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Usedom Schwesig macht Hoffnung auf Marine-Aufträge
Vorpommern Usedom Schwesig macht Hoffnung auf Marine-Aufträge
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16:07 30.11.2018
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Patrick Dahlemann (2.r.) besuchten heute die Wolgaster Peenewerft. Quelle: Tilo Wallrodt
Wolgast

Der Betriebsratsvorsitzende der Peene-Werft Wolgast, René Quade, ist nach der Mitarbeiterversammlung am Freitag enttäuscht. Viel Neues hätten die Beschäftigten nach dem Lieferstopp von Rüstungsgütern nach Saudi-Arabien nicht erfahren, sagte er. Lediglich dass der Exportstopp voraussichtlich nur zwei Monate dauern soll, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte, sei nicht bekannt gewesen. Sicher ist das aber auch nicht – und an der Situation für die Arbeiter ändert das momentan auch nichts.

100 Angestellte in Kurzarbeit

Schwesig besuchte gemeinsam mit Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) die zur Bremer Lürssen-Gruppe gehörende Werft, auf der seit Anfang des Monats ein Großteil der Belegschaft in Kurzarbeit ist. Sie wollte signalisieren, dass die Politik nach Lösungen sucht, wie sie sagte. Derzeit sind nach Angaben des Technischen Geschäftsführers Harald Jaekel 100 Menschen in Kurzarbeit. Bis zu 150 werden es wahrscheinlich. Kurzarbeit ist für ein Jahr angemeldet.

Den Exportstopp der Bundesregierung sieht Regierungschefin Schwesig nach eigenen Worten kritisch. „Der Stopp betrifft Familienväter, die jetzt mit 60 Prozent Gehalt in die Adventszeit gehen“, sagte sie im Anschluss an die Mitarbeiterversammlung vor Journalisten in der leeren Ausrüstungshalle der Werft. Die Mitarbeiterversammlung war nicht öffentlich. Ein Mann habe ihr gesagt, er wisse nicht, wie er mit seiner sechsköpfigen Familie jetzt über die Runden komme, sagte Schwesig.

Sie SPD-Frau kam mit Mitarbeitern der Werft ins Gespräch.

Ein bisschen Hoffnung brachte sie: Im zweiten Halbjahr 2019 soll es Aufträge der Deutschen Marine geben. Deren Schiffe sollten nicht in anderen Ländern gebaut werden, meinte sie. Die Peene-Werft habe Aussicht auf den Bau von zwei Korvetten und einer Explorer-Yacht, einem Erkundungsschiff für einen privaten Kunden. Außerdem gebe es die Möglichkeit, das Kurzarbeitergeld von 60 auf 70 Prozent aufzustocken. Ziel der Politik sei es, die Werft unabhängig vom Bau von Polizeibooten für Saudi-Arabien zu machen.

Bau weiterer Schiffe hat begonnen

Von den 35 bestellten Booten für Saudi-Arabien sind nach früheren Informationen erst 15 ausgeliefert. Vier weitere Boote werden nach Werftangaben fertiggestellt. Der Baufortschritt sei so weit, dass man die Boote nicht einfach liegen lassen könne. Der Bau von weiteren Schiffen hatte bereits begonnen, ruht nun aber. Mit den in Aussicht stehenden Aufträgen kann das derzeitige Auslastungstief durch den Baustopp nicht aufgefangen werden.

Wie die Personaldirektorin der Lürssen-Gruppe, Lena Stroebele, ankündigte, plant auch die Unternehmensleitung eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes. Kein Wunder: Die MV-Werften in Stralsund, Warnemünde und Wismar suchen Schiffbauer. Betriebsrat Quade sagte, die Tendenz, sich anderswo zu bewerben, sei ganz klar da. Andererseits: „Auf der Werft arbeiten Leute, die hier groß geworden sind“, sagte er.

Große Verbundenheit mit der Werft

Von sicherlich 250 der 300 Beschäftigten hätten schon Vater oder Großvater auf der Werft gearbeitet. Auch seine Schwestern und ein Bruder seien hier beschäftigt. „Die Verbundenheit ist sehr groß.“ Eine solche eingeschworene Belegschaft sei ein großer Vorteil für einen Arbeitgeber, meinte der Betriebsratsvorsitzende.

Die Politik der Bundesregierung versteht er nicht: Die Aufträge für Saudi-Arabien seien durchgewunken gewesen. Wenn es einen solchen Lieferstopp gibt, müsste den Unternehmen sofort eine Alternative angeboten werden.

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