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Usedom Grandiose Slammer in Höchstform
Vorpommern Usedom Grandiose Slammer in Höchstform
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01:32 04.04.2016

Freitagabend, kurz nach 19 Uhr, Veranstaltungsraum am Heringsdorfer Bahnhof. Zwei freundliche Damen stehen vor der Eingangstür und tauschen die vorbestellten Karten gegen jeweils einen Zehn-Euro-Schein ein. „Ausverkauft — und das schon, bevor wir die ersten Plakate aufgehängt haben“, sagt Hans-Jürgen Merkle stolz. Der frühere Heringsdorfer Bürgermeister, der ein großes Herz für die Kleinkunst hat, sponserte den Künstlern des Abends die Quartiere.

Die in Großstädten beliebte Kunstform des Poetry Slam hat längst die Insel Usedom erobert. Seit Dominik Bartels, einer der profiliertesten Poetry-Slamer der Republik und dazu noch Inselkind, wie er gerne betont, im Sommer 2012 gemeinsam mit Claudia Pautz, ebenfalls Inselkind, die 1. Usedomer Dichterschlacht auf den Hof des Hans Werner Richter-Hauses in Bansin brachte, sind die Usedomer dem Slam-Fieber verfallen.

Immerhin gaben die Besten der Szene, wie der zweifache „Deutsche Meister“ im Poetry Slam, Jan-Philipp Zymny, und der Dauergast in TV-Talkshows, Torsten Sträter, hier schon ihre Visitenkarten ab. Und dem in der niedersächsischen Provinzstadt Helmstedt lebende Dominik Bartels gelingt es immer wieder, phantastische Wortakrobaten und Singer/Songwriter auf die Insel zu holen. Insofern verwundert es nicht, dass die „Dichternacht Deluxe“ am Freitagabend mit 130 Besuchern so gut besucht war wie noch nie. Verwunderlich hingegen, dass um Zehn nach Sieben trotz gut gefülltem Saal die erste Stuhlreihe noch komplett frei war. „Welch ein Glück“, denkt sich der Schreiberling und ergattert den Platz direkt unter dem Mikrofon. Hätte er im Sommer die Dichternacht im Kaiserbädersaal nicht versäumt, wäre seine Platzwahl womöglich anders ausgefallen.

Denn Paul Weigl, der für den verhinderten Robert Kaiser einsprang, gewann den Slam im Kaiserbädersaal nicht zuletzt wegen seiner impulsiven, ja orkanartigen Performance mit Ganzkörpereinsatz. Da flogen die Wortfetzen im Stakkato-Takt, gefolgt von nicht enden wollenden Lachsalven des Auditoriums. Doch zum Glück für die erste Reihe explodierte der Sprachvulkan nicht vollends.

Leisere Töne, mit nicht unbedingt weniger bissigen Texten, schlug die Musikerin mit dem Klarnamen Marit Stenzel und dem Künstlernamen Marit und Klaus an. „Ich darf Euch ein paar Sachen aus meinem Leben erzählen“, sagte die in Freiburg lebende Songslamerin eingangs, bevor sie „Du siehst aus wie ein Porträt von Picasso“ und einen kritischen Facebook-Song mit der Frage „Du wirst geliked, aber wirst du auch gemocht?“ zum Besten gab.

Dominik Bartels schließlich nutzte sein Heimspiel, um den überwiegend einheimischen Zuhörern mit einem Text über Urlauber aus der Seele zu sprechen. So nahm er die Touristen aufs Korn, die immer die gleichen Motive ablichten. Bei „Jede flugtaugliche Möwe wurde hier öfter fotografiert als Heidi Klum“ hatte er ebenso die Lacher auf seiner Seite wie bei der Frage „Wann lernen Elli und Piet endlich mal richtig Englisch?“. Am Ende waren alle trunken vor Lachen, auch die Protagonisten. Dominik Bartels sprach von einer „der besten Dichternacht-Ausgaben ever“ und dass er diesen Abend lange im Herzen tragen werde.

Von Dietmar Pühler

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