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Usedom Hochbegabt: Streit um Kündigung bei freier Schule
Vorpommern Usedom Hochbegabt: Streit um Kündigung bei freier Schule
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20:28 18.05.2018
In der Freien Schule in Zinnowitz werden derzeit knapp 350 Schüler von 41 Pädagogen unterrichtet. Quelle: Foto: Hni
Zinnowitz/Greifswald

Tauziehen um ein hochbegabtes Mädchen aus Zinnowitz: Alina Sophie Otte (10) soll ab Mitte August 2018 in die fünfte Klasse am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Greifswald eingeschult werden, um ihre Hochbegabung zu fördern. So wünschen es sich ihre Eltern Annett und Veit Otte. Dagegen spricht allerdings noch ein Vertrag mit der Freien Schule Zinnowitz.

Ich bin angehalten, Schaden von der Schule fernzuhalten.Frank Schmidt, Geschäftsführer Freie Schule Zinnowitz

„Im Oktober 2017 haben wir den Schulvertrag mit Zinnowitz unterzeichnet“, sagt Veit Otte. Die Eltern hatten ihre Tochter, die gegenwärtig noch in der Zinnowitzer Grundschule unterrichtet wird, schon lange auf die Warteliste der Freien Schule setzen lassen.

Nun die Kehrtwende: Familie Otte kündigte im Februar 2018 den Vertrag mit der Freien Schule Zinnowitz. „Kurz nach der Vertragsunterzeichnung bekamen wir von der Grundschule einen Antrag auf Feststellung auf Hochbegabung unserer Tochter. Bei dem Test vom Schulamt in Greifswald wurde tatsächlich festgestellt, dass Alina hochbegabt ist. Damit haben wir nicht gerechnet. Diese Chance wollen wir ihr jetzt aber nicht verbauen“, so Veit Otte zum Kündigungsgrund.

Den allerdings akzeptiert der Vertragspartner so nicht. „Uns liegt ein rechtsgültiger Beschulungsvertrag mit dem Vertragsbeginn am 1. August 2018 vor. Da wir nur eine halbjährige Kündigungsfrist haben, könnten die Eltern frühestens zum 31.1.2019 den Schulvertrag kündigen. Vier Monate nach der Unterzeichnung zu kündigen, halte ich für kein gutes Vertragsgebaren“, sagt Frank Schmidt, Geschäftsführer der Freien Schule Zinnowitz. Für das halbe Jahr müssten die Ottes 900 Euro Schulgeld zahlen.

„Ohne eine Gegenleistung zu bekommen. Das sehen wir nicht ein“, sagt Alinas Vater. Laut Schmidt ist die Schule noch auf die Eltern zugegangen. In dem Schreiben an Familie Otte heißt es: „Aus Kulanz ohne Anerkennung jeglicher Rechtspflicht sind wir bereit, gegen eine einmalige Zahlung von 450 Euro den Schulvertrag im gegenseitigen Einverständnis aufzulösen.“ Auch darauf wollte sich die Familie aus Zinnowitz nicht einlassen. „Ich finde, man sollte Hochbegabung fördern und nicht nur an den Kommerz denken. Die Zinnowitzer Schule kann das nicht bieten, deshalb wollen wir unserer Tochter das in Greifswald ermöglichen“, so Veit Otte.

Dem entgegnet der Geschäftsführer: „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen. Ich bin als Geschäftsführer angehalten, jeglichen Schaden von der Schule fernzuhalten. Ich finde es von der Familie unfair.

Sie wollten sich zwei Optionen offen halten, weil sie vor der Vertragsunterzeichnung schon wussten, dass die Diagnostik auf Hochbegabung gemacht wird“, sagt Frank Schmidt. Eine sofortige Auflösung des Vertrages käme von seiten der Schule nur in Frage, wenn beispielsweise die Eltern arbeitsbedingt wegziehen müssten.

Die Familie Otte hat sich inzwischen juristisch von Rechtsanwalt Barnabas Holmer aus Ahlbeck beraten lassen. Holmer meint zur Rechtslage: „Aus meiner Sicht ist eine vorzeitige Kündigung vor Beginn der Umsetzung des Vertrages zulässig, weil diese im Schulvertrag der Freien Schule nicht ausgeschlossen wird.“

Und nun? „Wir werden das Schulgeld auf keinen Fall zahlen. Soll die Schule uns doch verklagen“, meint Veit Otte.

Henrik Nitzsche

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