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In Klein Jasedow: Klänge des Streichquartetts – Historisch und schwierig

Klein Jasedow In Klein Jasedow: Klänge des Streichquartetts – Historisch und schwierig

Es klang nach dem Besonderen: ein Quartettensemble, das auf historischen Streichinstrumenten spielt – und demnach wohl auch eine historisch orientierte Aufführungspraxis ...

Klein Jasedow. Es klang nach dem Besonderen: ein Quartettensemble, das auf historischen Streichinstrumenten spielt – und demnach wohl auch eine historisch orientierte Aufführungspraxis anbietet – sowie ein Programm, das sich speziell Haydn widmet. Dass Letzteres mit dem Motto „Haydns Tiere“ für sich warb, durfte als populistischer Touch schnell vergessen werden. Die Bezeichnungen „Vogelquartett“ (op. 33/3), „Froschquartett“ (op. 50/6) oder Lerchenquartett“ (op. 64/5) sind Zutaten des 19. Jahrhunderts und für keines der Werke auch nur annähernd sinnfällig.

Ungewohntes Klangbild

In Jasedows Klanghaus und dem Konzert des Hoffmeister-Quartetts war anderes wichtig. Etwa ein Klangbild, das für manchen Besucher aus dem gewohnten Rahmen gefallen sein dürfte: vergleichsweise leise, durchsichtig, leicht, intim und von etwas schärferer Tongebung. Alles geschuldet einem auf das später so dominante Vibrato verzichtenden Musizieren auf Darmsaiten und mit Bögen, die hinsichtlich Bau und Handhabung alle Schwere und Klangsattheit moderner Instrumente und ihrer Spielpraxis unmöglich machen.

Wünsche blieben offen

Für ein Programm mit Haydns op.1/1 („Jagdquartett“) und den oben genannten Werken schien der Versuch einer Reproduktion des historischen Klangbildes besonders reizvoll. Und das gelang auch. Aber dabei blieb es. Hinsichtlich seiner musikantischen Verlebendigung ließ das auf „alte“ Musik spezialisierte professionelle Ensemble doch einige Wünsche offen. Manch Schönes, Gelungenes, kein Zweifel!

Aber eine kaum begründbare, tonlich (vor allem 1. Violine) teils problematische Zurückhaltung, ein weitgehend kontrastloses, gelegentlich auch kraftlos scheinendes und dynamisch zu wenig strukturiertes Spiel ließen inspiriertes Musizieren nicht recht aufkommen und konnten für Haydn als den die Zeitgenossen begeisternden „Vater des Streichquartetts“ kaum Neues vermitteln. Ein bisschen schade war das schon.

E. Ochs

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