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Usedom Häuser sollen barrierefrei werden
Vorpommern Usedom Häuser sollen barrierefrei werden
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00:01 30.11.2017
Land und Kreis müssen miteinander reden. Jan Koplin Geschäftsführer WoWi in Wolgast
Ahlbeck

Wer auf die Insel Usedom zieht und eine passende Wohnung sucht, hat es manchmal nicht leicht. Entweder ist sie zu teuer, zu klein oder zu weit weg von der eigentlichen Arbeit. Viele Arbeitnehmer ziehen deshalb auf das Festland, um den hohen Mieten aus dem Weg zu gehen. Damit das Wohnen wieder attraktiver wird, trafen sich in dieser Woche Geschäftsführer hiesiger und umliegender Wohnungs-Unternehmen, um über die Problematik zu reden. Als Gast hatten sich die Akteure den Landtagsabgeordneten Rainer Albrecht (SPD) aus Rostock eingeladen. Moderiert wurde der Nachmittag von Norbert Raulin, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Kreistag und Geschäftsführer der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft.

Wohnungsverwalter sprechen über sozialen Wohnungsbau auf Usedom und im Umland

Rainer Albrecht übermittelte die Nachricht, dass in den kommenden Jahren mehr als 100 Millionen Euro durch die Landesregierung in den sozialen Wohnungsbau gesteckt werden sollen. Rund 20 Millionen Euro bereits im kommenden Jahr, 2019 ähnlich viel Geld. „Ich plädiere dafür, mehr Mischgebiete zu erzeugen, um der ,Ghettoisierung’ vorzubeugen. Das heißt, dass ein Drittel der Wohnungen an Bezieher von Arbeitslosengeld II gehen sollte, das andere Drittel an Normalverdiener und das letzte Drittel dem freien Markt überlassen werden sollte. Heißt, dass die erstgenannten Wohnungen mit 5,50 Euro subventioniert werden“, erklärte er. Dagegen sprach sich Mike Speck, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Kaiserbäder, aus. „Wir müssen versuchen, eine gewisse Wirtschaftlichkeit bei der Vermietung herzustellen. Bei 5,50 Euro pro Quadratmeter kommt bei uns eine Null heraus. Aber so kommen wir nicht weiter“, erklärte er. Albrecht stellte in Aussicht, dass Regionen mit touristischem Schwerpunkt gefördert werden könnten. „Dazu zählt auch Usedom. Wie schwer es ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden, weiß jeder“, so Albrecht.

„Wir sollten stärker das Subjekt als das Objekt fördern. Es bringt nichts, wenn man über Mietpreisbremsen und über Grenzen in der Förderung – zum Beispiel die Förderung von 5,50 Euro pro Quadratmeter – spricht. Wenn es aber auf der kreislichen Ebene nicht übereinkommt mit der Förderung des Schwachen – siehe die Richtlinie für die Kosten der Unterkunft – kommen wir nicht weiter. An der Stelle gibt es erhebliche Defizite“, erklärte Jan Koplin, Geschäftsführer der WoWi in Wolgast. „Die Landesregierung sagt, dass sie den sozialen Wohnungsbau fördert und begrenzt die Mieten mit 5,50 Euro, aber auf der anderen Seite sind die 5,50 Euro für den sozialschwachen immer noch zu hoch“, verdeutlichte er. In der Stadt Wolgast liegt die Höchstgrenze bei 45 Quadratmetern bei 5,12 Euro. „Wir müssen umdenken. Also sind die 5,50 Euro schon zu hoch. Es muss eine Kooperation zwischen dem Land und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald geben. Sie müssen sich abstimmen, wo die Mietgrenzen liegen, damit jeder sozialschwache Mieter integriert werden kann. Man soll nicht anhand des Gebäudes sehen, wer mehr oder weniger Geld hat“, betont er. Koplin plädiert für eine gesunde „Durchmischung“ der Mieter.

Auch barrierefreie Wohnungen standen auf der Tagesordnung. Der Generationswandel geht auch in der Stadt Wolgast voran, und dafür ist der Bau zu barrierefreien Wohnungen eine wichtige Voraussetzung für die nächsten Jahre. Gerade einmal 15 Prozent der Wohnungen entsprechen derzeit dem altersgerechten Standard. „Wir wollen im kommenden Jahr einen Neubau errichten, der ebenfalls barrierefrei ist.

Wir sollten zusehen, dass in den kommenden Jahren 40 Prozent der Wohnungen barrierefrei sind“, forderte er. Das entspricht auch der Bevölkerung, denn mehr als 40 Prozent sind älter als 65 Jahre. Mike Speck stellte in Aussicht, dass es in den Kaiserbädern schwierig ist, den sozialen Wohnungsbau zu betreiben.

Hannes Ewert

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