Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Heimatverein küsst alte Schule wach
Vorpommern Usedom Heimatverein küsst alte Schule wach
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 10.10.2016
Die alte Schule ist heute der Heimathof

Am Samstag hat sich im „Rankwitzer Hof“ eine Gruppe Interessierter eingefunden, um zu erfahren, was mit der alten Schule im Dorf geplant ist. Der Heimatverein hatte zu diesem „Klöneck-Treff“ den Architekten Klaus Berge eingeladen. Der Fachmann meinte, dass das 1895 eröffnete Schulhaus geradezu ideal in das Profil des europäischen Fördermittelgebers Leaders passe (siehe Seite 12).

Gefördert würden speziell im ländlichen Raum touristische und kulturelle Vorhaben, Naturpflege und Maßnahmen zur Daseinsvorsorge. Der Plan, das Schulhaus in Rankwitz einer multifunktionalen Nutzung zuzuführen, werde daher im Land als beispielgebend hervorgehoben. Im Juni ging der Gemeinde ein Bewilligungsbescheid über 120 000 Euro zu. Seit September sind Elektriker, Heizungsbauer und Maurer am Werk. Ältere Einwohner haben mit Freude das wieder Sichtbar-Werden der Ziegelmauern registriert. „Ja, so hat unsere Schule früher ausgesehen“, sagt Gudrun Oberländer. „Wir hatten sogar Fensterläden!“

Wie Klaus Berge erklärt, werden alle Fenster erneuert und nach altem Vorbild durch abgerundete Oberlichter ersetzt. Im Inneren wurden bereits Trennwände entfernt, damit sich die Einwohner im einstigen großen Klassenzimmer zu den verschiedensten Anlässen treffen können. Im zweiten Abschnitt, für den der Förderantrag läuft, werden im Obergeschoss weitere Begegnungsräume eingerichtet.

„Die Räume, die natürlich zweckgebunden möbliert werden müssen, sollen museal dekoriert werden, damit wir im gesamten Haus die gleiche Stimmung hinbekommen“, sagt Marina Sundmacher vom Vorstand des Heimatvereins. Diese Akzentuierung war Jörn Dahms wichtig, der derzeit die Geschäfte des Bürgermeisters führt. „Wir können nicht das ganze Haus zum Museum machen. Das kriege ich im Gemeinderat nicht durch.“

Der Gedanke, später regelmäßige Dienstleistungen, wie Friseur, Kosmetik oder Arztsprechstunden anzubieten, musste verworfen werden. Die Förderrichtlinien gestatten keine kommerzielle Nutzung .

Wie zu vermuten ist, wird die Betreuung des Hauses und des Museums weiterhin von einer Handvoll Frauen und Männer des Heimatvereins geleistet werden müssen. Die, und das muss ausdrücklich betont werden, die alte Schule durch ihren ehrenamtlichen Einsatz erst bekannt gemacht haben. Deshalb haben sie sich am Samstag durch die indirekte Zurechtweisung des Vize-Bürgermeisters, mit dessen Hinweis auf die zwingend notwendige Mehrfachnutzung, ein weiteres Mal „ungerechterweise in die Ecke gestellt gefühlt.“

Aus der Geschichte von 1895 bis 1974

Die Schule in Rankwitz wurde 1895 eröffnet. Damit hatte der Lieper Winkel nach Warthe und Liepe eine dritte Unterrichtsstätte. Zur Eröffnung wechselten 74 Schüler von Liepe nach Rankwitz. In Liepe zählte man seinerzeit 190 Schüler. In der Schulgründungsverhandlung war zuvor die erhebliche Überlastung der Lieper Schule betont worden, „die der Ausbildung der Kinder kaum noch zu genügen vermag.

Insbesondere aber müssen wir anerkennen, daß für unsere Kinder der weite Weg nach Liepe in hohem Grade beschwerlich und unzuträglich ist, daß er namentlich im Winter die Kinder an ihrer Gesundheit zu schädigen und ihre schulgemäße Ausbildung zu verhindern geeignet ist“ (aus dem Protokoll).

1973 sind die letzten Kinder in Rankwitz eingeschult worden. Ein Jahr später wurde die Schule geschlossen. ina

Ingrid Nadler

Nicht nur Reisende aus südlichen Gefilden zog es in die nördlichen Weiten Schwedens, auch in Skandinavien selbst war das Land ein Sehnsuchtsort: Die weißen Nächte, ...

10.10.2016

Christopher 47 flog schwerverletzten Kradfahrer ins Greifswalder Klinikum

10.10.2016

Die Besten von morgen: Svenja Schmidt-Rüdt und Julius Schepansky gewinnen Achterkerke-Musikpreise

10.10.2016
Anzeige