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Ich bin Bruno, der Schulhund!

Ückeritz Ich bin Bruno, der Schulhund!

Seit rund einem Jahr ist der Berner Sennenhund Teil des Unterrichts an der Ückeritzer Ostseeschule

Ückeritz. Vor einem Jahr war er das Großereignis der Ostseeschule Ückeritz: Als erster Schulhund in Mecklenburg-Vorpommern trat ein Schulhund seinen „Dienst“ in einer Bildungseinrichtung des Landes an. Sein Name: Bruno. Eigentlich „Bruno vom Kleberland“ — ein Berner Sennenhund. Seitdem gehört der Vierbeiner mit seinem braun-schwarzen Fell zum Alltag der Schule.

Zusammen mit seinem Herrchen, Philipp Schaffner (39), ist er mindestens drei Mal in der Woche in den Klassenzimmern und sorgt auf seine Art für eine besondere Atmosphäre unter den Schülern.

„Es ist unglaublich, wie sich die Jungen und Mädchen auf Bruno eingestellt haben,“ sagt Schulleiter Peter Biedenweg und schwärmt. Als Belohnung und Anerkennung für seine „gute Arbeit“ wurde der Hund inzwischen ins Lehrer- Kollegium aufgenommen und erhielt seinen obligatorischen „Lehrerausweis“.

Eigentlich sagt diese Anerkennung schon alles, doch trotzdem lohnt es sich, nach einem Jahr des Schuldienstes mit Bruno einmal Bilanz zu ziehen. Was hat sich verändert, seitdem der zottelige Gefährte mit im Klassenzimmer sitzt? „Die Disziplin in den Klassen ist eine völlig andere, seitdem Bruno mit im Raum ist,“ berichtet sein 39 Jahre altes Herrchen Philipp Schaffner. Allein mit seiner Anwesenheit würde der Vierbeiner Ruhe ausstrahlen, die sich auf die Schüler überträgt. „So genügt es schon, das Bruno seinen Kopf hebt, wenn plötzlich laut unter den Schülern geredet wird“, sagt Schaffner. Der Hund muss nicht bellen oder knurren, nein, das knapp 40 Kilogramm schwere Tier überträgt die Ruhe. Selbst Streitigkeiten zwischen Schülern würden schnell beendet, wenn Bruno zwischen die Fronten schreitet. „Plötzlich wird er gestreichelt — und das Problem löst sich in der Regel auf“, betont der Sport- und Biolehrer.

Wie läuft denn der Unterricht mit Bruno ab? Eigentlich völlig normal, denn der Hund wandert nicht herum, sondern legt sich vor die Wandtafel und beobachtet. Ist streicheln erlaubt? Jedenfalls nicht in den Schulstunden; auch Leckereien sind tabu. Philipp Schaffner: „Klar würde Bruno zu gerne auch einmal ins Pausenbrot beißen, aber ‘Bestechung‘ gibt es nicht.“

Bei den Schülern ist Bruno beliebt. „Wenn er da ist, hat jeder sogar Lust auf Unterricht“, sagt Sara Thiele (15) aus der 9. Klasse und lacht. Auch Nele Böhnstedt (15) ist begeistert: „Bruno, das passt. Und von der Ruhe im Klassenraum haben wir Schüler viel mehr und vor allen Dingen gibt es keinen Ärger mit dem Lehrer, der Disziplin fordert.“

Welche Aufgaben erfüllt Bruno eigentlich? Er begleitet den Pädagogen zu seinem Arbeitsplatz, der Schule. Jedoch ist sein Aufgaben- und Wirkungsbereich vielfältig.

Schulhunde können und sollen bei der Arbeit des Lehrers sinnvoll und effektiv unterstützen. Schaffner: „Sie können emotionale und soziale Kompetenzen trainieren, locken unsichere Kinder aus ihrer Isolation, verbessern nachweislich das Klassenklima und haben mittlerweile durch Studien belegte positive Effekte auf die Kinder.“ Sie haben keine Vorurteile, sind optimale Zuhörer und trainieren die nonverbale Kommunikation.

Auch bei den Lehrerkollegen ist der Berner Sennenhund inzwischen „angekommen“. Schulleiter Biedenweg: „Es gab doch einige Lehrer, die mit der Idee des Hundes in der Ostseeschule nicht so einverstanden waren. Da musste Aufbauarbeit geleistet werden.“ Tatsächlich begleitet Bruno inzwischen nicht nur Herrchen Schaffner in den Unterricht, auch andere Lehrer wie Beate Ollermann oder Direktor Biedenweg selbst nehmen den Vierbeiner gerne mit.

Einmal pro Woche muss aber auch Bruno — dem am 9. Mai mit einer Extrawurst zum 2. Geburtstag gratuliert wird — noch zur Hundeschule nach Greifswald. Im Herbst wird er eine Begleithund-Prüfung absolvieren müssen. Schaffner: „Das ist wie Fortbildung.“ Übrigens ist der Ostseeschulen-Vierbeiner nicht mehr der einzige in Mecklenburg-Vorpommern. Auch andere, wenige Schulen, haben inzwischen einen Vierbeiner als Lehrer.

Von Rainer L. Hein

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