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Usedom Höchste Ehrung für Peenemünder Denkmalschützer
Vorpommern Usedom Höchste Ehrung für Peenemünder Denkmalschützer
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03:43 09.09.2013
Im Kesselhaus während der Enthüllung des Awards: Dr. Claus-Peter Echter, Vizepräsident von Europa Nostra, Metallrestaurator Wolfgang Hofmann und HTM-Geschäftsführer Michael Gericke (v.l.). Quelle: Tom Schröter
Peenemünde

Das Historisch-Technische Museum in Peenemünde sorgt einmal mehr international für Aufsehen: Gestern wurde im Kesselhaus des früheren Kraftwerks die Bronzetafel des Europa-Nostra-Preises 2013 feierlich enthüllt. Bereits am 16. Juni in Athen war dem Museum diese höchste europäische Auszeichnung für das Kulturerbe in der Kategorie I „Restaurierung/Konservierung“

verliehen worden.

Die Europäische Union würdigt mit dem Award die denkmalpflegerische Leistung während eines 2011 abgeschlossenen Restaurierungsprojekts. Dieses befasste sich mit der Sanierung von Mauerwerk und Anlagen des Kesselhauses, des Brecherhauses samt Schrägbrücke, des Siebhauses und der Bekohlungsanlagen inklusive der Kranbahn, welche vom Metallrestaurator Wolfgang Hofmann geleitet wurde. „Die Arbeiten am größten Industriedenkmal in Mecklenburg-Vorpommern zeichneten sich aus durch einen außergewöhnlich behutsamen Umgang und standen unter dem Leitmotiv ,Erinnerung und Mahnung‘“, befand Dr.

Claus- Peter Echler, Vizepräsident von Europa Nostra.

Der Hamburger Politikwissenschaftler und Historiker Prof. Peter Reichel ging in seinem Festvortrag „Umstrittener Erinnerungsort: Peenemünde — Symbol nationalsozialistischer Modernität“ auf den vielseitigen Umgang mit der Geschichte Peenemündes während der Nazi- Diktatur ein. Die Raketenentwicklung in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde sei einerseits eine technische Großtat, andererseits angesichts ihrer Absichten und Folgen ein großes Verbrechen.

Reichel warnte angesichts dieser Ambivalenz vor einer Abkehr des historisch-kritischen Blickes. Außerdem wies er kritisch auf die aktuell fehlende wissenschaftliche Leitung nebst Beirat im Peenemünder Museum hin: „Sachverstand ist notwendig für die Fortentwicklung des Museums als international beachteter und äußerst sensibler Erinnerungsort.“ Reichel schlug vor, der Einrichtung als „Museum der Beschleunigung“ eine übergeordnete Bezugsebene zu geben, die bisher fehle. Sich verschärfende Massenkommunikation, -produktion, -tourismus und -transport seien geeignete Themenfelder.

ts

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