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Höchste Waldbrandgefahr auf Usedom

Neu Pudagla Höchste Waldbrandgefahr auf Usedom

Forstamtsleiter Felix Adolphi appelliert an Waldbesucher, keine offenen Feuer zu entzünden und das Rauchen einzustellen

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Forstamtsleiter Felix Adolphi dreht die Scheibe, an welcher die Waldbrandgefahr angezeigt wird, von vier auf Stufe fünf.

Quelle: Hannes Ewert

Neu Pudagla. Eine weggeworfene Zigarettenkippe oder eine zerbrochene Glasscherbe im Wald könnten in diesen Tagen verheerende Folgen haben. Die Waldbrandgefahr ist so hoch wie lange nicht mehr. Deshalb rief der Deutsche Wetterdienst am Montag die höchste Waldbrandgefahr für unsere Region aus. Insbesondere die Insel Usedom ist davon betroffen.

In der Region hat es in den vergangenen Tagen bereits mehrmals gebrannt. Am vergangenen Wochenende — mit dem bisher wärmsten Tag in diesem Jahr — fielen einige zehntausend Quadratmeter Wald im Nordosten Feuern zum Opfer. Nahe Meiersberg bei Ueckermünde brannten rund 20 000 Quadratmeter Wald ab. Nahe Torgelow (ebenfalls Landkreis Vorpommern-Greifswald) brannten auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern Unterholz.

„Ich kann nur an die Vernunft der Urlauber und Einheimischen appellieren, das Rauchen und Verbrennen von Gegenständen zu unterlassen. Es ist verboten“, betont Forstamtsleiter Felix Adolphi. Gerade das Frühjahr und der Spätsommer sind Monate, in denen die Waldbrandgefahr regelmäßig steigt. „Die Vegetation ist noch nicht so weit. Oft fehlt noch das satte Grün. Im Frühjahr liegt außerdem viel trockenes Laub aus dem Vorjahr, welches in kürzester Zeit brennt. Und im Spätsommer haben wir lange Durststrecken ohne Regen. Auch dort steigt die Waldbrandgefahr“, sagt Adolphi. Der 35-Jährige beobachtet täglich die Wettervorhersagen. „Es gab jetzt über einen längeren Zeitraum keinen Regen, und in den nächsten Tagen ist ebenso wenig Niederschlag in Sicht. Die Temperaturen sollen aber leicht sinken“, sagt er.

Eine Warnstufe von drei bis vier ist zu dieser Jahreszeit fast normal. „Vor dem Himmelfahrtswochenende wurde zum ersten Mal in diesem Jahr auf vier hochgedreht“, sagt Adolphi. „Ende April hatten wir noch Schneefall. Binnen drei Wochen aber den totalen Temperaturumschwung“, erklärt er.

Der Forstamtsleiter sagt auch, dass das Fahren mit dem Auto im Wald unterlassen werden soll. „Durch die heißen Katalysatoren reichen manchmal nur kleine Berührungen mit trockener Biomasse aus, und schon brennt das Waldstück“, sagt er.

Adolphi klopft drei Mal aufs Holz, als er erzählt, dass es in diesem Jahr noch nicht in den Usedomer Wäldern gebrannt hat. „Im vergangenen Jahr gab es einen Einsatz in Kamminke. Dort hatten sich zwei Angler Feuer gemacht“, sagt er.

Wie schnell aus einem Feuerzeug ein Großfeuer werden kann, war vor Kurzem in Loddin zu sehen. Kinder spielten mit dem Feuerzeug zwischen trockenen Strohballen, und die entzündeten sich. 250 Ballen wurden vernichtet.

Zum Wochenende steigt laut Wettervorhersage die Regenwahrscheinlichkeit. Auch die Temperaturen sollen leicht zurück gehen.

Der Wald auf Usedom

12000 Hektar Wald gibt es auf der Insel Usedom. Mit etwa fünf Hektar stellt der Landeswald den größten Anteil. Dahinter reihen sich der Privatwald, der Kirchenwald und der Bundeswald ein.

49 Prozent des Waldbestandes des Landeswaldes auf der Insel Usedom stellen die Kiefern. Dahinter kommen Buche (18), Erle (9) und Eiche (5).

18000 Festmeter Holz aus dem Landeswald werden jedes Jahr vermarktet.

34 Prozent der Insel Usedom werden durch Wald und Sträucher bedeckt. Mit diesem Wert liegt Usedom im Bundesdurchschnitt, übertrifft aber den Landesdurchschnitt.

560 Millimeter Niederschlag fallen pro Jahr auf Usedom.

Von Hannes Ewert

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