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Gut fürs Herz: Laufen, Lieben, Lernen

Kölpinsee Gut fürs Herz: Laufen, Lieben, Lernen

150 Mediziner diskutierten in der Kölpinseer „Seerose“ neue Therapien bei Krebs und Herzerkrankungen

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Blick in den Saal der Kölpinseer „Seerose“.

Quelle: Fotos: Anette Pröber

Kölpinsee. Mehr als 150 Mediziner aus dem Nordosten kamen am Freitagnachmittag zu den 11. Usedomer Ärztetagen ins Kölpinseer Strandhotel „Seerose“, um sich zwei Tage lang über neueste Behandlungsmethoden und wissenschaftliche Entwicklungen zu informieren und auszutauschen. Das Spektrum der Themen war groß: Es reichte von neuen Therapien in der Onkologie, der Herzmedizin bis hin zur Behandlung von Augenerkrankungen. Südamtsvorsteher Karl-Heinz Schröder (CDU) nutzte die Eröffnung, um vor den Medizinern der Region für den Erhalt der Kinderstation am Wolgaster Krankenhaus zu werben, die zum 1. Februar 2016 geschlossen wurde.

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150 Mediziner diskutierten in der Kölpinseer „Seerose“ neue Therapien bei Krebs und Herzerkrankungen

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Wir wollen die Tradition der Usedomer Ärztetage weiter pflegen.“Prof. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor

Mit dem Älterwerden und neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung beschäftigte sich Prof. Dr. Martin Korte von der TU Braunschweig. Er machte deutlich, dass die vielfältigen digitalen Möglichkeiten die Gefahr bergen, dass der Mensch die Informationsflut nicht mehr verarbeiten kann. Zu viele Infos würden das Denken stören, so Korte. Multitasking, vor allem im Alter, schaffe Stressmomente. Der Wissenschaftler ging darauf ein, dass das Gehirn bereits ab dem 25. Lebensjahr des Menschen altere und das Arbeitsgedächtnis nachlasse. Um lange im Kopf jung zu bleiben, empfahl er: Lernen, Laufen, Lieben, Lachen. Alles, was gut für das Herz sei, sei auch gut für das Gehirn.

Der Stralsunder Tumorexperte Prof. Dr. Matthias Birth räumte mit Vorurteilen auf. Große Tumore müssten nicht grundsätzlich schwer zu operieren sein und Komplikationen nach sich ziehen. Birth plädierte dafür, Patienten über die technischen Möglichkeiten und Prognosen gut aufzuklären und ihnen zu sagen, dass es immer auch Hoffnung gibt, Lebenszeit zu gewinnen. Erst vor wenigen Monaten wurde im Helios Hanseklinikum in Stralsund eine völlig neue Behandlungsmethode bundesweit erstmalig angewandt. Mit einem so genannten „Nanoknife“ wird der Tumor, der an einer ungünstigen Stelle sitzt, mit Stromstößen zerstört. Der Ärztliche Direktor des Klinikums Karlsburg, Prof. Dr. Wolfgang Motz, stellte die Möglichkeiten zur Behandlung der chronischen Herzschwäche vor. Die Herzinsuffizienz bildet einen Behandlungsschwerpunkt im Klinikum, das sich als einziges Zentrum in M-V auf die Implantation von mechanischen Herzpumpen (LVAD-Systemen) spezialisiert hat und diese seit 2013 durchführt. Über die Zukunft der Herzmedizin referierte der Direktor der Herzchirurgie am Klinikum Karlsburg, Prof. Dr. Hans-Georg Wollert. Er kennzeichnete die Herzchirurgie als „Alterschirurgie“. Bereits 2015 waren 53 Prozent aller Herzpatienten in Karlsburg über 70 Jahre alt, 14,8 Prozent sogar älter als 80 Jahre. Dieser Trend werde sich verstetigen und die Arbeitsweise verändern.

Der Heringsdorfer Nervenarzt Dr. Jörg Stein überweist Patienten mit Gefäßerkrankungen nach Karlsburg und ist mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Die Ärztetage schätzt er, weil er Kontakte pflege, aber auch das medizinische Allgemeinwissen, das für den Kassenärztlichen Notdienst wichtig ist, auffrischen könne. Petra Bierwerth, Hals-Nasen-Ohren-Ärztin aus Anklam, hat sämtliche Ärztetage besucht, um mit Kollegen ins Gespräch zu kommen und den Horizont zu erweitern. „Die positive Resonanz gibt uns Recht. Diese Gesprächsplattform zwischen den Kollegen ist wichtig“, meinte Prof. Dr.

Siegfried Krabbe. Der Wolgaster Internist, der heute am MVZ Oldenburg arbeitet, hatte die Usedomer Ärztetage einst ins Leben gerufen. Er freute sich, dass die größte regionale Fortbildungsveranstaltung 2016 fortgeführt werden konnte. In diesem Jahr hatte erstmals das Klinikum Karlsburg die Organisation übernommen. Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Wolfgang Motz versprach, die Tradition der Usedomer Ärztetage weiter zu pflegen.

2017 soll es das 12. Treffen geben.

OZ

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