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Usedom Greifswalder Kulturfestival voller Leidenschaft
Vorpommern Usedom Greifswalder Kulturfestival voller Leidenschaft
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01:26 27.04.2016

Geheimnisvolle Tiefseetöne, skurrile Instrumente, grotesk-erotische Darstellungen grönländischer Mythen: Das Festival „Nordischer Klang“ in Greifswald ist immer für eine Überraschung gut. Auch im 25. Jahr seines Bestehens lässt es nichts an Attraktivität vermissen. Mehr noch: Mit über 50 Veranstaltungen an 24 Orten bietet es ab 5. Mai das umfangreichste Programm seit seinem Bestehen. Rund 300 Künstler aus Island, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Estland werden erwartet, etwa 100 mehr als in den Vorjahren. „So vielfältig, so bunt, so laut war der Nordische Klang noch nie“, frohlockt Festivalleiter Professor Joachim Schiedermair.

Das Besondere an der Jubiläumsausgabe: Erstmals übernehmen die fünf nordischen Botschaften in Berlin gemeinsam die Schirmherrschaft über das Festival — zusammen mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Schiedermair erachtet das als große Wertschätzung, zumal auch gleich drei Botschafterinnen zum Eröffnungabend kommen wollen. „Man nimmt wahr, dass wir praktisch die Arbeit der Botschaften tun“, verdeutlicht der Vorsitzende des Kulturvereins Nordischer Klang. Der Abend des 6. Mai ist zugleich eines der Highlights des diesjährigen Festivals. Denn mit der Danish Radio Big Band reisen exzellente Musiker nach Greifswald. Ihr Programm stellt eine Hommage an den berühmtesten Komponisten Dänemarks, Carl Nielsen (1865-1931), dar. In Kombination mit der Opernsängerin Tuva Semmingsen und dem Popstar Christian Hjelm dürfen sich die Zuschauer auf einen außergewöhnlichen Abend freuen.

Neugierig macht Frithjof Strauß, künstlerischer Leiter des Festivals, noch auf ein anderes Großensemble: Die „Arctic Sinfonietta“ aus Norwegen trifft am 11. Mai mit der russischen Percussion-Band „44 Drums“ auf scharfe Samba-Beats. Strauß verspricht eine „mitreißende Show“, die unter anderem Walgesänge zelebriert und in Greifswald zugleich ihre Weltpremiere feiert. Instrumentalpop indes bietet das schwedische Quartett „Wintergatan“, das mit seiner Murmelmaschine einen Youtube-Hit mit weltweit mehr als 17 Millionen Klicks landete.

Ob Rock oder Pop, Ska oder Klassik, Folk oder Jazz — der Nordische Klang präsentiert in guter Tradition eine Fülle an Stilrichtungen und faszinierende Mixturen für Musikliebhaber.

Darüber hinaus stehen Lesungen, Filme, Vorträge und hochkarätige Ausstellungen im Kalender. Martin Uelisek etwa illustriert die uralten Sagen der Inuit, die der dänisch-grönländische Polarforscher Knud Rasmussen vor knapp 100 Jahren zu Papier brachte.

„Die Darstellungen sind sehr derb-erotisch“, verrät Fritjof Strauß und lädt zum Besuch der Ausstellung ins St. Spiritus. Eine andere Schau zeigt das Koeppenhaus, auf die sich Fans der Astrid Lindgren-Kinderbücher freuen dürfen. Petra Hase

OZ

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