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Usedom „Ich bin durch und durch eine Sammlerin“
Vorpommern Usedom „Ich bin durch und durch eine Sammlerin“
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00:00 28.03.2014
Was sie in ihrem Museum „Küstenkram“ zeigt, hat Karin Jager (57) selbst am Strand gesammelt. Quelle: Angelika Gutsche
Bansin

In der Urzeit hätte ihre Rolle in der Sippe festgestanden: „Jägerin wäre wohl nicht in Frage gekommen“, mutmaßt Karin Jager (57). „Ich bin Sammlerin aus Leidenschaft!“ Pilze, Wildfrüchte, Kräuter, Steine, Fossilien — die Bansinerin hebt alles auf. Ihre Wohnung füllt ein Sammelsurium von Merkwürdigkeiten und Schönheiten aus der Natur — Steine, Treibholz, Muscheln, Schwimmer von Reusen, Kreidestücke, versteinerte Korallen — alles bringt sie mit nach Hause.

Die Sammlerleidenschaft soll ihr nun helfen, eine berufliche Existenz zu begründen. Neben ihrem Wohnhaus in der Goethestraße 2 öffnet die gelernte Kindergärtnerin ihr Museum „Küstenkram“. Und weil der Garten zum Verweilen einlädt, gibt es für ihre Besucher auch Kaffee und Kuchen.

Der Fundus, aus dem sie für ihre kleine Ausstellung schöpfen kann, ist riesig und das Ergebnis ihrer täglichen Radtouren am Strand zwischen Bansin und Ahlbeck. Hier gehört die Frau im roten Anorak auf grünem Rad zum Strandbild. „Am liebsten fahre ich durch die Wellen,“ schildert die Bansinerin. Gerade musste sie ihr erstes Fahrrad verschrotten, weil ihm Sand und Wellen zu sehr zugesetzt hatten. Aufgeben will sie das Vergnügen nicht, für 80 Euro kaufte sie ein gebrauchtes Rad, auf dem sie von nun an durch die Ostsee steuert.

Die 57-Jährige hat schon vielfach Kreativität bewiesen. „Ich schaffe Modelle aus Seide. Dabei verarbeite ich das Material in verschiedenen Varianten“, berichtet die Bansinerin von Mode, bei der sie gestrickte oder plissierte Seide kombinierte. Erst kürzlich zeigte sie im Nepperminer Kunsthaus eine ganze Schau mit solchen Kleidern. Außerdem hat sie sich verschiedendlich mit Seidenmalerei beschäftigt, malt Fischbilder in Aquarell und plant ein Malbuch für Kinder. „Der Titel steht schon fest, ,Bernsteinnächte in Bansin‘“, sagt die 57-Jährige.

Was sie bislang daran hinderte, ihre Hobbys zum Lebenserwerb zu nutzen, ist nach eigenen Worten eine fehlende kaufmännische Begabung. „Das ist absolut nicht meine starke Seite“, sagt sie. Das schränke Kreativität ein.

So will sie auch in ihrem kleinen Museums-Café „Küstenkram“ — abgesehen von Kaffee und Kuchen — nichts verkaufen. „Lieber will ich gegen ein kleines Eintrittsgeld mit den Besuchern ins Gespräch kommen. Ich freue mich, wenn darunter ab und an Leute sind, von denen ich etwas über das Gesammelte lernen kann“, sagt die Bansinerin. Ab April läuft die Testphase, ab Mai soll die Ausstellung täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet sein. Neben zu erwartenden Selbstverständlichkeiten, wie Bernstein, Muscheln, Fossilien aus dem Langenberg und Donnerkeilen, ist viel Kurioses vom Strand zu sehen: in starker Hitze geschmolzenes Glas oder Isolierkappen von Stromleitungen aus Porzellan und verrostetem Metall, das Kraft und Agressivität der Ostsee beweist.

Jetzt plane ich ein Kindermalbuch.“Karin Jager (57), Bansin



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