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Inselchirurg schließt mit 73 Jahren seine Praxis

Heringsdorf Inselchirurg schließt mit 73 Jahren seine Praxis

Dr. Uwe Fischer: Wir haben niemals einen Patienten abgewiesen / Bemühungen um Übergabe an einen Nachfolger waren nicht erfolgreich

Heringsdorf. Das Schild im Heringsdorfer EKZ ist entfernt, die Praxisräume von Dr. Uwe Fischer sind ausgeräumt. Der einzig auf Usedom verbliebene Chirurg schließt aus Altersgründen mit 73 Jahren seine Praxis. „Man muss der Zeit Tribut zollen, obgleich mir meine Arbeit große Freude bereitet hat. Der Versuch, die Praxis an einen Nachfolger übergeben zu können, ist leider gescheitert. Die Kassenärztliche Zulassung habe ich abgegeben“, sagt der Mediziner.

Von Brieske über Babelsberg und den Wunsch, Sportlehrer zu werden, kam Fischer schließlich zum Medizinstudium an die Berliner Humbold-Uni; nach der Facharztausbildung hatte er sich das Rüstzeug zum Chirurgen angeeignet. An sein Anfangsgehalt erinnert er sich ebenso wie daran, dass er nach einjähriger Tätigkeit eine Urkunde des Staatsrates der DDR zur Intelligenzrente erhielt. 1979 fand er eine Annonce in der Ärztezeitschrift, dass ein Chirurg für das Medizinische Zentrum auf Usedom gesucht werde. „Ich war schon als Kind oft an der Ostsee, hab’ schon auf Rügen Praxisvertretung gemacht.“ Nun lockte also Usedom. Die Zusage folgte, und die Poliklinik Heringsdorf war bestens ausgerüstet, alle Fachbereiche mit Ärzten besetzt. „Es war dennoch nicht leicht. Allein drei tödliche Badeunfälle mit Kindern an einem Tag, das haut auch einem gestandenen Arzt die Beine förmlich weg. Nur mit dem Fahrer des Krankenwagens musste zum Strand die schwere Ausrüstung getragen werden, da war man dann selbst k.o.“

Nach der Wende arbeitete er als niedergelassener Arzt zunächst weiter in der Poliklinik. Erst 2004 zog er ins neu eröffnete Heringsdorfer Ärztehaus. Mit Ehefrau Conny, einer examinierten Krankenschwester, die ab 1991 das Team mit dem damaligen Arzt Sdrawko Andreew ergänzte, war er 25 Jahre hier tätig. „Wir haben niemals einen Patienten abgewiesen, auch die Wartezeit konnten wir zumeist erträglich gestalten“, so die gute Seele der Praxis.

Gemeinsam haben beide auch die Liebe zum Tennis entdeckt, Uwe Fischer war zwölf Jahre Vorsitzender des Ahlbecker Clubs. In diese Zeit fallen auch das neugebaute Tennisheim und die -halle. Gern schaut er bei den Handballern des HSV Insel Usedom zu. Besondere Freude bereitet ihm Sonnenschein Enkelin Thalia (4). Und seine Frau will er künftig als Hobbykoch mit leckeren Gerichten wie Ente oder Kochklops verwöhnen.

Uwe Fischers fachmännische ärztliche Hilfe hat wohl nahezu jeder Insulaner einmal in Anspruch genommen. Danke!

Gert Nitzsche

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