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Usedom Inseltouristiker fühlen sich von der Landesregierung vernachlässigt
Vorpommern Usedom Inseltouristiker fühlen sich von der Landesregierung vernachlässigt
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00:00 29.03.2014

Das uneingeschränkt Positive vorweg: Mit dem Insel-Tourismusverband gibt es auf Usedom (wenigstens) eine starke Kraft, die sich unter schwieriger gewordenen Bedingungen den anspruchsvollen Fragen der Inselzukunft zuwendet. Die nicht widerstandslos in Kauf nehmen will, dass Vorpommern abgehängt wird von der Entwicklung Mecklenburgs, dass es infrastrukturelle Nachteile erleiden muss. Und vor allem: Dass es seitens der Schweriner Ministerialbürokratie wohl kaum auf Hilfe rechnen darf. Zwei Reizworte mögen genügen: Wolgaster Ortsumgehung und finanzielle Unterstützung für den Insel-Airport.

So hatten es Bundestagsmitglied Matthias Lietz und Kreistagspräsident Michael Sack (beide CDU) im Podium nicht leicht, auf die Befindlichkeiten der Touristiker konkret zu antworten. Beim Verbandsforum im Trassenheider Haus des Gastes fehlte das entscheidende Bindeglied: die Landespolitik. Sylvia Bretschneider (SPD) hatte kurzfristig abgesagt. Und von den sieben Landtagsabgeordneten aus der Region fehlte jede Spur.

Von den Protokollbesuchen der Minister haben die Hoteliers, Unternehmer und Macher vor Ort offenbar eh die Nase voll. „Die kommen und gehen wie vor Jahren Herr Schlotmann, bewegen tun sie nichts“, wetterte Peter Drechsler von der Dehoga. Genau so sauer gab sich der Bansiner Hotelier und Airport-Unterstützer Thilo Naumann. „Die jüngste Stippvisite von Christian Pegel (Verkehrsminister von MV/d.Red.) war von Gutsherrenart und für die Teilnehmer eine Frechheit. Null Ideen für den Fortbestand des Flughafens.“

Statt dessen ist (nicht nur) Naumann klar, dass in hundert Jahren dieser von oben aufgedrückte Flächenkreis nicht wirtschaftlich sein werde. Allerdings dürfte die Forderung nach Sparen um jeden Preis sicher so vieles kaputt machen, dass sich niemand zu wundern braucht, wenn sich „braunes Gedankengut“ ausbreite.

Das Insel-Image zwei Monate vor der Kommunalwahl, die Wahrnehmung Usedoms in Kreis, Land und Bund blieben hingegen weitgehend ausgespart und weiteren Gesprächsrunden vorbehalten. Ebenso das Verhältnis von Touristikern und Medien.

Einig waren sich die meisten Gesprächspartner, dass ein starkes Bündnis für Vorpommern Abhilfe schaffen könnte. Zustimmung auch für die Forderung von Michael Raffelt, Koserower Hotelier: „Der neue Kreis braucht nach der Kommunalwahl am 25. Mai ganz dringend einen starken Tourismusausschuss.“



Steffen Adler

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