil sich das Schullandheim in dem Flutungsgebiet befindet, soll es nun verlagert werden, um die Kosten für eine Eindeichung zu sparen. Pläne zum Umzug gibt es schon: „Wir wollen auf dem Gelände des Historisch-Technischen Museums ein Jugendhotel bauen“, sagt Frank Adam, bisheriger Eigentümer des Schullandheimes. Seit gestern ist er der Pächter. „In zwei bis drei Jahren wollen wir den Umzug realisieren. Bis dahin wird das Schullandheim weiter Gastgeber für Jugendgruppen bleiben“, so Adam, der sich über den Verkauf freut.

Nach dem Bekanntwerden der Deichrückbaupläne vor fünf Jahren sei vieles in Frage gestellt worden. „An Investitionen war nicht zu denken“, sagt der 52-Jährige. Adam war 1999 in das Geschäft der Eltern eingestiegen, 2003 hatte er das Schullandheim gekauft. Mit der Eröffnung eines Jugendhotels auf dem HTM-Gelände wäre die Ära des Schullandheimes beendet. Das Land will die Jugendeinrichtung dann abreißen.

Auf Unverständnis stößt der Verkauf bei Rainer Höll, Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen Deichrückbau im Inselnorden. „Für den Flächenpool läuft seit Jahren ein Planfeststellungsverfahren, dessen Ausgang völlig offen ist. Das Schullandheim muss nicht verlagert werden. Eine Eindeichung wäre nur bei einem positiven Ausgang des Verfahrens nötig. Hier wird Steuergeld verschwendet.“

Henrik Nitzsche

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