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Heringsdorfer fesselt seine Zuhörer

Bansin Heringsdorfer fesselt seine Zuhörer

Platt- und hochdeutsche Texte von Wolfgang Quanter im Bansiner Hans-Werner-Richter-Haus

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Monika und Karl Heinz Krüger mit Wolfgang Quanter (Mitte) nach der Lesung im Bansiner Literaturhaus. FOTO: GERT NITZSCHE

Bansin. Eine Lesung zur Einstimmung in den Advent, frei vorgetragen vom Heringsdorfer Wolfgang Quanter, gab es jetzt im gut gefüllten Saal des Hans-Werner-Richter-Hauses.

Der in Heringsdorf geborene Wolfgang Quanter (80) stellte kleine Geschichten und viele Reime des plattdeutschen Dichters Rudolf Tarnow und weitere Storys mit Herz, schelmischen Humor und einem erstaunlichen Gedächtnis vor.

Als ein Ureinwohner der Insel, hatte er über viele Jahre hinweg im Heringsdorfer Dienstleistungskombinat als Abteilungsleiter in der Polsterei und Dekoration gearbeitet. Die anwesende Bärbel Schmidt aus Ribnitz Damgarten kannte ihn, da sie unter seiner Anleitung die Berufsausbildung machte. Mit seiner Inge im nächsten Jahr 60 Jahre verheiratet, kam er im Jahre 2007 zur Vortragskunst. Als Mitglied des Segelclubs Zinnowitz, beauftragte ihn der damalige Vorstandschef Eckhard Ochotzki eine Rede zu halten. So entwickelte sich seine Liebe zur Vortragskunst. Dabei tritt er mehrmals im Jahr bei kleinen Lesungen auf und ist auch ständig mit der Ahlbecker Rehaklinik in Kontakt. Neben den dortigen Lesungen, fährt der begeisterte Segler mit den Patienten, auch zu kleinen Segeltouren von Neppermin hinaus auf das Achterwasser. „Ich bin ein offener, froher Mensch und möchte damit die Menschen gewinnen. Der heutige Abend war angesichts der schönen Atmosphäre mit fast 40 Gästen einfach wunderbar“, sagte er.

Er streifte auf plattdeutsch die Geschichte mit einem schiefen Globus für die Mecklenburger, die den Schulrat zu einem Himmeldonnerwetter veranlasste. Er erzählte von drei Kamelen, deren größtes natürlich der Vater war. Beim Verhör beleuchtete er, dass ein Straftäter nicht übers Fest in den Knast muss, zumal er der Frau des Bürgermeisters den schönsten der gestohlenen Weihnachtsbäume brachte. Er interpretierte die Nächstenliebe, streifte das Schenken mit Herz. Beim Besuch von Fritzchen mit Opa auf dem Weihnachtsmarkt hatte er die Lacher auf seiner Seite. Neben Weihnachtsgedichten nahm er das am Weihnachtsbaum angebrachte Sauerkraut (anstatt Lametta) ins Visier, das später wieder zum schmackhaften Nahrungsmittel zurück verwandelt wurde. Er drückte seine Wertschätzung für das nur vermeintlich schwache Geschlecht aus, das zumeist zu den Festtagen mit der Antreiberei die Männer schier zur Verzweiflung bringt. Und er endete mit der „Lorelei“ auf Platt. Wenn auch einige Gäste im Saal die Geschichten auf Plattdeutsch nicht komplett verstanden, der Sinn war immer eingängig.

Ein schöner, unterhaltsamer Abend, den die Gäste mit großem Beifall aufnahmen.

Gert Nitzsche

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