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Handfester Streit um Lustwall-Gestaltung

Wolgast Handfester Streit um Lustwall-Gestaltung

Beton statt Naturstein? / „Postel“-Geschäftsführer warnt vor einer mutwilligen Zerstörung von Kulturgut

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Die Böschung an der Straße Am Lustwall soll künftig, anstatt mit Natursteinen, mit Beton stabilisiert werden.

Quelle: Tom Schröter

Wolgast. Der Streit um die Gestaltung des Wolgaster Lustwalls im Zuge des aktuellen Neuausbaus der Straße dauert an. Die Fronten zwischen „Postel“-Geschäftsführer Martin Schröter und dem Sanierungsträger BauBeCon haben sich inzwischen sogar verhärtet. Wie berichtet, kritisierte der „Postel“-Chef, dass die Böschung entlang der Straße Am Lustwall künftig, anstatt mit beschlagenen Natursteinen, mit Palisaden beziehungsweise L-Schalen aus Beton abgefangen werden soll.

Ich behalte mir ausdrücklich vor, kurzfristig andere Behörden einzuschalten.“Martin Schröter,

„Postel“-Geschäftsführer

Indem im Rahmen der Bauarbeiten die alte, aus Findlingen bestehende Mauer entfernt wurde, sei ein Stück historische Bausubstanz aus der Altstadt verschwunden, erklärt Martin Schröter. Dies könne nicht im Sinne einer behutsamen Stadtsanierung und des Denkmalschutzes sein. Schröter wandte sich mit seiner Kritik schriftlich an den Sanierungsträger und erhielt auch eine Antwort, die OZ vorliegt.

Darin teilt ihm Projektleiterin Sylvia Tammert mit, dass für das Bauvorhaben am Lustwall während der Vorbereitung und Planung sowohl denkmalschutzrechtliche als auch bautechnische Belange berücksichtigt worden seien.

„Auf Grund der Lage der Straße unmittelbar angrenzend an die Wallböschung war es erforderlich, eine nachhaltige und statisch zulässige Lösung zur Abstützung des anstehenden Erdreichs des Walls vorzunehmen“, so Tammert. „Die Ausführung der Abstützung mit Betonelementen wurde als Planungs- und Abstimmungsergebnis sowohl im Rahmen der baufachlichen Prüfung als auch durch die Zustimmung des Ministeriums für Wirtschaft, Bau und Tourismus bestätigt.“ Den Anliegern sei im Oktober 2015 die Möglichkeit eingeräumt worden, sich über das Bauvorhaben zu informieren und Detailinformationen zu erfragen. Nun sei es „nicht möglich, alle subjektiven Belange als Anlass für Änderungen der bereits abgestimmten und bestätigten Ausführungsplanung einfließen zu lassen“.

Schröter widerspricht den Aussagen Tammerts. „Vorausgesetzte Bedingung wäre zwingend das generelle Informieren über das geplante Vorhaben und die bestehenden Möglichkeiten zur Erlangung von Information“, erklärt er. „Als unmittelbarer Anlieger wurden wir im Vorfeld in keiner Weise einbezogen, so dass es uns unmöglich war, eine weitere, unabhängige fachliche Expertise einzuholen. Ich sehe mich diesbezüglich einem intransparenten und bürgerunfreundlichen Verfahren ausgesetzt. Dies bin ich nicht bereit einfach hinzunehmen.“

Der Lustwall, so betont Martin Schröter, sei eine erhaltenswerte, historische, städtische Anlage, die mit denkmalpflegerischen Maßstäben behandelt werden müsse. Einer mutwilligen Zerstörung von Kulturgut will er nicht tatenlos zusehen. Stattdessen fordert er die BauBeCon auf, besonders im Bereich der leichten Böschung des Lustwall vom Platz der Jugend aus die Anlage mit den Findlingen aus dem historischen Bestand herzustellen zu lassen. „Um eine dramatische Einbuße des Stadtbildes an diesem stadtbildprägenden Bereich zu verhindern, fordere ich eine sofortige Planungsänderung und eine entsprechend geänderte Ausführung“, so der Geschäftsführer des „Postel“, der die Verantwortlichen warnt: „Ich behalte mir ausdrücklich vor, kurzfristig andere Behörden einzuschalten.“

Von Tom Schröter

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