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Immer mehr Straftaten mit Drogen

Greifswald Immer mehr Straftaten mit Drogen

Präventionsbeamter: Nach Selinas Tod hat sich nichts verändert

Greifswald. Die neueste Kriminalstatistik belegt es: Die Polizei registrierte 2016 im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit 632 Rauschgiftdelikten so viele wie noch nie.

Gegenüber dem Vorjahr (524 erfasste Fälle) ist das eine Steigerung um 20 Prozent. 2013 gab es lediglich 415 erfasste Drogenstraftaten.

Diese Problematik spiegelt sich auch in der Arbeit von Mario Tschirn, Präventionsbeamter der Polizeiinspektion Anklam, wider. „Es gibt immer mehr Anfragen von Schulen, Präventionsveranstaltungen durchzuführen“, sagt er. Das Interesse sei bei Schülern, Eltern und Lehrern sehr groß, mehr über Drogen, deren Wirkungen und Gefahren zu erfahren. Neben dem Betäubungsmittelgesetz, das den Umgang mit Heroin, LSD und anderen bekannten Substanzen regelt, gibt es seit November 2016 das „Neue- psychoaktive- Stoffe-Gesetz“. „Damit können Stoffe aus dem Verkehr gezogen werden“, sagt Tschirn. Das Problem sei jedoch die Entwicklung immer weiterer Produkte. „Und was nicht im Gesetz steht, kann nicht belangt werden“, verdeutlicht er.

Tschirns Erfahrung lautet, dass Jugendliche trotz Aufklärung zu Rauschmitteln greifen. Selbst ein Todesfall sei keine Abschreckung, erinnert er an das traurige Ende der 14-jährigen Selina aus Wolgast. Die Achtklässlerin des Rungegymnasiums war im Juni 2016 an einer Mischintoxikation verstorben (die OZ berichtete). Sie hatte mindestens drei verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente bzw. Betäubungsmittel eingenommen. Der Tod Selinas sensibilisierte Schüler und Eltern. Aber offenbar ohne Langzeitwirkung. „Über Dritte habe ich vernommen, dass sich am Verhalten der Schüler nichts geändert hat. So ein trauriger Fall wird schnell ausgeblendet. Die Peergroup hat einfach eine höhere Dominanz“, sagt Mario Tschirn. ph

OZ

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