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Usedom Gute Nachricht zu Krankenhaus löst Freude und Skepsis aus
Vorpommern Usedom Gute Nachricht zu Krankenhaus löst Freude und Skepsis aus
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00:00 07.11.2016

Der Bericht „Land gibt nach: Wolgaster Klinik bekommt Stationen zurück“ in der Wochenendausgabe der OSTSEE- ZEITUNG hat in der Region einerseits für große Freude gesorgt, andererseits aber auch Skepsis ausgelöst. Nach vielen vergeblichen Demonstrationen, unzähligen Mahnwachen, Unterschriftensammlungen, Postkartenaktion und Podiumsgesprächen zur Wiedereröffnung der Kinder- und Frauenmedizin am Kreiskrankenhaus Wolgast fiel es den Beteiligten schwer zu glauben, dass die Landesregierung doch noch einlenken könnte.

Dass das Vertrauen in die schwarz-rote Schweriner Koalition zerrüttet ist, zeigt sich in den Reaktionen auf die Mitteilung, die für alle völlig überraschend kam. „Wenn die Meldung stimmt, dann Hut ab vor dem Willen zur Umkehr“, sagte zum Beispiel Karl-Heinz Schröder (CDU), Vorsteher des Amtes Usedom Süd. „Dann wurde endlich erkannt, dass das Krankenhaus mit allen seinen Stationen notwendig ist. Was nicht dazu passt, ist die Mitteilung über die Schließung des Kliniklabors zum Jahresende.“ Christian Höhn, Vorsteher des Amtes Usedom Nord, rät gleichsam zur Zurückhaltung: „Wenn die Meldung richtig ist, würde ich das sehr begrüßen. Aber ich bin skeptisch, weil aus Schwerin bisher keine offizielle Bestätigung vorliegt“, so der Karlshagener.

Für Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (CDU) ist klar, dass die Landesregierung nun reagieren muss. „Ich finde es klasse, dass die Politik erstmals auf den Bürgerwillen gehört hat, und hoffe, dass dies auch umgesetzt wird. Wenn es um die soziale Absicherung geht, darf die Wirtschaftlichkeit nicht im Vordergrund stehen. Dies trifft auf Kitas und Schulen ebenso zu, wie auf ein Krankenhaus“, erklärte er. „Dort zu sparen, ist Sparen am falschen Ende.“

Auch in den Reihen der Bürgerinitiative (BI) wird vor zu viel Optimismus gewarnt. „Ich bin überrascht und muss die Nachricht erst einmal verinnerlichen“, bekannte BI-Mitglied Dr. Brigitte Knappik.

„Es gibt viel zu tun, um die Abteilungen wieder aufzubauen. Da müssen wir uns als Bürgerinitiative weiter einbringen.“ Nun seien die nächsten Termine in den Blick zu nehmen. Am Dienstag treffe sich zunächst der BI-Vorstand mit Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD). BI-Mitglied Harald Heß aus Wolgast setzt gleichsam auf Taten: „Ich freue mich über die Nachricht sehr, aber bin skeptisch und glaube das erst, wenn es wirklich konkret los geht und die Abteilungen wiederbelebt werden.“

„Sie haben gemerkt, dass der Druck nicht nachlässt, dass sie mit uns rechnen müssen und man uns nicht übergehen kann“, ist sich BI-Mitglied Annemarie Klingner mit Blick auf die Landesregierung sicher. „Und sie fürchten die nächste Wahl und dass sie noch weiter zu AfD hin rutscht.“ Was die Mölschowerin irritiert, ist die Meldung, wonach die private Klinikgruppe Ameos als Betreiber der Stationen im Gespräch sei, zumal diese ihre Angestellten nicht gemäß dem TVöD entlohnt. Der Wolgaster Lars Bergemann (Die Linke) hat mit dieser Mitteilung ebenfalls Probleme: „Ameos hat schon einmal die Kinderstation in Anklam wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen.“

Überdies übte sich die Unimedizin Greifswald am Wochenende in Zurückhaltung: „Wir sind von der Meldung überrascht worden“, teilte Pressesprecher Christopher Kramp mit. „Wir können derzeit inhaltlich nichts dazu sagen. Alle Entwicklungen müssen mit uns als Träger abgestimmt werden, darum gehen wir davon aus, dass Gespräche aufgenommen werden.“

Tom Schröter

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