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Usedom Großübung: Rettungseinsatz im lodernden Küstenwald
Vorpommern Usedom Großübung: Rettungseinsatz im lodernden Küstenwald
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00:11 17.04.2018
„„Eine solche Feuerwehrübung ist angesichts der besonderen Situation im Norden der Insel Usedom wichtig und notwendig.“Dr. Barbara Syrbe , Landrätin Vorpommern-Greifswald

Der Küstenwald im Norden der Insel Usedom ist zweifellos eine der landschaftlichen Attraktionen dieses Gebietes. Der überwiegend aus Kiefern bestehende Waldstreifen mit seinem Unterwuchs kann aber in trockenen Zeiten sehr schnell auch zu einer Gefahr werden. So sind die freiwilligen Brandschützer aus den fünf Feuerwehren des Amtes Usedom Nord gefordert, sich darauf einzustellen, bei Waldbränden in diesem besonders im Sommer beliebten Naherholungsgebiet schnell und umsichtig zu handeln. Deshalb müssen solche Lagen immer wieder geübt werden.

Über 100 Einsatzkräfte probten für den Ernstfall ihr Zusammenspiel im Inselnorden

Das war am Sonnabend der Fall, als in den frühen Vormittagsstunden die Alarmmelder die Kameradinnen und Kameraden der Wehren in Zinnowitz, Trassenheide, Bannemin, Karlshagen und Zinnowitz zum Einsatz riefen. Die angenommene Lage sah so aus, dass zwischen Karlshagen und Trassenheide, etwa in Höhe des Friesenhofes, mehrere kleine Brände im Unterholz entstanden waren. Kompliziert wurde die Situation durch zunehmenden Wind aus Südost, der Gefahr in zweierlei Hinsicht mit sich brachte: Er fachte die Kleinbrände zu einem Groß-Waldbrand an und trieb dessen Flammen noch dazu geradewegs in Richtung Campingplatz Karlshagen. Damit nicht genug, hatten die Erfinder dieser Lage noch eins draufgesetzt: Durch die starke Verqualmung im Brandgebiet hatten die Mädchen und Jungen zweier in diesem Bereich wandernder Kindergruppen und ihre Betreuer die Orientierung verloren und sich bereits über eine größere Fläche verstreut.

So galt es für die Einsatzleitung um Amtswehrführer Daniel Stübe, die zur Verfügung stehenden 56 Einsatzkräfte so zu verteilen, dass sie den Brand zumindest eindämmten und zugleich auf die Suche nach den Kindern gingen. Letzteres erwies sich angesichts des starken Rauches und der Flammen als äußerst schwierig – es musste Hilfe her. Diese kam denn auch mit der Rettungshundestaffel des DRK; die Kinder konnten durch sie und zu ihrer Unterstützung abgestellte Feuerwehrleute gefunden und sicher aus dem Wald gebracht werden. Und auch das Feuer war bald unter Kontrolle.

Während sich alles das im Wald abspielte, hatte im Karlshagener Gerätehaus eine Gruppe der Technischen Einsatzleitung (TEL) des Landkreises unter Leitung des Karlshagener Wehrführers Wolfgang Hümer die Arbeit aufgenommen. Sie übernahm vor allem Koordinierungs- und Unterstützungsaufgaben, wie es bei solchen Groß- Schadensereignissen vorgesehen ist. Neben erfahrenen Brand- und Katastrophenschützern gehörten ihr Vertreter der Landespolizei, der Forstverwaltung, des Technischen Hilfswerkes, des DRK, der Feuerwehrtechnischen Zentrale Gützkow, der Usedomer Bäderbahn und der Notfallseelsorge an, um das Zusammenwirken aller dieser Institutionen zu trainieren. Nicht zu vergessen der Versorgungszug des Landkreises, der aufgefahren war, um die mehr als 100 Mitwirkenden an der Übung, unter ihnen auch 18 Kinder und Jugendliche der Karlshagener Jugendwehr, zu verpflegen.

Landrätin Dr. Barbara Syrbe, die sich im Gerätehaus und bei den Kräften vor Ort ein Bild vom Übungsablauf machte, lobte die hohe Einsatzbereitschaft aller Beteiligten und zeigte sich zuversichtlich, dass die aufgetretenen Mängel gründlich ausgewertet werden und bei künftigen Einsätzen nicht mehr auftreten. So gab es durch Probleme in der Kommunikation zwischen TEL und Einsatzgruppen einige Verzögerungen zum Beispiel bei der Heranführung weiterer Unterstützungskräfte.

Dietrich Butenschön

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