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In Morgenitz wachsen kleine Buddelmäuse behütet auf

Morgenitz In Morgenitz wachsen kleine Buddelmäuse behütet auf

Tagesmutti Jana Jahnke mobilisiert Partner zum Wohle der Jüngsten im Dorf

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Liebevolle Zuwendung in ruhiger Atmosphäre: Jana Jahnke mit Emil (l.) und Magnus. FOTOS: INGRID NADLER

Morgenitz. Wir wissen, in welchem Garten es die besten Äpfel und die ersten Kirschen gibt, kennen alle Hunde im Dorf und beinahe auch alle Katzen und Kaninchen. Und wenn irgendwo Küken geschlüpft sind, klingelt bei mir umgehend das Telefon." So beschreibt die Tagesmutter Jana Jahnke, welche Aufmerksamkeit ihre kleine Kindergruppe in Morgenitz genießt. Die Erzieherin arbeitet seit 13 Jahren mit Kleinkindern, sieben davon in dem himmelblau gestrichenen Gemeindehaus mitten im Dorf. An ihrem Kleinbus steht in großen Lettern der Name der Einrichtung geschrieben: „Morgenitzer Buddelmäuse".

OZ-Bild

Tagesmutti Jana Jahnke mobilisiert Partner zum Wohle der Jüngsten im Dorf

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„Meine ersten Schützlinge hatten in diesem Jahr schon Jugendweihe oder Konfirmation“, erzählt die Morgenitzerin. Sie darf fünf Kinder aufnehmen, die im Kindergartenalter dann die Einrichtung wechseln. Vom ersten bis zum dritten Lebensjahr werden sie in den familienähnlichen Gruppen besonders behütet.

Die Eltern wissen die individuelle Fürsorge, die Kinder bei Tagesmüttern genießen, zu schätzen. Es gibt auch bei Jana Jahnke eine Warteliste. „Wir arbeiten genau wie andere Kindertagesstätten nach einem pädagogischen Konzept, müssen pro Jahr 25 Weiterbildungsstunden nachweisen und werden regelmäßig von Fachberatern aufgesucht. Ohne uns könnte das Land den gesetzlichen Anspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz nicht erfüllen“, betont Jana Jahnke. Deshalb sei es nicht zu verstehen, dass ihre Bezahlung nicht mal Mindestlohnhöhe erreicht. „Ganz klar, wir sind von der Gesellschaft nicht so anerkannt. Dabei haben wir genau die gleichen Pflichten wie die Kita-Erzieherinnen.“ Mit Spannung wird deshalb eine entsprechende Entscheidung des Landkreises erwartet. Die Kosten für den Betreuungsplatz werden wie im Kindergarten gemeinsam vom Land, vom Kreis, von der Gemeinde und den Eltern getragen.

Die Tagesmütter, die meist als „Einzelkämpferinnen“ agieren, sind angehalten, mit einem Kindergarten zu kooperieren. Die Morgenitzer haben seit langem eine für beide Seiten vorteilhafte Verbindung zum „Kükenhorst“ in Pudagla. „Wir sind dort jeden Mittwoch zur musikalischen Früherziehung“, erzählt Jana Jahnke. Die Mädchen und Jungen würden sich über ihre Angebote im kreativen Kindertanz oder über die Beschäftigung mit Klangschalen jedes Mal freuen. Feste wie Kindertag und Fasching würden gemeinsam gefeiert. Einmal in der Woche geht Jana Jahnke mit ihrer kleinen Gruppe auch zum therapeutischen Reiten. Das funktioniert über einen Kooperationsvertrag mit dem Therapiehof von Brigitte Matheus. Und dienstags lädt die Tagesmutter junge Eltern ein, mit ihren Säuglingen zu einer Krabbelgruppe zusammenzukommen. „Auf diese Weise lernen wir uns frühzeitig gegenseitig kennen.“

Und dann erzählt Jana Jahnke noch die Geschichte vom Bollerwagen. „Um mit meinen Kleinen im Dorf und in der näheren Umgebung mobil zu sein, brauchte ich einen Bollerwagen mit Babysitz. Der ,Holländer', den ich im Internet gefunden habe, war dafür ideal, allerdings so teuer, dass ich ihn mir nicht leisten konnte. Da bot mir Grit Matzig an, in ihrem Schreib- und Spielwarengeschäft in Usedom eine Sparbüchse aufzustellen mit dem Hinweis, wofür Geld gesammelt wird. Gleiches erlaubten mir Gaststätteninhaber und die Betreiber der Usedomer Tankstelle. Ich war nach wenigen Wochen überwältigt von der großen Spendenbereitschaft und habe vor Freude geheult. Das war eine sehr schöne Erfahrung und Anerkennung für meine Arbeit.“

Fünf Tagesväter im Kreis

221 Tagespflegepersonen sind gegenwärtig im Landkreis Vorpommern-Greifswald registriert. Wie aus dem Kreis-Sozialamt zu erfahren war, gibt es 62 in der Region Pasewalk, 85 im Raum Anklam/Insel Usedom sowie 74 in Greifswald und Umland.

803 Kinder werden von insgesamt 216 Tagesmüttern und fünf Tagesvätern betreut. Die Kinder sind größtenteils bis zu drei Jahre alt.

489,36 Euro gibt es aktuell pro Kind, pro Monat bei einer Vollzeitbetreuung. Die Kosten teilen sich das Land, der Kreis, die Gemeinde und die Eltern.

Ingrid Nadler

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