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Usedom Heringsdorfs grüne Lunge krankt
Vorpommern Usedom Heringsdorfs grüne Lunge krankt
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00:36 20.04.2018
Ein schönes Plätzchen im Herzen von Heringsdorf: Der Goethepark in der Nähe des Bahnhofs und der Promenade. FOTOS (3): HENRIK NITZSCHE
Heringsdorf

Schön, idyllisch, einzigartig – aber verkannt. Der Heringsdorfer Goethepark soll eine Verbindung zwischen Bahnhof, Ortskern und Strandpromenade sein. Hier sollen Einheimische und Gäste Erholung finden, flanieren, abschalten zwischen all dem Grün, während sich die Kinder an den Spielgeräten austoben. Soweit die Theorie.

Goethepark: Vor neun Jahren aufwendig saniert, verirrt sich kaum jemand hierher. Das soll sich ändern

Die Praxis sieht anders aus: Die Bänke im Park sind meist verwaist. Das größe Spielgerät, die Kletterkombination, befindet sich in einem jämmerlichen Zustand. Nichts los im Park, so hieß es jetzt im jüngsten Heringsdorfer Sozialausschuss.

Gemeindevertreter Arne Reyer war im Vorfeld der Sitzung durch die Kaiserbäder gefahren, um den Zustand aller Spielplätze in der Gemeinde zu dokumentieren. Die Anlage im Goethepark bekam schlechte Noten. „Der Park ist wenig frequentiert. Wir müssen hier einfach wieder mehr Leben hineinbringen“, meinte Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (CDU) und gab den Ball an den Ausschuss weiter.

„Sammelt doch mal Ideen, wie wir den Goethepark wieder attraktiver machen können, damit er auch von den Leuten angenommen wird“, so der Bürgermeister.

Die ersten Vorschläge kamen von ihm: zentraler großer Spielplatz mit einer Märchenstrecke, Imbissangebot – ein Coffe-Bike oder ein kleiner Kiosk –, eingezäunte Fläche, wo sich Hunde frei bewegen können. Geld war noch kein Thema.

Die letzte Investition in den Park liegt nicht mal zehn Jahre zurück. Im Oktober 2009 wurde der Goethepark, der bereits im 19. Jahrhundert in historischen Unterlagen erwähnt wird, feierlich eingeweiht. Rund eine halbe Million Euro flossen in die Infrastruktur des Parks: zwölf Bäume, 2300 Stauden, 4650 Frühjahrsblüher kamen in den Boden, 12 000 Quadratmeter Rasen wurde angelegt.

Spazierwege wurden ausgebaut, die Teichanlage modernisiert und neue Sitzbänke aufgestellt. Dazu kamen ein Kletterspielplatz und neue Fahrradständer.

So richtig geholfen hat es nicht, denn die meisten lassen den Park rechts und links liegen, wenn sie zwischen Bahnhof und Hotels in erster Reihe pendeln.

„Wenn ich mit meinen Kindern hierher komme, sind sie zumeist allein. Außerdem müsste die Spielkombination dringend erneuert werden“, meint Edyta, die in der Heringsdorfer Inselklinik „Haus Gothensee“

beschäftigt ist. Sie geht mit ihren Kindern Ania und Maja regelmäßig in den Park. „Andere nicht, deshalb müssen wir die Menschen wieder in den Park locken“, so Petersen.

Die Nähe zum geplanten Baumwipfelpfad nahe des Heringsdorfer Bahnhofs könnte allerdings ein Problem werden, merkte Ausschussmitglied Christian Lehmann an. „Im Park können alle Angebote kostenlos genutzt werden, im Baumwipfelpfad ist das nicht der Fall“, entgegnete Petersen, der sich im Goethepark auch mehr Veranstaltungen vorstellen könnte.

„Das muss man mit dem Eigenbetrieb besprechen“, so Ausschusschef Sven Brümmel. Möglich wären einige Auftritte im Rahmen des Kleinkunstfestivals. „Fangt einfach an, fragt in Schulen, Kitas und bei Tagesmüttern nach, welche Ideen oder Wünsche sie für den Park haben“, bat Petersen.

Christian Lehmann schlug vor, dass die Belebung des Goetheparks in allen Ausschüssen der Gemeindevertretung auf die Tagesordnung kommen sollte.

Henrik Nitzsche

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