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Usedom Gut gewickelt: Rouladen sind der Renner
Vorpommern Usedom Gut gewickelt: Rouladen sind der Renner
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00:01 31.01.2018
Usedom

Es gibt Rouladen traditionell mit Speck und Gurke, mit Mohrrübe oder Olive, es gibt sie aus Rind-, Puten,- oder Schweinefleisch, umhüllt von Weißkohl, Wirsing,- oder Rotkohl – und würde sie jemand mit einer Bananenfüllung ordern, würde die Firma Menüko sicherlich auch das hinkriegen. Daran lässt Geschäftsführer Eckhard Lüneburg (59) keinen Zweifel.

Usedomer Firma Menüko hat 2017 rund 2,6 Millionen Fleischrollen produziert / Bester Kunde: Netto

Der Kunde ist König, heißt es bei dem Unternehmen aus der Stadt Usedom. „Der Nachteil: Weil die Lieferwünsche so unterschiedlich sind, können wir nichts vorproduzieren. So kommt es vor, dass wir an einem Tag fünf unterschiedliche Rouladensorten wickeln“, erklärt Lüneburg, dessen Leben seit 25 Jahren mit Menüko verbunden ist. Und wenn ein Termin drängt, steht die gesamte Belegschaft auch samstags auf der Matte, wie gerade geschehen, berichtet der Greifswalder und betont, dass das möglichst die Ausnahme bleiben soll. „Die Mitarbeiter haben alle Familien und wenn sie fünf Tage angestrengt gearbeitet haben, brauchen sie das Wochenende zum Ausruhen. Unsere Schicht beginnt schon um 5 Uhr und für einige Mitarbeiter sogar noch zeitiger.“

Im vergangenen Jahr waren es geschätzt 2,6 Millionen Fleischrollen, die übers Band geschickt wurden. Zum Glück hat Menüko keine Personalnot mehr wie in manchen Jahren zuvor. „Wir kriegen jede Woche neue Bewerbungen rein. Nicht etwa aus Deutschland, sondern aus Polen, wo der Mindestlohn nach meinen Recherchen unter vier Euro liegt. Von unseren 26 Mitarbeitern sind bereits zehn aus unserem Nachbarland. Ich bin sehr zufrieden damit und die Frauen mit unserem mehr als doppelt so hohen Mindestlohn ebenfalls“, sagt Lüneburg, der hierzulande jahrelang vergeblich um Arbeitskräfte geworben hatte.

Erklärter Lieblingskunde von Menüko ist noch immer der Discounter Netto mit Sitz in Stavenhagen, dessen Markenzeichen ein schwarzer Scottish Terrier ist. Hier ist die regionale Herkunft an der Verpackung erkennbar, auf der die Ahlbecker Seebrücke abgebildet ist. Die anderen Großkunden wie Penny, Norma und Edeka führen hingegen eigene Markennamen. Wer indes genau hinschaut, findet kleingedruckt auch das eingetragene Warenzeichen der Usedomer Produzenten: den eingekreisten Pinguin und die Aufschrift „Menüko Insel Usedom GmbH“.

Seit einigen Jahren haben die Usedomer auch Großkunden in Österreich. Ein besonders dankbarer Abnehmer ist seit Jahren die Wolgaster Tafel. „Hierhin liefern wir regelmäßig unsere Rückstellmuster. Das sind Proben, die wir laut Vorschrift von jeder Produktion zurückhalten müssen. Das sind etwa 200 Packungen im Monat.“

Seit zwei Jahrzehnten in Usedom

Im August werden es 20 Jahre sein, die der Gefrierkosthersteller in der Stadt Usedom produziert. Rechnet man die Jahre als Volkseigener Betrieb (VEB) hinzu, gibt es Menüko schon ein halbes Jahrhundert. Nachdem der in Heringsdorf ansässige Menü- und Gefrierkostbetrieb im Dezember 1996 Insolvenz anmelden musste, ist Menüko am 1. Januar 1997 als GmbH wieder auferstanden.

1998 konnte im Gewerbegebiet der Stadt Usedom eine neue Produktionstätte bezogen werden, die allen in der Europäischen Union geltenden Normen entspricht. „Die Einhaltung all dieser Vorschriften wird jährlich von einem Auditor kontrolliert, der zwei Tage lang praktisch in jeden Winkel guckt und alle Papiere unter die Lupe nimmt“, sagt der Menüko-Chef. Und: „Ich habe überhaupt nichts dagegen. Dann sind wir auf der sicheren Seite.“

Ingrid Nadler

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