Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Ist Usedom eine sichere Region?
Vorpommern Usedom Ist Usedom eine sichere Region?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 21.12.2016
Zinnowitz/Heringsdorf

Tiefe Betroffenheit nach dem Montagabend- Anschlag von Berlin herrscht auch auf Deutschlands zweitgrößter Insel. Kein Ort, wo gestern nicht über das furchtbare Geschehen auf dem Weihnachtsmarkt diskutiert wurde. Überall spürt man Verunsicherung und Mitgefühl. Und: Spätestens in einer Woche herrscht auf Usedom wieder zigtausendfache Urlaubsstimmung. Über Silvester und Neujahr werden wie in den Vorjahren die Quartiere erneut weitestgehend ausgebucht sein. In den Seebädern rüstet man sich für jede Menge Besucher und Kurzzeiturlauber. Viele von ihnen werden bei Open-Air-Partys an den Stränden ins neue Jahr hinein feiern. Doch wie sicher sind die Gäste?

In Zinnowitz soll der anstehende Jahreswechsel wie geplant über die Bühne gehen. Am Strand zündet am 1. Januar um 18 Uhr ein Neujahrsfeuerwerk, in der Nacht zuvor werden tausende Menschen den Start ins neue Jahr direkt an der Wasserkante genießen. „Ich sehe für Usedom keine Anschlagsgefahr. Die Insel ist eine sichere Region. Andere Ziele sind für Terroristen wesentlich interessanter“, sagt Bürgermeister Peter Usemann auf Nachfrage. „Wenn es danach geht, was alles passieren kann, dann sind jeder Ort und jede Versammlung auf der Welt ein potenzielles Anschlagsziel“, sagt er. In Zinnowitz plant er indes keine zusätzlichen Maßnahmen für noch mehr Sicherheit. „Dann müsste jede Ecke des Ortes mit Panzersperren ausgestattet werden. Das kann niemand bezahlen“, verdeutlicht er den seines Erachtens sinnlosen Ruf nach noch mehr Sicherheitsvorkehrungen. „Die Promenade ist zwar mit Pollern gesperrt, aber im Ernstfall halten diese einem großen Lastwagen oder Pkw auch nicht stand“, sagt Usemann.

Sein Amtsbruder in der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf, Bürgermeister Lars Petersen, ist unüberhörbar schockiert vom Geschehen in der Hauptstadt. Dennoch mag auch er keine Hektik aufkommen lassen. „Wir dürfen vor solchen Angriffen nicht kapitulieren“, fordert der CDU-Mann Zivilcourage. In den Kaiserbädern sei erfahrungsgemäß die größte Ballung von Gästen. „Deshalb stimmen wir uns vor Großveranstaltungen immer am ersten Montag des Monats über Sicherheitsfragen ab“, erzählt Petersen. Die Polizei sei dann genau so mit am Tisch wie private Sicherheitsdienste, etwa die Inselwacht. Die Zusammenarbeit funktioniere unkompliziert. „Ich glaube, dass alle großen Partys problemlos über die Bühne gehen werden. Wir werden nochmal alles prüfen“

Karl-Josef Wurzel, Bürgermeister Korswandt: „Sicher hatten wir die Möglichkeit irgendwann bedürchtet, aber doch nicht jetzt. Mich hat der Vorfall in Berlin sehr erschüttert. Es ist immer schlimm, aber kurz vor dem Weihnachtsfest trifft einen die Nachricht besonders hart.“

Der Wolgaster Wehrführer Maik Wilke ist – wie seine Kameraden – traurig über die Attacke mit den vielen Toten und Verletzten. Bei nächster Gelegenheit werde man sich über diesen Berliner Einsatz der Feuerwehren im Kameradenkreis beraten und womöglich auch Schlussfolgerungen für das eigene Handeln ziehen. „Das Schlimme an solchen Einsätzen ist, dass man ohne jede Erfahrung und kurz entschlossen, aber eben auch gut bedacht, handeln muss“, sagt Wilke. Dies könne man nicht planen.

Die Polizei in Anklam

Hannes Ewert und Steffen Adler

Mehr zum Thema
Panorama Zwölf Tote bei Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt - IS bekennt sich zu Anschlag auf Weihnachtsmarkt

Nachdem in Berlin ein Lastwagen in eine Menschenmenge gerast ist, hat am Dienstagabend die Terrormiliz die Verantwortung übernommen. Die OZ berichtet mit einem Live-Ticker.

21.12.2016
Greifswald Greifswald/Stralsund/Rambin - Merkel sagt Termine in MV ab

Die Bundeskanzlerin hatte geplant, am Dienstag nach Rügen, Stralsund und Greifswald zu kommen. Das schreckliche Ereignis in Berlin ist der Grund für die Absage.

20.12.2016

Der Sattelschlepper, der am Montagabend in einen Berliner Weihnachtsmarkt gesteuert wurde, wobei zwölf Menschen starben, gehört einer polnischen Spedition. Der Tote auf dem Beifahrersitz war offenbar der Fahrer.

20.12.2016

Die Gemeinde bekommt rund eine Million Euro Fördermittel vom Land Mecklenburg-Vorpommern für die Sanierung der Dünenstraße. Mit inbegriffen ist der Abschnitt von der Dünenstraße zur Wachsmannstraße.

21.12.2016
Usedom GUTEN TAG LIEBE LESER - T-Shirts für den guten Zweck

Erinnern Sie sich noch an den Auftakt der Usedomer Wellnesstage? Mehr als 630 gut gelaunte Menschen standen Ende Oktober neben der Heringsdorfer Seebrücke und planschten ...

21.12.2016

Ornithologe bringt Raubvogel in Sicherheit

21.12.2016
Anzeige