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Usedom Hotelbranche sucht dringend Leute
Vorpommern Usedom Hotelbranche sucht dringend Leute
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00:22 16.05.2018
Reserven gibt es bei jungen und älteren Arbeitnehmern.Margit Haupt-Koopmann, Agentur für Arbeit
Greifswald/Usedom

Der Mangel an Arbeitskräften macht einheimischen Hotel- und Gastronomiebetrieben immer mehr zu schaffen. Mit Blick auf das Nachbarland Polen, das im Gastgewerbe zahlreiche Ukrainer beschäftigt, fragen sich Unternehmer aus Vorpommern, warum sie die mobilen Nicht-EU-Bürger nicht anstellen dürfen.

„Jedes EU-Land regelt seinen Zugang zum nationalen Arbeitsmarkt selbst“, erklärte Margit Haupt-Koopmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord, am Montag vor dem Rat für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung Vorpommerns. Polen habe, begründet in seiner Historie, besondere gesetzliche Abmachungen mit der Ukraine getroffen. Haupt-Koopmann empfahl den vorpommerschen Unternehmern, enger mit dem Internationalen Personalservice in Rostock zu kooperieren. Der vermittle Arbeitskräfte aus EU-Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit.

Im Jahr 2017 kamen rund 1000 EU-Bürger nach Mecklenburg-Vorpommern, davon 830 für den Hotel- und Gastronomiebereich. Haupt-Koopmann analysierte die besondere Arbeitsmarktsituation in Vorpommern und machte deutlich, dass es ungenutzte Potenziale gebe. Zwar sei die Arbeitslosigkeit insgesamt stark zurückgegangen, doch der Anteil der arbeitslosen 25- bis 35-Jährigen stagniere noch immer im zweistelligen Prozentbereich. Hier böten sich Qualifizierungen mit Unterstützung der Arbeitsagentur an. Auch bei älteren Arbeitnehmern gebe es Reserven. Die Zahl der Beschäftigten im Alter von über 55 Jahren sei im Vergleich zu anderen Bundesländern enorm gering.

Positive Erfahrungen bei der Suche nach Arbeitskräften steuerte Unternehmer Michael Raffelt vom Best-Western Hotel Koserow bei. Das Familienunternehmen punktet bei seinen Angestellten mit günstigem Wohnraum, ganzjährigen Arbeitsverträgen und einer moderaten Zahl von Überstunden. Dietrich Lehmann, Geschäftsführer der Torgelower ME-LE Gruppe, berichtete über gute Ergebnisse bei Rückholaktionen von ehemaligen Arbeitnehmern und Studenten.

Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, und der Präsident des Unternehmerverbandes Vorpommern, Gerold Jürgens, wollen nun darüber beraten, wie die schon vorhandenen Förderinstrumente von Arbeitsagenturen und Ministerien in den Unternehmen besser bekannt gemacht werden können. Außerdem sei es wichtig, die speziellen Angebote der Unternehmen für zukünftige Beschäftigte an die Arbeitsagenturen zu übermitteln, damit diese noch gezielter Fachkräfte vermitteln können. Der Rat für Technik, Energie und nachhaltige Entwicklung Vorpommern und die Bundesagentur für Arbeit würden künftig noch enger zusammenarbeiten.

Auf der Tagung des Rates berichtete Dr. Stefan Rudolph auch über den Stand zur Schaffung eines Außenhafens für Usedom. „Nach intensiven Gesprächen der Ostseegemeinden mit dem Wirtschaftsministerium sollen die Machbarkeitsstudie und die Standortsuche jetzt zügig erfolgen“, betonte Rudolph. Das Wirtschaftsministerium übernehme 75 Prozent der Studienkosten, den Eigenanteil leisteten die Gemeinden zu gleichen Teilen. „Der Hafenstandort muss nicht nur schick, sondern auch wirtschaftlich und nachhaltig sein. Darüber entscheiden auch Aspekte wie Strömungsverhältnisse sowie Küsten- und Naturschutz“, so Rudolph.

Kerstin Rauber

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