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Usedom Greifswalder Zahnklinik in der Kritik
Vorpommern Usedom Greifswalder Zahnklinik in der Kritik
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00:00 20.12.2016
Greifswald

Frustrierte Mitarbeiter, Führungskräfte, die wegen des schlechten Betriebsklimas das Unternehmen verlassen, Patienten, die sich nicht gut behandelt fühlen: Der Ruf der Universitätsmedizin Greifswald ist beschädigt.

Christian Arndt aus Wolgast ist richtig sauer. „Hier werden nicht nur Patienten vor den Kopf gestoßen, sondern auch niedergelassene Mediziner“, sagt er. Er habe mit seiner dreijährigen Tochter gerade eine Odyssee in der Zahnklinik hinter sich. Das Kind leide an krankhaft kariösen Backenzähnen. Die sollten, da sie Dauerschmerzen verursachen, unter Vollnarkose entfernt werden. „Die Zahnklinik warb extra mit dieser Methode“, so Arndt. Sein Wolgaster Zahnarzt überwies Vater und Kind – vergeblich, gleich zweimal lehnte die Klinik den Eingriff ab, weil die Kleine nicht richtig mitmache und man es erst mal mit Putzen versuchen sollte . . . „Das war unverschämt. Ich gehe doch in eine Uniklinik, weil es ein komplizierter Fall ist“, schimpft er. Am Freitag wurde seine Tochter nun bei einem niedergelassenen Zahnarzt in Greifswald operiert. Die Klinikleitung spricht von einem Imageschaden, der wieder gutgemacht werden müsse. Arndt winkt ab. Es sei kein Wunder, dass im Klinikum schlecht gelaunte Mitarbeiter rumliefen. Man höre nur noch das Wort „Sparen“. „Gespart werden muss, aber mit Augenmaß“, sagt Jutta Hietkamp vom Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder und der Krebsforschung im Kindesalter Greifswald. Sie beklagt, dass gerade im Eltern-Kind-Zentrum an vielen Stellen der Rotstift angesetzt werde. „Wohin das führt, wenn man immer bei den Kindern spart, hat Wolgast gezeigt. Die dortige Bürgerinitiative hat sich nicht unterkriegen lassen“, betont sie. Wenn es mit den Streichungen in der Kinder- und Jugendmedizin weitergehe, könne es wie in Wolgast werden, heißt es vom Förderverein der Neuropädriatrie (Nervenerkrankungen bei Kindern).

Der Vorstand der Unimedizin versichert, dass in der Kinderheilkunde genügend Betten zur Verfügung stehen werden. „Wir halten sie je nach Patientenaufkommen flexibel. Nach Verlagerung der Stationskapazitäten stehen für Kinder mindestens 67 Betten zur Verfügung“, erklärt der Ärztliche Vorstand, Dr. Thorsten Wygold. Dann könnten auch die Richtwerte des Landeskrankenhausplanes – in der Kinderheilkunde und Kinderchirurgie sind das 75 Prozent – erreicht werden. „Wir streben eine Auslastung von mindestens 85Prozent an. Das lässt ausreichend Kapazitäten in Spitzenzeiten“, so Wygold.

„Warum erklärt uns der Vorstand das nicht?“, fragt sich nun Hietkamp.

Über Kommunikationsprobleme klagt auch Alida Kühne aus Bad Sülze, die in der onkologischen Tagesklinik behandelt wird. Durch die Schließung eines Blutlabors fürchtet sie längere Wartezeiten auf Blutwerte. Die Patienten seien nicht informiert worden. Prof. Max Baur als Vorstandsvorsitzender der Unimedizin und der kaufmännische Vorstand Marie le Claire versichern, dass weiterhin schnell Ergebnisse vorliegen werden. „Wir nutzen Technik und Labore jetzt klinikübergreifend“, erläutern sie.

Baur spricht angesichts der Vorwürfe von notwendiger Verbesserung der Kommunikation durch den Vorstand.

Cornelia Meerkatz

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