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In einer Stunde vom Kind zum Erwachsenen

Wolgast In einer Stunde vom Kind zum Erwachsenen

84 Jugendliche aus der Herzogstadt erhielten am Sonnabend ihre Jugendweihe in der Wolgaster Hufelandsporthalle

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Landrätin Barbara Syrbe gratuliert Uno Martin Pantermehl (13) von der Kosegartenschule. Links neben ihm steht Tobias Musolf.

Wolgast. Zum passenden Anlass die passende Musik: Als wären sie gerade einen Marathon in neuer Bestzeit gelaufen oder hätten den mehr als 8800 Meter hohen Mount Everest bestiegen, wurden am Sonnabendvormittag die Jugendweihe-Teilnehmer in der Wolgaster Hufelandhalle mit dem „Queen“-Klassiker „We are the Champions“ begrüßt. Eltern, Großeltern und Geschwister der 84 Jugendlichen empfingen sie mit stehenden Ovationen. Danach wurden sie binnen einer Stunde vom Kind zum Erwachsenen „befördert“.

Auch wenn die Musik vielleicht ein bisschen dick aufgetragen war, im Mittelpunkt standen die Jugendlichen allemal. „Die Jugendweihe ist eine erste Zäsur im Leben. Sie beginnen einen neuen Lebensabschnitt, denn die Kindheit ist nun endgültig vorbei“, sagt Silvia Myrach vom Jugendweihe-Verein Mecklenburg-Vorpommern den Jugendliche. Sie organisiert im Landkreis Vorpommern-Greifswald von Pasewalk bis Wolgast und die Insel Usedom die Veranstaltungen. In ihrem Bereich waren in diesem Jahr 450 Jungen und Mädchen angemeldet. „Sie kommen als Kinder in die Halle und gehen symbolisch als Erwachsene wieder heraus“, sagt sie.

Etwa 60 Prozent aller Schüler bekommen heutzutage ihre Jugendweihe. Die anderen werden durch die Konfirmation, der Bestätigung ihres christlichen Glaubens oder der katholischen Firmung zu den Erwachsenen aufgenommen. „Den Geburtenknick spürten wir in den Jahren von 2004 bis 2006. Da waren es etwa 20 Prozent weniger Teilnehmer. Nun haben sich die Zahlen auf einem konstanten Niveau gehalten“, erklärt Myrach, die seit fast 25 Jahren die Jugendweihen organisiert.

Die Festrede für die Jugendlichen hielt Landrätin Dr. Barbara Syrbe (Linke). Sie erinnerte daran, dass die Welt ständig im Wandel ist. „Als wir vor mehr als 20 Jahren meine Kinder Jugendweihe feierten, da war an Facebook, Youtube, Twitter und Co. noch gar nicht zu denken. Heute arbeitet ihr damit ständig und holt euch alle Informationen“, erzählt sie. „Eure Eltern begleiteten euch vom Baby bis heute. Sie schnürten euch die Schuhe, gaben euch bei Verletzungen ein Pflaster oder putzten euch die Nase.“ Nach dem Satz tuschelten einige Mütter und Großmütter in den Zuschauerreihen. „Wir haben ihnen auch den Hintern geputzt“, sagte eine Mutter und kicherte.

Barbara Syrbe erinnerte daran, dass den Teilnehmern heute mehr denn je die Türen in der Berufswelt offen stehen. „Wir hoffen natürlich, dass sie nach der Ausbildung oder einer gewissen Zeit woanders wieder zu uns kommen. Wir brauchen Sie hier“, erklärt sie und machte deutlich, dass es in der Region für gut ausgebildetes Personal oft Chancen auf dem Arbeitsmarkt bestehen.

Nach der Rede wurden die Namen der Teilnehmer einzeln verlesen und sie erhielten ihre Urkunde, ein Buch zum Thema Jugendweihe und Blumen. Als frisch gebackene Erwachsene wurden sie aus dem Saal verabschiedet. Mit „We are the Champions“ natürlich. Und alle hatten vor Freude ein breites Grinsen im Gesicht.

Im Kreis der Großen

128 Jugendliche von der Insel Usedom wurden in der vergangenen Woche im Kaiserbädersaal des Maritim Hotels in Heringsdorf mit der Jugendweihe in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen.

84 Wolgaster Schüler feierten dieses Wochenende ihre Jugendweihe. In zwei Durchgängen wurde das Ereignis zelebriert.

38 Jungen und Mädchen erhalten die Konfirmation.

9 Jugendliche von der Insel erhalten im Juni die katholische Firmung.

Von Hannes Ewert

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