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Glawe: Und wenn’s klemmt, moderiert der Minister

Wolgast Glawe: Und wenn’s klemmt, moderiert der Minister

Hunderte Gäste informieren sich über Lösung für Wolgaster Kinderstation

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Mehrere hundert Einwohner aus Wolgast und Umgebung und von der Insel Usedom waren am Donnerstagabend in die St. Petri-Kirche gekommen. Sie wollten erfahren, in welcher Form es mit der kinderärztlichen Notversorgung in Wolgast weitergeht.

Quelle: Fotos: Hannes Ewert

Wolgast. Es war eine Mischung aus Freude, Stolz und Skepsis, mit der hunderte Interessierte am Donnerstagabend in die Wolgaster St. Petri-Kirche gekommen waren. Da war die Freude über die Kompromisslösung zur ab 1. Juni geplanten Wiedereröffnung einer Kinderstation im hiesigen Kreiskrankenhaus. Hinzu kam der Stolz auf das Durchhaltevermögen der Bürgerinitiative (BI) und diesen ersten Teilerfolg. Und die Skepsis, die wohl erst weichen wird, wenn die Pädiatrie in Wolgast – gemäß dem Versprechen von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) – ihren Betrieb wieder aufgenommen hat.

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Hunderte Gäste informieren sich über Lösung für Wolgaster Kinderstation

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Glawe, der nun liefern muss, zollte der BI zunächst seinen Respekt. „Sie haben für die Einheimischen und eine Million Urlauber pro Jahr gekämpft“, betonte er, wobei er sich stellvertretend an Anke Kieser, Dr. Brigitte Knappik und Susanne Schneider vom BI-Vorstand wandte. Dann stellte der Minister sein Konzept für Wolgast vor: Geplant sei eine vorstationäre Versorgung mit zehn Betten für Kinder und Jugendliche. Nach der Aufnahme der kleinen Patienten werde entschieden, ob sie zur Weiterbehandlung in Wolgast bleiben, in eine spezialisierte Klinik müssen oder zurück zum Hausarzt überwiesen werden können.

Einige Gespräche mit den Krankenkassen seien zwar noch zu führen. „Aber“, so sagte Glawe, „es ist bereits vereinbart, dass die Kassen eine Fallpauschale akzeptieren, die direkt an das Krankenhaus Wolgast geht.“ Dies gestatte auch eine mehrtägige Behandlung in Wolgast. Innerhalb der nächsten vier, fünf Wochen würden die noch offenen Fragen zur Absicherung der Station mit medizinischem Personal geklärt.

„Wir wollen im Kreiskrankenhaus eine moderne medizinische Versorgung etablieren“, so der Minister weiter. Hierzu gehörten die Nutzung von Netzwerken der Telemedizin, in welche die Unimedizin Greifswald und die Reha-Klinik „Klaus Störtebeker“in Kölpinsee einzubinden seien, und eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kinderärzten. Glawe sagte zu, sich persönlich für die Umsetzung des Konzeptes zu verwenden. „Wenn’s klemmt, werde ich dafür sorgen, dass wir eine Moderation durch den Minister herbeiführen“, versicherte er den in der kalten Kirche Versammelten.

„Mit den zehn Betten können wir leben“, erklärte Brigitte Knappik von der BI. Eine zeitgemäße Unterbringung von Kindern, Jugendlichen und Begleitpersonen sei so möglich. Ausgehend von den Erfahrungswerten, sei mit einer durchschnittlichen Auslastung der Station von 85 Prozent zu rechnen. Susanne Schneider indes bedauerte, dass die darüberhinaus von der BI vorgeschlagene Einrichtung eines von Hebammen geführten Geburtshauses in Wolgast derzeit mit dem Argument zu geringer Geburtenzahlen nicht umgesetzt wird. Auch kritisierte sie die Strukturänderungen in Labor, Verwaltung und Service und riet, die wirtschaftliche Sanierung der Uniklinik und des Kreiskrankenhauses gesondert zu betreiben. Minister Glawe teilte mit: „Wolgast hat in den letzten Jahren eine Millionen Euro pro Jahr an Schulden abgebaut.“ Spätestens 2018 werde das Haus sicher wieder schwarze Zahlen schreiben.

Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) äußerte „Verständnis dafür, dass man auch jetzt noch skeptisch ist“. Daher werde gemäß einem BI-Vorschlag ein Beirat bzw. Aufsichtsrat für das Wolgaster Krankenhaus mit BI-Beteiligung gegründet, der den Fortgang der Dinge begleiten solle. „Auch muss die Krankenhaus-Belegschaft künftig besser in die Entwicklung des Standortes einbezogen werden.“ Die Bereitschaft der Geschäftsführung liege vor.

BI-Vorsitzende Anke Kieser bezeichnete die avisierte Lösung als „Etappensieg der BI“. Es liege an den Kinderärzten und Eltern der Region, das Angebot zu nutzen. Die Bemühungen, auch die Geburtshilfe und Gynäkologie wieder in Wolgast zu etablieren, seien nicht ad acta gelegt: „Minister Glawe hat seine Unterstützung für eine Bundesratsinitiative von MV zugesagt, wonach die Geburtshilfe Teil der Grund- und Regelversorgung wird.“ Kieser, die allen Förderern der BI dankte, regte an, den Teilerfolg zum 1. Juni mit einem deftigen Straßenfest zu feiern.

Tom Schröter

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