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Immobilienexpertin: Ist das noch meine Insel?

Heringsdorf Immobilienexpertin: Ist das noch meine Insel?

Inhaberin Manuela Jany ist mit ihren zwei Maja-Firmen seit 20 Jahren am Markt

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Manuela Jany mit dem Maja-Firmenlogo an ihrem Schreibtisch in Heringsdorf-Neuhof. Das 20-jährige Jubiläum der Firma wurde gerade gefeiert, neun Mitarbeiter verdienen hier ihre Brötchen.

Quelle: Foto: Steffen Adler

Heringsdorf. Diese Frau kennt sich aus. Mehr als zwei Jahrzehnte ist Manuela Jany im Geschäft, hat als Inhaberin zweier Firmen, für die das Unternehmenskürzel „Maja“

steht, erlebt, wie sich der Immobilienmarkt verändert. Hat Investoren, Eigentümer und Interessenten kommen und gehen sehen, andere auch bleiben. Vor allem aber konnte sie reichlich Kunden beraten und vermitteln. „Es ist ja gerade der Kontakt mit so vielen Menschen, der mir den Beruf abwechslungsreich macht und mich jeden Tag Neues erfahren lässt“, sagt die kluge Frau, die inzwischen im Lieper Winkel ihre Usedom-Oase gefunden hat. „Tagsüber in den hektischen Kaiserbädern zu tun zu haben, das genügt, dann brauche ich am Abend einen Ort zum Entspannen.“

„Maja Usedom“ steht seit dem Jahr 1997 für den Handel mit Immobilien; zwei Jahre später kam eine weitere Firma dazu, die sich dem Vertrieb und dem kompletten Service von Appartements verschrieben hat. Inzwischen erfordert Letzteres etwa vier Fünftel der Arbeitszeit und -kraft der insgesamt neun Mitarbeiter. Tendenz steigend. „Auch weil an Grundstücken, zumindest in sehr attraktiven Lagen, ja mittlerweile fast alles zugebaut und verkauft ist“, berichtet die Firmeninhaberin. Allerdings fungiert Maja derzeit auch als Bauträger bei der Errichtung von drei Häusern in Korswandt.

Die Liste der Referenzobjekte in Form hochwertiger Villen und Wohnungen in exponierter Lage ist lang. Die Zahl der momentan im Angebot befindlichen Offerten kurz und schmerzlos. Ein kleines Einfamilienhaus mit Seeblick am Achterwasser (für 360000 Euro) und eine Eigentumswohnung in der Heringsdorfer Gorkistraße (für 255 000 Euro). Der Markt ist in ständiger Veränderung, „gute Immobilien haben wir eh nur wenige Wochen hier, denn es gibt solvente Käufer von Häusern und Wohnungen, die auf der Suche sind. Oft sind es Berliner, immer häufiger auch Leute aus Süd- und Südwestdeutschland.“ Als Geldanlage, versteht sich, angesicht der widersprüchlichen Lage am Geldmarkt. „Die Preise für Villen und ähnlich attraktive Objekte explodieren. Zu noch höheren Preisen werden sie dann nach der Sanierung wieder verkauft. Für mich ist das eine Blase. Vieles ist tatsächlich aufgebauscht“, sagt Jany. „Kürzlich hat mich ein guter Kollege aus der Branche gefragt: Wo soll das eigentlich noch hinführen? Wir fanden beide keine Antwort.“

Überhaupt findet Jany, dass mit dem „Zubauen“ der Urlaubsregion Schluss sein müsste. „Eigentlich möchte ich jetzt schon fragen: Ist das noch meine Insel? Ich würde es so gern mit ’Ja’ beantworten.“

Aber die Infrastruktur sei am Kollabieren, die Straßen etliche Monate lang rettungslos verstopft, die Umsetzung des mit viel Mühe, Geist und Geld erarbeiteten Verkehrskonzeptes der Touristiker schwächelt. Und die deutsche Bürokratie in Bund und Land tut das Ihrige, dass sich Entscheidungen und vor allem deren Umsetzung ins Endlose hinziehen.

Schließlich sieht die Immobilienexpertin den deutschen Inselteil auch noch in Sachen Kultur, Lifestyle und Party im Nachteil. „Es kann doch nicht sein, dass unsere Gäste nach Swinemünde fahren müssen, wenn sie im Urlaub mal richtig abfeiern und -tanzen wollen.“ Klar würden Gäste teurer Hotels in der ersten Reihe ihre Nachtruhewünsche deklarieren; doch allen muss doch auch klar sein, dass im Sommer Feiern angesagt ist.“ Deshalb müsse, wer nur Ruhe und Zurückgezogenheit wolle, eben nach geeigneten Quartieren im Hinterland Ausschau halten.

Steffen Adler

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