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Im Swine-Delta bei Seeadler und Kormoran

Swinemünde Im Swine-Delta bei Seeadler und Kormoran

Ein Katamaran-Ausflug mit der „Carmen Calypso“ zeigt den Kontrast zwischen einer lebendigen Hafenstadt und der unberührten Welt der 44 Inseln.

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Eddy Stoll mit seinen Gästen auf dem Boot der „Carmen Calypso“. Im Hintergrund die Silhouette der Hafenstadt Swinemünde.

Swinemünde. Den Adler wollen sie sehen. Gern auch die Reiher, Wildschweine, Rehe, Frettchen und anderes Getier, das ihnen Eddy Stoll bei der Einladung zu einem Bootsausflug ins Swine-Delta versprochen hatte. Aber den Adler unbedingt.

Doch was die 12 Gäste von Bord der „Carmen Calypso“ vor allem sehen werden, sind Kormorane. Die schwarzen Räuber sind allgegenwärtig. Bald nachdem der Katamaran den Hafen mit seinen Industrieanlagen und Fähren hinter sich gelassen hat, tauchen die ersten Vögel auf. Sie sitzen auf kahlen oder nur noch wenig belaubten Bäumen. Unübersehbar sind die Schäden, die ihr scharfer Kot am Swineufer hinterlassen hat. Tote Bäume wohin man sieht. Der Kapitän macht kein Hehl daraus, wie er zu den Räubern steht. „Sehen Sie diese Insel da? Die war mal bewaldet.“

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Wo die Horste des Seeadlers stehen, verrät der Kapitän nicht.

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Noch mehr als die toten Bäume ärgert den Bansiner Fischer, dass ein einziger Vogel der in den vergangenen Jahren rasant gewachsenen Kormoran-Population ein Pfund Fisch pro Tag vertilgt. „Die letzten Winter waren so mild, dass mehr als ein Junges überlebte. Und anders als in den Jahren zuvor bleiben alle in der Region.“ Die Fischerei habe durch die gefräßigen Vögel enorme Ausfälle. Stoll kann deshalb nicht verstehen, dass Kormorane unter Naturschutz gestellt wurden: „Da hätte man auch die Ratten in Berlin schützen können“.

Mit der Einfahrt ins Swine-Delta an der neuen Brücke nach Karsibor, der größten von 44 Inseln, wird die Landschaft friedlich und das Thema wechselt. Stoll plaudert über die Inselwelt, aus der der Bau der Kaiserfahrt, die den Strom seit 1876 mit dem Oderhaff verbindet, den Schiffsverkehr verbannte. Weit und breit ist kein anderes Boot zu sehen. Im Hintergrund tauchen die Lubbiner Berge auf. „Hier sind wir ganz allein“, sagt Stoll. Nur wenige der Inseln werden extensiv landwirtschaftlich genutzt. An einem Ufer stehen Kühe. Auf den schilfbedeckten Schutzhütten sitzen Vögel. Beim Näherkommen wird klar: Die ersten Adler! Gebannt beobachten die Schiffsgäste, wie die gewaltigen Vögel über den Swinearm gleiten. Wenig später taucht ein Schwarm Kormorane vor dem Bug auf. Ein Seeadler hatte sie aufgescheucht. „Kormorane haben nur einen natürlichen Feind, den Adler“, sagt Stoll und beobachtet schmunzelnd, wie aufgeregt die Schwarzen fliehen. Die Kanäle sind die Kinderstuben der kleinen Fische.

Dann wird es wieder still. Die Gäste genießen die Weite des Naturparks, die Stille über den schilfbewachsenen Inseln und lauschen den Geschichten, die ihnen der Fischer über die Region und ihre Menschen berichtet. Vor dem Bug weitet sich der Swinearm, der Katamaran erreicht das Stettiner Haff und biegt wenig später in die Kaiserfahrt ein. Stoll hält aufmerksam Ausschau. Auf dicken Ästen der Uferbäume sitzen Reiher. „Sie nutzen den Luftauftrieb aus den Baumkronen“, sagt er. Von Rehen, Wildschweinen und Frettchen keine Spur. „Da sind bestimmt welche. Die haben sich nur im Schilf versteckt. “ Und dann auch am Ufer der Kaiserfahrt tote Bäume. Stoll mag nicht mehr erklären.

Das Boot gleitet vorbei an Werften und Fähren zurück in den Winterhafen, wo die Gäste sichtlich beeindruckt von Bord gehen. Sie haben Adler gesehen.

Kontakt:www.hotel-duenenschloss.de

Kormorane haben nur einen Feind, den Adler.“Eddy Stoll (54), Bansiner Fischer

 

 

Angelika Gutsche

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