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Hortumzug mit lachendem und weinendem Auge

Heringsdorf Hortumzug mit lachendem und weinendem Auge

In Heringsdorf werden derzeit 110 Kinder betreut / Viele Anmeldungen, kaum noch Platz

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Malte, Marie, Daliah, Pauline, Melissa, Celina und Lindsey (von links) bastelten kleine Perlentiere. Fotos (3): Dietmar Pühler

Heringsdorf. Sommerzeit ist Ferienzeit. Während die Heringsdorfer Grundschule geschlossen ist, herrscht im Gebäude des ehemaligen Maxim-Gorki-Gymnasiums dennoch geschäftiges Treiben. Denn der benachbarte Hort, betrieben von der Volkssolidarität Greifswald-Ostvorpommern, hat auch in den Sommerferien geöffnet und bietet in den sechs Wochen ein vielseitiges Programm an.

Davon machen täglich 25 bis 30 Kinder der Einrichtung Gebrauch. Während der Schulzeit betreut das derzeit sechsköpfige Team um Hortleiter Kersten Fubel 110 Kinder aus den Kaiserbädern und Zirchow.

Fubel steckt aber in einem Dilemma. Ihm liegen für das neue Schuljahr 50 Anmeldungen vor, denen er momentan aber nicht nachkommen kann, da zwei Erzieher(innen)stellen unbesetzt sind.

Immerhin konnte er in dieser Woche eine Neueinstellung vermelden, sodass die Eltern der ersten acht bis neun Kinder auf der langen Warteliste demnächst einen positiven Bescheid bekommen. „Wir sind da sehr aktiv und führen Gespräche. Ich bin da sehr optimistisch“, sagt Kersten Fubel und bemüht Worte der Kanzlerin: „Wir schaffen das.“

Seit dem Umzug des Hortes von der Alten Feuerwache in die neuen Räumlichkeiten am Gothener Landweg kurz nach den Osterferien sind mittlerweile schon mehr als hundert Tage vergangen und die Abläufe im neuen Domizil längst eingespielt. Allerdings gibt Fubel zu, mit einem lachenden und einem weinenden Auge umgezogen zu sein. Denn in der Alten Feuerwache sei es trotz oder gerade wegen der räumlichen Enge heimelig und gemütlich gewesen. Auch weint so manche Erzieherin und so manches Kind dem schattigen und selbstgestalteten Spielplatz am Steinersberg eine Träne nach.

Doch bei weitem überwiegt die Freude, zumal nun wesentlich bessere räumliche Bedingungen herrschen als am alten Standort. Zwar fehlen im Außengelände noch die Spielgeräte und die schattenspendenden Bäume werden vermisst, dafür bietet das Gebäude reichlich Platz für die unterschiedlichsten Gruppengrößen.

So gibt es nun einen Früh- und Spätraum, der derzeit von den Ferienhortkindern als Bastelraum genutzt wird, eine Cafeteria für Eltern, einen Kreativraum, einen Entspannungsraum, eine kindgerechte Küche mit zwei Herden und Backöfen, einen Großspielraum, einen Experimentierraum und einen Bauraum mit Holzklötzen und Legosteinen. All die Holzbausteine sind unter einem mit Teppichboden ausgelegten Baupodest verstaut. Obendrauf darf gebaut und die Bauwerke auch über Nacht stehen gelassen werden.

Kersten Fubel freut sich im Übrigen jederzeit über Lego-Spenden, um das Sortiment der bunten Plastiksteine vergrößern zu können. Ihm zufolge musste der Hort bisher noch nie Legosteine kaufen. Der gesamte Bestand resultiert aus Spenden von Eltern und Großeltern.

Trotz des großen Raumangebotes nutzt der Hort auch weiter die Alte Feuerwache für Gruppen, die dort häkeln und stricken oder sich mit Klangschalen entspannen. „Ab 1. September bieten wir handwerkliche Angebote an“, erklärt der Hortleiter. Dann werden insgesamt 132 Hortkinder betreut, wenn die zwei noch vakanten Erzieher(innen)stellen besetzt sind. Um diese Unsicherheit abzufedern wird die Kita Ahlbecker Gören vorerst den dortigen Hort weiterbetreiben.

Das Ferienprogramm ist eine Mischung aus Spielen im Hort, Ausflügen und Wanderungen. Darunter sind Besuche im Tierpark Wolgast, im Pommerschen Landesmuseum Greifswald, im Theater Zinnowitz oder im Chapeau Rouge mit einem Blick hinter die Kulissen. Wanderungen führen in die Usedomer Schweiz und zum Wolgastsee, wo auch gebadet werden kann.

Dankbar ist Fubel, dass die Usedomer Bäderbahn den Hortkindern 50 Prozent Nachlass auf den Gruppenpreis gewährt, sodass viele Ausflüge per UBB unternommen werden können. Das Ferienangebot richtet sich an alle Hortkinder, jedoch nicht an Kur- und Urlauberkinder. „Das bekommen wir personell nicht hin“, so Fubel, denn die meisten seiner Mitarbeiterinnen genießen zwei Wochen ihren wohlverdienten Urlaub.

Dietmar Pühler

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