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Usedom Hunderte Bäume abgeholzt – und ein Ende ist nicht in Sicht
Vorpommern Usedom Hunderte Bäume abgeholzt – und ein Ende ist nicht in Sicht
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03:23 09.03.2018
Auf dem Weg zur Promenade sind zahlreiche gefällte Bäume zu sehen. Ein Anblick, der sich derzeit vielerorts in der Stadt bietet. Quelle: Foto: Radek Jagielski
Swinemünde

In Swinemünde gibt es immer mehr laute Proteststimmen gegen die allgegenwärtigen Baumfällungen. Diese sind an vielen Stellen in der Stadt zu beobachten.

In Swinemünde sollen Grünflächen bebaut werden / Nicht allen gefällt das

Die Verwaltung erklärt, dass der Holzeinschlag nach genehmigtem Plan vorgenommen wird. Es gehe dabei darum, Grundstücke für Investitionsprojekte, die den öffentlichen Raum im Ostseebad maßgeblich verändern sollen, vorzubereiten.

Derzeit finden Fällungen in der Straße Wojska Polskiego, Jachtowa und im Ostsee-Viertel statt. Besonders auffällig sind sie auch auf der Promenade, wo bisher Hunderte Bäume der Säge zum Opfer fielen.

Der Anblick wirkt nun bedauernswert. Viele Touristen beobachten ungläubig die Holzarbeiten. Zudem stehen weitere Fällungen an.

Die Swinemünder Umweltorganisationen sind über diese Aktivitäten empört. Doch es gibt auch Befürworter des Holzeinschlags und der neuen Investitionen. Sie sind der Auffassung, es wäre nun höchste Zeit, dieser Stadt das Meer zurückzugeben, welches sich über Jahre von der heutigen Promenade nach und nach entfernt hat. Wer hat nun Recht? Die Stadtverwaltung ist der Ansicht, der Holzeinschlag stimme mit dem Raumordnungsplan überein und sei von allen zuständigen Umweltschutzämtern genehmigt worden.

„Jede im Swinemünder Ostsee-Viertel geplante Investition hat ein behördliches Genehmigungsverfahren durchlaufen. Der Einfluss des Vorhabens auf die Umwelt wurde in jedem Fall intensiv untersucht. Die Abholzung wurde von der Wojewodschafts-Denkmalschutzbehörde und dem Westpommerschen Marschall genehmigt“, argumentiert Swinemündes Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz.

Die Vereinigung „Grüne Inseln“ aus Swinemünde wirft den Behörden vor, die Abholzung von geschützten Bäumen genehmigt zu haben. Die Stadtverwaltung gibt auch zu, dass für einige Baumarten Ausnahmeanträge gestellt und ihre Abholzung genehmigt wurden. Interessanterweise teilte die Regionale Direktion für Umweltschutz mit, dass geplante Investitionen einschließlich Holzeinschlag zum Erhalt der einzigartigen Küstenlandschaft beitragen sollen. Im Schreiben an die Vereinigung „Grüne Inseln“ steht: „Unter Schutz stehen weiße und graue Dünen und der Holzeinschlag stellt keine Gefahr für ihren Naturwert dar, im Gegenteil: Er trägt zur Verbesserung des Schutzes bei“.

Diesen Versicherungen wollen jedoch nicht alle Glauben schenken. „Ich frage mich, was denn der Denkmalschutz mit dem Umweltschutz zu tun hat“, fragt etwa Einwohnerin Malgorzata Kolczykowska.

Krzysztof Szpytko, Swinemünder Stadtabgeordneter, kündigt an, dass er bei der Denkmalschutzbehörde unverzüglich einen Antrag stellen will, um so die Begründung der Genehmigung aufzuklären. „Wir alle müssen aktiv werden, um das Ausmaß der künftigen Abholzung von Bäumen schnellstmöglich zu begrenzen. Ansonsten entsteht hier bald eine Betonwüste“, befürchtet Szpytko.

Radek Jagielski

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