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Hilfe für die Ärmsten auf dem langen Weg nach Syrien

Benz Hilfe für die Ärmsten auf dem langen Weg nach Syrien

Benzer Schüler halfen beim Beladen des Transporters Richtung Naher Osten / Kurdischstämmiger Notarzt aus Kachlin koordiniert die Solidaritätsaktion

Benz. Auf die Nachricht, dass ein Hilfstransport von Usedom aus nach Syrien aufbrechen wird, haben die Mädchen und Jungen der Evangelischen Schule in Benz lange gewartet. Sie hatten im vorigen Jahr an einem Spendenlauf teilgenommen und Akram Naasan, dem Vater einer Mitschülerin, danach einen Scheck über 3085 Euro übergeben. DIe OZ war dabei, als der kurdischstämmige Notarzt noch zuversichtlich war, den Transport mit Feldbetten, Kleidung und tonnenweise chirurgischen Instrumenten schnell auf die Reise nach Syrien schicken zu können.

Die Hilfsgüter sind für die Ärmsten der Armen gedacht, die in der Provinz Aleppo ausharren. Vor dem Bürgerkrieg lebten in dieser Region vor allem Kurden. In den vergangenen Jahren haben dann bis zu einer Million Flüchtlinge dort Zuflucht gefunden, darunter zahlreiche Christen.

Die Verzögerung hat Naasan selbst am meisten zu schaffen gemacht. Er hat Verwandte in der umkämpften Provinz. „Wir haben keinen Zugang zu der Region gehabt. Die Grenzübergänge sind stark umkämpft, Hilfsgüter werden so gut wie nie durchgelassen. Jetzt wird unser Transporter versuchen, über den Irak zu den Bedürftigen zu gelangen. In der Stadt Afrin ist ein Krankenhaus im Bau. Ein starkes Symbol der Hoffnung in die Zukunft", schildert der in Kachlin lebende Arzt. Wenn alles gutgeht, könnten die Hilfsgüter in etwa zehn Tagen im Nordwesten Syriens ankommen. Dann will Naasan vor Ort sein und die Übergabe koordinieren. Allein der Transport kostete 7500 Euro.

Die Hilfsgüter waren in den vergangenen Monaten in der früheren Usedomer Ambulanz sicher und trocken aufbewahrt. Hausbewohner haben regelmäßig nach dem Rechten gesehen. Die Sachen stammen aus Beständen der Bundeswehr, die Stiefel und derben Kleidungsstücke noch von der früheren Zivilverteidigung. Gestern sind sie durch Asylbewerber und eine eifrige Abordnung der Benzer Schule auf den Transporter geladen worden. Mit dabei auch die vielen Kleiderspenden, die in den zurückliegenden Wochen von der Bevölkerung gespendet worden sind. „In München wird noch ein voll beladener Rettungswagen dazugeladen“, sagt Akram Naasan, der den Verein „Internationale Nothilfe“ mitbegründet hat, der in über 30 Krisengebieten aktiv ist.

Der Kachliner ist der Stadt Usedom für die so lange Bereitstellung des Lagerraumes dankbar. Dass die Entscheidung darüber in der Stadtvertretung seinerzeit einstimmig gefallen war, ist ihm dabei nicht einerlei. Der Stadtvertreter Olaf Hagemann hat eine Erklärung dafür: „Wir wollten damit den in Syrien Verbliebenen, also denen, die kein Geld für die Flucht haben, helfen.“

Die Stadt wird die ehemalige Ambulanz früher oder später verkaufen, weil sie auf das Geld angewiesen ist. „Dann finden wir aber eine andere Lösung“, versichert Bürgermeister Jochen Storrer dem Kurden. Und Storrer bedankt sich bei der Gelegenheit bei Thomas Krause, der monatelang unentgeltlich die inzwischen geschlossene Kleiderkammer im Rathaus betreut hat. Die gespendeten Sachen sind nun auf dem Weg nach Syrien. Mögen sie sicher ankommen!

Ingrid Nadler

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