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Herzschwäche: Mediziner wollen zusammenarbeiten

Karlsburg Herzschwäche: Mediziner wollen zusammenarbeiten

In Heringsdorf berieten 100 Ärzte und Wissenschaftler

Karlsburg. Herzspezialisten im Norden und Osten Deutschlands wollen enger zusammenarbeiten, um die Herzschwäche als weitverbreitete Erkrankung in einer alternden Gesellschaft besser behandeln zu können. Das ist das Ergebnis eines Treffens von 100 Medizinern und Wissenschaftlern im Steigenberger Hotel Heringsdorf.

„Die Herzschwäche gewinnt durch die demografische Entwicklung enorm an Bedeutung, besonders in unserer Region“, betonte Prof. Hans-Georg Wollert, Direktor der Karlsburger Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Er hatte mit seinem Team namhafte Mediziner aus ganz Deutschland zur Diskussion ins Kaiserbad eingeladen und will daraus eine Tradition werden lassen, um älteren Menschen in der Region künftig besser helfen zu können.

Unter einer Herzinsuffizienz, einer eingeschränkten Pumpleistung des Herzens, leiden in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen. Laut Statistik ist die Herzinsuffizienz bei Männern die vierthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Todesursache. Weltweit wächst die Zahl der Patienten, die unter einer Herzschwäche leiden, enorm, machte der Karlsburger Herzchirurg Dr. Lutz Hilker deutlich. „Die Tagung in Heringsdorf hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, die neuesten Entwicklungen zu kennen“, erklärte Dr. Christine Bahr, Internistin und Kardiologin aus Pasewalk, am Rande.

Sie arbeitet seit langem mit dem Klinikum Karlsburg zusammen.

Bei einer Herzinsuffizienz werden zunächst medikamentöse und Schrittmacher-Therapien angewandt. Sind diese ausgeschöpft, kommt für den Patienten die Herztransplantation oder die Implantation einer mechanischen Miniherzpumpe in Frage, die in die Spitze der linken Herzkammer eingesetzt wird und pro Minute rund fünf Liter Blut in den Kreislauf pumpt. Die Pumpe wird über eine Driveline, die aus dem Bauchraum herausgeführt wird, mit Energie aus Batterien versorgt.

Im Klinikum Karlsburg werden die Herzpumpen seit dem Frühjahr 2013 implantiert. Karlsburg ist das einzige Zentrum im Nordosten mit so einem Angebot für die Patienten. „Die mechanischen Pumpen haben sich wegen des eklatanten Mangels an Spenderorganen zu einer tragenden Säule der Herzinsuffizienz-Therapie entwickelt, sie sind eine sinnvolle Alternative“ betonte der Lutz Hilker. Er betreut gegenwärtig 18 Patienten in M-V.

OZ

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