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Usedom „Ich werbe um Verständnis für die Sommerbaustellen“
Vorpommern Usedom „Ich werbe um Verständnis für die Sommerbaustellen“
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00:28 21.04.2018
Bis zum Dezember soll der Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr und den Bahnschienen auf dem Möskenweg fertig sein. Quelle: Foto: Hannes Ewert
Zinnowitz

Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer in Zinnowitz können sich in diesem Sommer sprichwörtlich warm anziehen. Das Ostseebad kann in dieser Saison zu einem Nadelöhr der Insel Usedom werden. Die Megabaustelle im Möskenweg bringt einige Verkehrseinschränkungen mit sich. Dass die Baustelle ausgerechnet über die Sommermonate betrieben werden muss, ist laut Bürgermeister unumgänglich. Das bekommt Peter Usemann beinahe täglich zu spüren – ob per Anruf, im persönlichen Gespräch oder per Post. Mit satirischem Hintergrund wagte er in dieser Woche deshalb einen Blick auf die Sache. Im sozialen Netzwerk Facebook richtete er öffentlich einen Beitrag an seine Netz-Freunde. Mit Erfolg: „Viele zeigten danach Verständnis für die Baumaßnahmen“, so Usemann.

Bürgermeister Usemann sorgt mit provokantem Facebook-Text für Furore

Er rief darin auf, dass alle Insulaner auswandern sollen – möglichst bis 2020. Ausweichinseln wären Bornholm, Hiddensee oder Rügen. Leerstehende Kasernen wären ein Ort, um den Urlaub zu verbringen, heißt es in dem Beitrag. Die Verwaltung findet dann auf der Greifswalder Oie statt. Auch Zelte und Container wären eine Option.

Dass die Sache nicht ganz ernst gemeint ist, haben eigentlich alle Nutzer innerhalb kürzester Zeit begriffen – einen ernsten Hintergrund hat die Nachricht allerdings schon. Mit seiner Wortmeldung im Internet bringt das Gemeindeoberhaupt das auf den Punkt, was viele denken: Die unbeliebten Sommerbaustellen. „Es geht leider nicht anders. Der Möskenweg ist ein riesiges Bauprojekt. Würden wir die Baustelle nur über die Wintermonate machen, würde es womöglich noch länger dauern; und es wird teurer“, sagt er. Als Argument bringt er den vergangenen Winter an. „Kaum war der Schnee weg, kam wieder neuer Niederschlag. Und hätten wir die Baustelle in Betrieb genommen, wären das unnötige Verzögerungen. Mit der jetzigen Lösung können wir in einem Schwung durcharbeiten“, sagt er.

Die Herausforderung bei der Sanierung des Möskenweges sind die vielen Seitenarme der Straße. „Alle werden in dem Atemzug saniert“, erklärt Usemann.

Zahlreiche Bauarbeiten zwischem dem Netto und Kik-Markt seien schon in vollem Gange. „Wir sind schon seit dem vergangenen Winter dabei. Es wurden zum Beispiel die Entwässerungsanlagen gebaut.“

Der Beitrag auf seiner persönlichen Facebook-Seite wurde knapp 150 mal geteilt, von vielen Nutzern bekam er zustimmende Worte. „Auch Radiosender und andere Zeitungen kamen auf mich zu“, sagt er.

Usemann hofft, dass die Sanierung des Möskenweges im Frühjahr 2020 abgeschlossen ist. „Wenn es gut läuft, dann ist der Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr und den Bahnschienen noch in diesem Jahr fertig, vielleicht im November oder Dezember“, erklärt er.

Das große Verkehrschaos blieb in seiner Gemeinde (noch) aus. „Ich bin gespannt, wie sich der Verkehr im Juli und August entwickelt, wenn Ferienzeit ist“, sagt Usemann. Ein kleines Problem hat das Gemeindeoberhaupt allerdings noch. „Ich rechne damit, dass es noch viel Warterei von Autofahrern geben wird, die aus der Alten Strandstraße in Richtung Ahlbeck abbiegen wollen.“ Er regte bei den Verkehrsbehörden an, dort eine Ampel zu installieren, damit der linksabbiegende Verkehr eine faire Chance hat zu fahren. „Die Einheimischen wissen, dass man den Ort auch über den Gnitzer Weg verlassen kann. Viele Urlauber werden da im Sommer allerdings anstehen“, bedauert er.

Hannes Ewert

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