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Hoteliers sind offen für Betriebsräte

Heringsdorf Hoteliers sind offen für Betriebsräte

4. Touristiker Talk in Heringsdorf: Der Dehoga schreibt alle Einrichtungen an, die mit Sternen schummeln.

Heringsdorf. Schulterzucken beim Thema Betriebsräte: Usedomer Hoteliers hätten offenbar kein Problem damit. „Durch den Fachkräftemangel haben Mitarbeiter so gute Karten wie nie zuvor. Sie müssen sich nichts gefallen lassen“, sagte Michael Raffelt, Inhaber des Hotels Hanse Kogge in Koserow, beim 4. Touristiker Talk im Steigenberger Hotel in Heringsdorf. „Ich hätte überhaupt nichts dagegen“, beteuert er, „jedes Jahr fragen wir unsere Mitarbeiter, ob sie ihre Interessen genug gewahrt sehen.“ So sieht es auch der Hoteldirektor des Hotels zur Post in Bansin, Sebastian Ader. „Jeder hat die Wahl, wo er arbeiten möchte, es wird überall gesucht.“ Einen Betriebsrat hält er daher für gar nicht nötig. Das gilt auch für eine tarifliche Bezahlung: „Dafür gibt es Lohnverhandlungen. Wenn wir der Meinung sind, Mitarbeiter erbringen die Leistung, werden sie danach bezahlt.“

In Deutschland ist die Gründung eines Betriebsrates durch das Betriebsverfassungsgesetz geregelt. Und weil das so ist, könne man das ohnehin nicht verhindern, meinte Frank Römer, Geschäftsführer des Hotels Seeklause in Trassenheide. „So ein Rat ist ein gutes Schmiermittel zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber.“ Bei ihm werde das Personal übertariflich bezahlt. Hans Jürgen Merkle, Mitglied im Heringsdorfer Finanzausschuss, gab jedoch zu bedenken, dass es im Land den mit Abstand schlechtesten Tariflohn gebe. „Er liegt über zehn Prozent unter dem von Sachsen-Anhalt. Und der ist schon schlecht.“ Das es auf Usedom bisher nur einen Betriebsrat gäbe, könne nur daran liegen, dass alle zufrieden seien oder alle Angst hätten.

Deutliche Worte gab es beim Touristiker Talk auch zum Thema Sterne-Schummelei: Der Hotel- und Gaststättenverband MV will alle Einrichtungen auf Unterlassung anschreiben, die mit Sternen werben, die der Verband gar nicht vergeben hat. „Die schwarzen Schafe werden aufgelistet. Wir fordern alle Trittbrettfahrer auf, legal zu agieren“, sagte Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes MV. In dem Schreiben werde unter anderem auf die Internetseite der Deutschen Hotelklassifizierung verwiesen. „Wenn das nicht hilft, bleibt nur der Gang zur Wettbewerbszentrale.“

Die kann zur Beendigung eines rechtswidrigen Zustandes Klage auf Unterlassung vor Gericht einreichen.

 

Irene Burow

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Heringsdorf
Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer der Dehoga Mecklenburg-Vorpommern.

Alle schwarzen Schafe der Branche in Mecklenburg-Vorpommern sollen von der Dehoga aufgelistet und angeschrieben werden.

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