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Integration vieler Flüchtlinge ein Problem

Wolgast Integration vieler Flüchtlinge ein Problem

Der Wolgaster Präventionsrat befasste sich mit Asylbewerberheim und regelmäßigen Abendspaziergängen

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330 Asylsuchende leben derzeit in Wolgast-Nord; davon wohnen 35 Personen bereits seit der Eröffnung des Heimes im Jahr 2012 hier, teilte Heimleiterin Milia Bentzien mit.

Quelle: Tilo Wallrodt

Wolgast. Bei der Integration der in Wolgast untergebrachten Flüchtlinge gibt es offenbar große Reserven. Milia Bentzien, Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft an der Baustraße, zog jetzt eine ernüchternde Bilanz. Während die derzeit in Wolgast-Nord untergebrachten 85 Flüchtlingskinder allesamt umliegende Kindereinrichtungen und Schulen besuchten, hätten viele Erwachsene Probleme, sich gesellschaftlich einzuordnen, berichtete sie am Dienstag im alten Rathaus vor dem kommunalen Präventionsausschuss. „Die Integration geht sehr langsam, da viele Asylbewerber große Hemmungen haben“, so Milia Bentzien. Nur wenige Heimbewohner nutzten etwa Freizeit- oder Sportangebote in der Stadt. Ehrenamtler würden daher ermuntert, sich künftig gezielt auch erwachsenen Heimbewohnern zuzuwenden.

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Der Wolgaster Präventionsrat befasste sich mit Asylbewerberheim und regelmäßigen Abendspaziergängen

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Jörg Wojciechowski von der European Homecare GmbH aus Essen, die für die Betreuung und Verwaltung der aktuell etwa 330 Asylsuchenden in Wolgast-Nord zuständig ist, schilderte, dass zwar jeder Flüchtling einen Deutsch-Lernkurs belegen könnte. „Aber viele denken, dass, wenn sie mit dem Kurs anfangen und plötzlich ihren Aufenthaltstitel erhalten, sie von hier nicht mehr wegkommen.“ Daher verzichteten sie lieber von vornherein auf eine Kursteilnahme. Auch, so Wojciechowski weiter, würden Heimbewohner gern in Hotels arbeiten und auf Usedom vorhandene freie Stellen besetzen, was jedoch von Amts wegen nicht möglich sei. Und er kritisierte, dass es oft Monate dauere, bis Personen mit Aufenthaltsstatus endlich einen Ausweis erhielten und für sie ein Bankkonto eröffnet werde. „Die Gesetze laufen den Prozessen einfach hinterher“, schimpfte er. Hingegen berichteten hiesige Schulleiter auch von positiven Erfahrungen mit ihren Schülern aus der Asylbewerberunterkunft.

„Wir haben zurzeit 16 Kinder im Intensivkurs. Sie sind sehr wissbegierig, lernen erstaunlich schnell die deutsche Sprache und betätigen sich bei Neuankömmlingen zum Teil selbst als Dolmetscher“, erzählte die Leiterin der Grundschule Wolgast, Katrin Hannemann. Ihr Kollege Gerhard Hämmerling aus der benachbarten Regionalen Schule „Kosegarten“ äußerte sich allerdings differenzierter. Einige jener acht Schüler aus dem Heim, die bei ihm zurzeit in die Schule gehen, hätten „Schwierigkeiten, wenn es um Pünktlichkeit geht. Und vom Bildungsstand her sind die Schüler zwei Jahre unter dem Niveau, so dass zum Beispiel die Achtklässler bei uns in die sechste Klasse gehen.“ Letzteres hänge auch mit der Sprachbarriere zusammen.

Thema im Präventionsausschuss waren auch die regelmäßigen Wolgaster Abendspaziergänge, die laut Vizebürgermeisterin Gisela Kretschmer stets von NPD-Mitgliedern oder der NPD nahestehenden Personen initiiert werden. Dass sich die Teilnehmer der Spaziergänge und der Mahnwache zum Erhalt des Kreiskrankenhauses bisweilen vermischten, habe für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt: „Bürger konnten nicht mehr klar erkennen, wer hier eigentlich die Initiatoren sind.“ Auch auf den Transparenten sei dies nicht eindeutig zu erkennen gewesen. Gisela Kretschmer sprach von einer schwierigen Situation und plädierte für eine verstärkte Aufklärungsarbeit und für die Solidarität mit den Flüchtlingen.

Von Tom Schröter

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