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Heringsdorf: Bäume gefährden Verkehr

Heringsdorf Heringsdorf: Bäume gefährden Verkehr

Verwaltung lässt fünf Robinien fällen. Gemeindevertreter befürchten Kahlschlag an der Störtebekerschlucht.

Heringsdorf. Das Amt warnt: Bäume nahe der Heringsdorfer Störtebekerschlucht gefährden den Verkehr. „Eine Fachfirma hat uns bestätigt, dass diese Bäume bereits geschädigt sind“, sagt Katja Aehnlich vom Umweltamt der Gemeinde. Durch die Hanglage neigen sich die Robinien auffällig zur Straße. „Viele sind von Efeu befallen, dadurch tragen sie eine weitere Last.

Wachstumsspuren machen das deutlich: „Die Bäume haben zwar hartes Holz. Sie reagieren aber auf die Last, indem sie einen dickeren Stamm bilden und Äste abstoßen“, erklärte sie beim Umweltausschuss am Mittwoch.

Heißt: Einige der Bäume sollen gefällt werden. Fünf sind schon markiert. Die Gemeindevertreter befürchten mit dem Vorhaben eine Lizenz für weitere Fällungen. „Wenn die Pflanzen nass sind und den Schnee tragen können, halte ich die Schätzungen für zu weit hergeholt“, sagt Harald Heinz, der den Umweltaussschuss leitet. Man solle zunächst den Efeu entfernen lassen.

„Nur weil sie es jetzt überstehen, heißt das nicht, dass sie es auch in Zukunft tun“, meint Katja Aehnlich. Die Rinde der Bäume sei sehr zerklüftet, so dass das wenig Sinn mache. „Die Bäume haben keinen großen Wert mehr.“ Nach den Begutachtungen hätte der Efeu noch den meisten. Brigitte Will aus Ahlbeck pflichtet ihr bei: „Wenn starker Wind über den Hang zieht, hatten wir schon Äste auf der Straße“, berichtet sie.

Die Verwaltung ist verantwortlich, wenn es um die Verkehrssicherheit geht. „Ich halte den Kopf nicht dafür hin, wenn dort etwas passiert“, meint der Leiter des Bauamtes, Andreas Hartwig. „Das Risiko können wir nicht tragen.“ Die Säge solle ja nicht gleich bei allen Pflanzen angesetzt werden.

Es geht nicht nur um den Hang am Bahnhof. Die gesamte Waldfläche in der Störtebekerschlucht soll langfristig in ihrem Bestand umgewandelt werden. Aus diesem Grund schlägt die Verwaltung vor, in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Revierförster Sven Prabel, ein Konzept zu erarbeiten, was dort in Zukunft passieren soll. Im Vordergrund soll die Verkehrssicherheit stehen.

Der Plan soll bis Herbst 2013 vorliegen. Ein erster Vorschlag kam bei der Ausschusssitzung bereits von dem Heringsdorfer Heinrich Karstaedt: „Die Störtebekerschlucht ist geschichtlich relevant für den Ort. Das sollten wir für den Tourismus berücksichtigen. Vielleicht könnte ein Schild erklären, wie die Schlucht ihren Namen bekam. Leider ist sie zugeschüttet worden, aber man muss ja auch weiter denken.“

Nach der Saison wollen sich die Vertreter die Gegebenheiten noch einmal ansehen „und dann weiter darüber befinden“, sagte Ausschussleiter Heinz.

Irene Burow

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