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Usedom Hochzeit extrem: Jawort über Usedom
Vorpommern Usedom Hochzeit extrem: Jawort über Usedom
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00:00 20.07.2016

Heiraten an Bord eines Flugzeuges zählt zu den spektakulärsten Eheschließungen überhaupt. Und dann noch in einem Flieger, der über 60 Jahre auf dem Buckel hat – mit einer „Dornier 27“ flogen gestern Sibille und Andreas Raguse aus Göttingen ins Eheglück. Als sie gegen 15.30 Uhr auf dem Heringsdorfer Flughafen in Zirchow landeten, waren sie Mann und Frau.

Dafür hatte Christian Walter aus Burg Stargard gesorgt. Der 33-Jährige ist Standesbeamter. „So eine Trauung habe ich noch nicht erlebt“, sagt er kurz nach der Landung noch immer fasziniert vom Flug über der Sonneninsel. In rund 300 Metern Höhe, etwa zwischen den Seebrücken Heringsdorf und Ahlbeck, hatte die Braut „Ja“ gesagt. „Nach 16 Jahren wilder Ehe“, sagt Sibille Raguse und strahlt. Sie ist endlich wieder auf ihrer Lieblingsinsel, hier, wo ihr Sohn laufen und Radfahren lernte, wo ihr Steppke einmal auf der Promenade verschwunden war, und die Polizei bei der Suche half. Hier wollte sie immer heiraten. Ihr Mann auch. Nur seine Bedingung war das Flugzeug, die „Dornier 27“. Und so schmiedete der Bräutigam den Plan: Vor vier Wochen machte er seiner Sibille an ihrem 50. Geburtstag einen Heiratsantrag. Der Physiker rief seine Fliegerkumpels und sorgte so für eine spektakuläre Parade in der Luft. Mit fünf Dorniers – alle reiferen Alters – schwebte die Hochzeitsgesellschaft ein. „Das war das erste Mal, dass ich in meiner Maschine hinten saß. Ein schönes Gefühl“, sagt der Bräutigam, der am Steuer von Wolfgang Retzbach aus dem Schwarzwald vertreten wurde. Der Pilot hatte in dem fliegenden Oldie mit Gardinen und Blüten ein kleines Trauzimmer gezaubert. Sein Co-Pilot war Laurin, der elfjährige Sprössling des Brautpaares. Er durfte im Flieger die Ringe reichen und war begeistert vom Flug.

Gegen 11 Uhr waren die fünf Maschinen in Zirchow abgehoben, um nach Neubrandenburg-Trollenhagen zu fliegen. Nach der Trauung im Rathaus von Burg Stargard ging es wieder in die Luft in Richtung Usedom. „An der Küste entlang zu fliegen, ist schon richtig cool“, findet Laurin.

Seine Eltern sind jedes Jahr auf Usedom. „Mit unserer Dornier brauchen wir zwei Stunden von Göttingen auf die Insel, staufrei“, betont Andreas Raguse, der besonders die Kaiserbäder liebt. „Wir brauchen nur den Strand und die Promenade. Unser Urlaub beginnt aber schon, wenn wir in unserer Maschine sitzen.“ Klar, dass die Flitterwochen der Arzthelferin und ihres 49-jährigen Gatten auf der Sonneninsel verbracht werden.

Von Flughafen-Geschäftsführer Dirk Zabel gab es als Geschenk eine Sektflasche. „Eine Hochzeit oben in unserem Luftraum, noch dazu in einer historischen Do 27, das ist eine einzigartige Premiere für uns. Wir sind überzeugt, dass dieses besondere Himmelsglück lange halten wird.“

Henrik Nitzsche

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