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Heringsdorf und Greifswald sind Hochburgen der Diebe

Zinnowitz/Greifswald Heringsdorf und Greifswald sind Hochburgen der Diebe

Insgesamt wurden im Vorjahr im Kreis über 16 000 Straftaten angezeigt

Zinnowitz/Greifswald. Die Kriminalität im Landkreis Vorpommern-Greifswald bleibt hoch: Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 16 369 Straftaten, das sind lediglich 34 weniger als im Jahr 2015. Polizeisprecher Axel Falkenberg sieht es dennoch positiv. „Seit 2013 gehen die Straftaten zwar in kleinen Schritten, aber kontinuierlich zurück. Damals waren es noch 18003 gezählte Fälle“, macht er deutlich. Positiv sei, dass der Kreis mit 6867 Straftaten pro 100000 Einwohner unter dem Landesdurchschnitt liege. Nicht zufriedenstellend sei die Aufklärungsquote, die von 55,7 (9130 Fälle im Jahr 2015) auf 54,7 Prozent (8959 Fälle im Jahr 2016) fiel.

Hochburgen für Diebstähle und Einbrüche sind neben der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf die Städte Greifswakd, Anklam und Pasewalk. Während in Greifswald 5010 Straftaten (2015: 4812) registriert wurden, kam es in den Kaiserbädern zu 1194 Anzeigen (2015: 1170). Mit Blick auf die tatsächliche Einwohnerzahl von Heringsdorf (keine Urlauber mitgerechnet) fällt die Belastung dort mit 13508 sogar gegenüber dem Landesdurchschnitt fast doppelt so hoch aus.

Diebstahlsdelikte stellen die größte Gruppe der Straftaten dar. 6699 Anzeigen nahm die Polizei dazu im Vorjahr auf. Laut Falkenberg sind das 403 Fälle weniger als im Jahr 2015. Schwerpunkte waren Wohnungseinbrüche, Fahrrad- und Fahrzeugdiebstähle (Autos, Motorräder und Mopeds inklusive unbefugter Benutzung). In 254 Wohnungen wurde eingebrochen, davon allein 55 Mal auf der Insel Usedom und 36 Mal in Greifswald. Leider können viele Einbrüche nicht aufgeklärt werden. Mit einer Quote von 40,6 Prozent liegt Vorpommern-Greifswald deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Gleiches gilt für Fahrraddiebstähle. Von den 1573 gestohlenen Bikes, davon 738 in Greifswald und 498 auf Usedom, können nur die wenigsten den rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden. Ähnlich sieht es bei den 225 gestohlenen Fahrzeugen, davon 71 in der Hansestadt und 32 auf Usedom, aus. „Ein Dankeschön gilt deshalb Zeugen, die mit ihren Hinweisen und der damit an den Tag gelegten Zivilcourage zur Aufklärung von Straftaten beitragen“, lobt Polizeidirektor Gunnar Mächler, Leiter der Polizeiinspektion Anklam.

Gestiegen sind 2016 sogenannte Straftaten gegen das Leben (neun Fälle). Dazu gehören Mord, versuchter Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung (ohne Verkehrsunfälle). Auch bei sexuellem Missbrauch, Vergewaltigung und sexueller Nötigung wurden deutlich mehr Fälle (171) erfasst. Gestiegen ist auch die Zahl von Straftaten wie Raub, Körperverletzung und räuberische Erpressung (2308 Fälle). Dass dennoch die Zahl der Straftaten insgesamt gesunken sei, ist laut Falkenberg der verstärkten Polizeipräsenz und Kontrolle durch die Landesbereitschaftspolizei und den aus Landespolizei, Bundespolizei und Zoll bestehenden gemeinsamen Diensteinheiten an der Grenze zu Polen zu verdanken.

Zu den Straftaten im Landkreis ermittelte die Polizei im Vorjahr 6298 Tatverdächtige. Knapp 5000 davon waren Erwachsene. 514 mutmaßliche Täter waren 18 bis 21 Jahre alt, rund 600 im Jugendlichenalter. Und 259 waren sogar noch Kinder. Durch diese Altersgruppen wurden vorwiegend Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Diebstähle begangen.

Deutlich erhöht hat sich der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen auf 1046 Personen. Der Anteil der polnischen Staatsangehörigen ist dabei ganz leicht rückläufig. Von den Zuwanderern aus Nicht-EU-Ländern wurden 468 als Tatverdächtige ermittelt. 162 von ihnen werden verdächtigt, Straftaten gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz begangen zu haben. Zehn Personen sollen Sexualstraftaten begangen und 112 gestohlen haben.

Cornelia Meerkatz

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