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Hilferuf in der Hochsaison: Der Gastronomie fehlt Personal

Zinnowitz Hilferuf in der Hochsaison: Der Gastronomie fehlt Personal

Zinnowitzer Unternehmer begrüßt jeden neuen Mitarbeiter mit 100 Euro / Usedom meldet offiziell 200 offene Stellen in der Branche / Dunkelziffer noch höher

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In der Gastronomie suchen die Arbeitgeber händeringend nach gutem Personal, der Bedarf im Service ist allenthalben groß.

Quelle: dpa

Zinnowitz. Er hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: Fisch-Gastronom Jörg Borchardt aus Zinnowitz schließt bis auf Weiteres jeden Dienstag sein Geschäft in der Neuen Strandstraße. Ihm fehlt in der Hauptsaison schlichtweg das Personal. Nun wandte er sich mit einem verzweifelten Hilferuf im sozialen Netzwerk Facebook an die Öffentlichkeit. Darin heißt es, dass er jeden neuen Mitarbeiter, der bei ihm zu arbeiten anfängt, mit 100 Euro „Begrüßungsgeld“ willkommen heißt. „Hoffentlich fruchtet die Idee“, sagt er. Obwohl der Facebook-Beitrag bislang 60 Mal geteilt wurde, hat sich nur ein einziger Bewerber gemeldet.

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Zinnowitzer Unternehmer begrüßt jeden neuen Mitarbeiter mit 100 Euro / Usedom meldet offiziell 200 offene Stellen in der Branche / Dunkelziffer noch höher

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Hotelverband

Mit etlichen Initiativen bemüht sich der noch junge Hotelverband der Insel darum, Fachkräfte möglichst zu halten sowie neue Mitstreiter, die gut qualifiziert und hoch motiviert sind, zu gewinnen. Dazu zählen nicht nur Partys für Mitarbeiter, sondern auch Unterkünfte und Qualifizierungen.

In der jetzigen Hochsaison fehlen im Hotel- und Gaststättengewerbe laut Bundesagentur für Arbeit im Bereich Usedom und Wolgast noch mehrere hundert Arbeitskräfte. Zuletzt waren rund 200 freie Stellen amtlich gemeldet. Doch die Dunkerziffer dürfte weit höher liegen. Die Zahl der Arbeitnehmer in der Branche liegt im Sommer jenseit der 6500-Marke. Doch der Bedarf ist damit noch nicht gedeckt.

Nicht nur Borchardt tut die Entscheidung weh, sondern auch seinen Kunden. „Für uns bedeutet die Schließung eines Tages am Ende des Monats einen fünfstelligen Umsatzverlust“, erklärt er. Mit der Zwangspause hat nicht nur er ein Problem, sondern auch seine Lieferanten. „Diese haben jetzt einen Tag in der Woche einen Abnehmer weniger. Auch die merken den Wegfall unseres Tages im Portmonee“, sagt Borchardt.

„Ich möchte meine fünf verbliebenen Mitarbeiter behalten. Dazu gehört auch, dass ich sie nicht jeden Tag arbeiten lassen kann. Jeder verdient eine Pause“, so der Arbeitgeber. Um personalfreundlich agieren zu können, braucht er zwei weitere Kollegen in seinem Geschäft.

Mit dem Problem steht Borchardt auf der Insel Usedom nicht allein da. „Ich könnte auf einen Schlag 20 Mitarbeiter einstellen – vorausgesetzt, sie haben die nötige Qualifizierung. Entweder als Koch, als Servicekraft oder an der Rezeption“, sagt Stefan Hilgers, operativer Leiter der Seetel-Gruppe in Ahlbeck, die 500 Mitarbeiter auf Usedom beschäftigt.

„Bewerbungen bekomme ich genug auf den Tisch, aber oft stimmen die Voraussetzungen leider nicht“, sagt Hilgers. Deshalb sucht er in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit nach Arbeitskräften. „Es gibt auch eine Kooperation mit europäischen Hotelfachschulen in Frankreich, den Niederlanden und Belgien. Oft gleichen wir das Defizit an Arbeitnehmern auch mit Kräften aus Polen, Mexiko, Frankreich und Syrien aus“, erklärt Hilgers.

Die Seetel-Gruppe beschäftige keine Saisonkräfte, betont er. „Wir versuchen, das Personal das ganze Jahr an uns zu binden. Sonst würden die Mitarbeiter in den Wintermonaten in Österreich oder der Schweiz in den Skigebieten arbeiten“, sagt er. Und dann haben viele Hoteliers das Problem, dass diese Kräfte womöglich woanders wieder eine Stelle aufnehmen.

Hannes Ewert und Steffen Adler

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