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Usedom Grenz-Campingplatz: Idee stößt auf Interesse und Vorbehalte
Vorpommern Usedom Grenz-Campingplatz: Idee stößt auf Interesse und Vorbehalte
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00:00 15.04.2016
Swinemünde

Die Gemeinden Heringsdorf und Swinemünde haben am Mittwochabend einen Bewirtschaftungsplan der Grenzstreifengebiete vom ehemaligen Übergang an der Wojska-Polskiego-Straße bis zum Strand präsentiert. Das Treffen der Kommunalpolitiker und -verwaltungen fand im Hotel „Drei Inseln“ statt. Zum ersten Mal beteiligten sich daran Stadträte und Beamte beider Gemeinden. Die Idee für die Bewirtschaftung der Grenzgebiete entwickelte sich in Heringsdorf. Bürgermeister Lars Petersen argumentierte, dass es eine notwendige Investition für die Zukunft sei. „Dies ist ein besonderer Ort. Wir wollten, dass dort Einrichtungen für Jugendliche aus Polen und Deutschland entstehen. Es soll ein Bereich für junge Leute sein, ohne die Bewohner der Umgebung zu stören“, sagte er beim Treffen.

Das Konzept der Gemeinde Heringsdorf ist sehr ehrgeizig. Es geht dabei hauptsächlich darum, einen attraktiven Ort für junge Gäste zu schaffen, die künftig auf die Insel Usedom kommen werden. Daher wurden Bereiche abseits von bereits bestehenden Immobilien und Wohngebäuden gewählt. Die Investition soll an die grenzüberschreitende Promenade anknüpfen, die bei Touristen sehr beliebt ist und zeigt, dass solche Projekte notwendig sind. Profitieren soll die Tourismusbranche auf beiden Seiten. Das Projekt beinhaltet eine Verbindung der europäischen Promenade, der Straße von Ahlbeck bis zur Wojska-Polskiego-Straße; und dazwischen soll ein freier Raum entstehen. Eine interessante Idee ist, am Strand eine drehbare Konzertmuschel zu bauen, die unterschiedlichen Wetterbedingungen angepasst werden kann. Sie soll sowohl ein Ort für Konzerte sein, aber auch für wassersportliche Events. Und sie würde zudem eine charakteristische Visitenkarte für die Insel Usedom darstellen.

Ebenfalls interessant ist das Konzept, auf einem gemeinsamen Bereich einen neuen Campingplatz zu errichten. Die deutsche Seite schlägt vor, Zufahrtsstraßen für Touristen sowie Fußgängerwege, Nutzungseinrichtungen mit Cafés und Restaurants, Beach-Volleyballplätzen und Unterkünften zu bauen. Dabei betont Heringsdorf, dass das Projekt allerdings auch den Schutz der umliegenden Wälder beinhaltet. Der Präsident von Swinemünde, Janusz Zmurkiewicz, zeigte sich für das Vorhaben aufgeschlossen. „Das Thema ist sehr interessant, aber auch schwierig zu realisieren. Es gibt eine Chance, dass der Grenzstreifen, wo einst ein Stacheldraht war, uns verbinden wird“, sagte Zmurkiewicz.

Die Vorsitzende des Stadtrates, Joanna Agatowska, sieht das Vorhaben hingegen kritisch. Sie meint, dass die Bewirtschaftung des Grenzstreifens einen anderen Charakter haben sollte. Es könnte dort ein Geschichtsmuseum Usedoms und Swinemündes geben, ein Zentrum für internationale Begegnungen entstehen. Oder es könnten Werke von polnischen und deutschen Künstlern ausgestellt werden; außerdem sollten Freizeitbereiche, Souvenirläden und Cafés vorhanden sein. „Der Vorschlag der deutschen Seite hat meiner Ansicht nach eine belastende Funktion, aufgrund der nahgelegenen, polnischen Wohngebiete und des Kurviertels. Der gleichen Meinung sind auch anderen Stadträte, mit denen ich gesprochen habe“, fügte Joanna Agatowska gestern auf Nachfrage hinzu.

Von Radek Jagielski

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