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Ist Usedom eine sichere Region?

Zinnowitz/Heringsdorf Ist Usedom eine sichere Region?

Nach dem Berliner Anschlag: Heringsdorfer prüfen ihre Sicherheitsvorkehrungen

Zinnowitz/Heringsdorf. Tiefe Betroffenheit nach dem Montagabend- Anschlag von Berlin herrscht auch auf Deutschlands zweitgrößter Insel. Kein Ort, wo gestern nicht über das furchtbare Geschehen auf dem Weihnachtsmarkt diskutiert wurde. Überall spürt man Verunsicherung und Mitgefühl. Und: Spätestens in einer Woche herrscht auf Usedom wieder zigtausendfache Urlaubsstimmung. Über Silvester und Neujahr werden wie in den Vorjahren die Quartiere erneut weitestgehend ausgebucht sein. In den Seebädern rüstet man sich für jede Menge Besucher und Kurzzeiturlauber. Viele von ihnen werden bei Open-Air-Partys an den Stränden ins neue Jahr hinein feiern. Doch wie sicher sind die Gäste?

In Zinnowitz soll der anstehende Jahreswechsel wie geplant über die Bühne gehen. Am Strand zündet am 1. Januar um 18 Uhr ein Neujahrsfeuerwerk, in der Nacht zuvor werden tausende Menschen den Start ins neue Jahr direkt an der Wasserkante genießen. „Ich sehe für Usedom keine Anschlagsgefahr. Die Insel ist eine sichere Region. Andere Ziele sind für Terroristen wesentlich interessanter“, sagt Bürgermeister Peter Usemann auf Nachfrage. „Wenn es danach geht, was alles passieren kann, dann sind jeder Ort und jede Versammlung auf der Welt ein potenzielles Anschlagsziel“, sagt er. In Zinnowitz plant er indes keine zusätzlichen Maßnahmen für noch mehr Sicherheit. „Dann müsste jede Ecke des Ortes mit Panzersperren ausgestattet werden. Das kann niemand bezahlen“, verdeutlicht er den seines Erachtens sinnlosen Ruf nach noch mehr Sicherheitsvorkehrungen. „Die Promenade ist zwar mit Pollern gesperrt, aber im Ernstfall halten diese einem großen Lastwagen oder Pkw auch nicht stand“, sagt Usemann.

Sein Amtsbruder in der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf, Bürgermeister Lars Petersen , ist unüberhörbar schockiert vom Geschehen in der Hauptstadt. Dennoch mag auch er keine Hektik aufkommen lassen. „Wir dürfen vor solchen Angriffen nicht kapitulieren“, fordert der CDU-Mann Zivilcourage. In den Kaiserbädern sei erfahrungsgemäß die größte Ballung von Gästen. „Deshalb stimmen wir uns vor Großveranstaltungen immer am ersten Montag des Monats über Sicherheitsfragen ab“, erzählt Petersen. Die Polizei sei dann genau so mit am Tisch wie private Sicherheitsdienste, etwa die Inselwacht. Die Zusammenarbeit funktioniere unkompliziert. „Ich glaube, dass alle großen Partys problemlos über die Bühne gehen werden. Wir werden nochmal alles prüfen“

Karl-Josef Wurzel, Bürgermeister Korswandt : „Sicher hatten wir die Möglichkeit irgendwann bedürchtet, aber doch nicht jetzt. Mich hat der Vorfall in Berlin sehr erschüttert. Es ist immer schlimm, aber kurz vor dem Weihnachtsfest trifft einen die Nachricht besonders hart.“

Der Wolgaster Wehrführer Maik Wilke ist – wie seine Kameraden – traurig über die Attacke mit den vielen Toten und Verletzten. Bei nächster Gelegenheit werde man sich über diesen Berliner Einsatz der Feuerwehren im Kameradenkreis beraten und womöglich auch Schlussfolgerungen für das eigene Handeln ziehen. „Das Schlimme an solchen Einsätzen ist, dass man ohne jede Erfahrung und kurz entschlossen, aber eben auch gut bedacht, handeln muss“, sagt Wilke. Dies könne man nicht planen.

Die Polizei in Anklam

Hannes Ewert und Steffen Adler

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