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Handfester Streit um geplantes Güllelager

Lassan/Pulow Handfester Streit um geplantes Güllelager

Lassaner Bürgerinitiative weist auf Nachteile hin und will sich notfalls juristisch gegen das Vorhaben wehren

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Fürchten auch um den Erhalt beruflicher Existenzen im touristischen Bereich: Karl Valta (l.), Hans Mahler und Iris Schöne.

Quelle: Fotos: Tom Schröter

Lassan/Pulow. Im Streit um das geplante Rindergüllelager im Lassaner Winkel verhärten sich die Fronten weiter. Die Bürgerinitiative (BI), die das Vorhaben der Hohendorfer Peeneland Agrar GmbH verhindern will, hat eine weitere Unterschriftenaktion initiiert. „Diesmal geht es um das aktualisierte Vorhaben zum Bau des 6447 Kubikmeter fassenden Güllebehälters an der Kreuzung in Richtung Pulow und Klein Jasedow“, berichtet der Lassaner Hans Mahler. „Innerhalb von 14 Tagen haben sich schon fast 700 Personen in die ausgelegten Listen eingetragen.“

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Lassaner Bürgerinitiative weist auf Nachteile hin und will sich notfalls juristisch gegen das Vorhaben wehren

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Wir sind wild entschlos- sen, werden bis zur letzten Instanz gehen und uns juristi- schen Beistand holen, falls das Vorhaben genehmigt wird.“Karl Valta, Mitglied der Bürgerinitiative

Auch Karl Valta aus Klein Jasedow lässt keinen Zweifel daran, dass sich die BI, zu der 20 Aktive gehörten, hartnäckig gegen die Umsetzung der Baupläne wehren werde. „Es gab seit der der Wende bis heute im ländlichen Bereich des Lassaner Winkels etliche Neuansiedelungen von Menschen, die sich im produzierenden Gewerbe, in der biologischen Landwirtschaft und im Tourismus berufliche Existenzen aufgebaut haben“, sagt Valta. Diese seien durch das Güllelager, das lediglich einem Betrieb nütze, und die damit verbundenen Geruchsemissionen und steigenden Nitratbelastungen im Grundwasser als Folge des Ausbringens der Gülle auf den umliegenden Flächen gefährdet.

Die BI werde im Ringen gegen das Vorhaben nicht klein bei geben, so Valta: „Wir sind wild entschlossen, werden bis zur letzten Instanz gehen und uns juristischen Beistand holen, falls das Vorhaben genehmigt wird.“ Dabei verweist er auf den Flächennutzungsplan der früheren Gemeinde Pulow, in welchem unter anderem der besagte Kreuzungsbereich als Teil des touristischen Entwicklungsraumes ausgewiesen sei, also mit dem Bau eines Güllelagers in Konflikt stehe.

Peeneland-Geschäftsführer Philipp Kowolik erinnert daran, dass sich sein Betrieb die Sache nicht einfach gemacht und mehrere Standorte geprüft habe. „Den Behälter etwas abseits von der Pulower Kreuzung hinzusetzen und ihn mit einem Wall und Pflanzungen zu umgeben, damit er keinen stört, ist für alle der beste Kompromiss“, findet er. Zudem solle das an der Kreuzung vorhandene Fahrsilo zurückgebaut und an dessen Stelle ein Rastplatz für Rad- und Fußwanderer entstehen.

Auch Lassans Bürgermeister Fred Gransow und Stadtvertreter Johannes Heimrath bezeichnen diese Variante als einen Kompromiss; Heimrath spricht ergänzend von dem „mit viel Zähneknirschen einigermaßen tragbaren geringsten Übel“. Gransow verwahrt sich gegen den kursierenden Vorwurf der Bestechlichkeit. Die Behauptung, Peeneland finanziere im Gegenzug die Neupflasterung der Klein Jasedower Ortsdurchfahrt, entbehre jeder Grundlage. Auch 2015 durch die Stadt Wolgast erfolgte Gewerbesteuernachzahlungen an die Gemeinden Lassan, Zemitz und Buggenhagen hätten mit dem Güllelager nichts zu tun.

Die Mitglieder der BI laden am 10. September um 18 Uhr zu einer Bürgerversammlung zum Thema Güllelager in der Gaststätte des Campingplatzes Lassan ein. Die Stadt plant am 23. September eine Einwohnerversammlung.

Tom Schröter

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