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Usedom Jede Menge Lesestoff für einen guten Zweck
Vorpommern Usedom Jede Menge Lesestoff für einen guten Zweck
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00:13 12.05.2018
Immer für einen Buchtipp und das dazugehörige Exemplar für kleines Geld gut: Annette Krone-Block in „Kelchs Fischrestaurant“. Quelle: Foto: Steffen Adler
Koserow

In diesem Gasthaus wird Tradition gepflegt. Und das nicht nur mit musealen Ausstellungstücken verschiedenster Coleur, wie sie für ein Fischer- und Seemannsdorf charakteristisch waren und sind, sondern auch in Sachen menschlicher Gesten.

Wo einst Legende Günther Kelch residierte und sich vehement um die Belange des örtlichen Handwerkervereins und die Historie Koserows kümmerte, ist seine Enkeltochter inzwischen die „Herrin aller Reusen“. Annette Krone-Block (40) empfindet die reiche Familiengeschichte nicht als Last, sondern Verpflichtung. Und sie wird ihr auch in verschiedener Form gerecht. Kommen Gäste in das anheimelnde Restaurant an der Karlsstraße (Achtung, aktuelle Straßenbauarbeiten, Verkehrseinschränkungen beachten!), so offenbart sich ihnen beispielsweise als erstes eine wahre Schatztruhe voller Bücher.

Vom aktuellen Krimi und Thriller über Lektüre aus DDR-Verlagen bis zum Schulbuch ist die Auswahl riesengroß. „Vor allem locker-leichte Romane, Liebesgeschichten laufen wie Hulle“, erzählt die Chefin des Restaurants. Gebracht werden die Bücher von Einheimischen wie Gästen, die ihre Regale mal wieder durchforsten mussten, um für Neues Platz zu schaffen, die gelesenen Exemplare aber nicht wegwerfen wollten. Krone-Block bietet ihren Kunden dann das Stück für drei Euro zum günstigen Erwerb an. Musste sie vor fünf Jahren darum noch bitten, ist die Prozedur inzwischen zum Selbstläufer geworden. Im Jahr setzt sie damit Summen jenseits der 1000-Euro-Marke um. Wofür und für wen?

„Es sind stets ehrenamtliche Vereine, die aus diesem Fonds in den Genuss von unerwarteten Zuschüssen kommen, so unterstütze ich jedes Jahr den Jugendklub in Kölpinsee“, berichtet sie. Auch die Jugendfeuerwehr wurde bereits beschenkt, und erst vor kurzem das Kinder- und Jugendhospiz oder besser gesagt, die das Hospiz betreuenden Helfer in Greifswald. Für diese 1000 Euro gab es am Mittwoch dieser Woche einen Gegenbesuch inklusive Dankeschön und einer Urkunde. „Das freut unser gesamtes Team und regt natürlich die Gäste weiter an, sich in den Lesekreislauf einzubringen.“

Künftig soll dieses „Geschäft“ neben dem eigentlichen im Restaurant munter weiter betrieben werden. Momentan sei eine Phase, wo man gut und gerne wieder neue Lektüre entgegen nehmen würde; allerdings heißt das nicht, dass bei „Kelchs“ zur Zeit in Sachen Strandlektüre nichts zu holen wäre. Die Auswahl ist groß, und die Badesaison fängt ja gerade erst an. Ja, und selbst wenn Petrus im Sommer 2018 tatsächlich nicht erneut alle seine Trümpfe ausspielen sollte: Lesen macht gerade dann drinnen um so mehr Spaß, wenn draußen dicke Regentropfen auf das Urlaubsquartier fallen.

Steffen Adler

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